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Lokales Wozu die neue Messe „Connect ec“ in Dresden gut ist
Dresden Lokales Wozu die neue Messe „Connect ec“ in Dresden gut ist
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06:11 16.04.2019
Connect-Chefredakteur Marc-Oliver Bender und WMP-Verlagsleiter Dirk Waasen bereiten die Technologiemesse "Connect ec" in Dresden vor. Quelle: Connect
Dresden

Mit der „Connect ec“ wollen die Fachzeitschrift „Connect“ und der Weka-Media-Publishing (WMP)Verlag eine neue Technologiemesse mit internationaler Ausstrahlung in Dresden etablieren. Schwerpunkte sind unter anderem der neue 5G-Funk, das vernetzte Heim und das vernetzte Auto. DNN-Reporter Heiko Weckbrodt hat den WMP-Verlagsleiter Dirk Waasen und „Connect“-Chefredakteur Marc-Oliver Bender über ihre ehrgeizigen Pläne befragt.

Mit dem Mobile World Congress in Barcelona gibt es bereits einen internationalen Mobilfunk-Kongress in Europa. Wie wollen sie da mit ihrem „Connect ec“ punkten?

Dirk Waasen: Der MWC ist für die meisten Menschen zu teuer: Da bezahlen Sie bis zu 4999 Euro für das Ticket, dazu kommen Flug- und Hotelkosten. Kurz: In Barcelona trifft sich ein elitärer Zirkel. Wir dagegen wollen in Dresden eine Plattform für alle etablieren, damit sich jedermann über die neuesten Digitalisierungstrends informieren kann. Endkonsumenten kommen auf dem MWC überhaupt nicht vor.

Marc-Oliver Bender: Wir sehen uns auch als Erklärer und Vermittler zwischen Unternehmen und Menschen: Wir wollen zeigen: Vor der Digitalisierung muss man keine Angst haben.

Was soll potenzielle Besucher dazu bewegen, gerade zu Ihrer Ausstellungsmesse zu gehen?

Waasen: Derzeit gibt es in Deutschland keine Technologiemesse, wie wir sie vorhaben. Außerdem haben wir Angebote für verschiedene Zielgruppen: Für die Fachbesucher haben wir ein Konferenzprogramm mit 49 Referenten organisiert – zwei Tage proppenvoll mit hochkarätigen Vorträgen. Der Sonnabend und der Sonntag sind als Publikumstage geplant mit Ausstellungen und Seminaren für Endkonsumenten. Statt einiger Tausend Euro bezahlen die Besucher an den Publikumstagen nur fünf Euro Eintritt – solch attraktive Preise gibt es woanders nicht. Der Ausstellungsbereich ist schon jetzt vollbelegt – das Interesse der Industrie an solch einer Messe ist offensichtlich groß.

Bender: Außerdem sprechen wir hier nicht nur über Mobilfunk, sondern über viele neue Technologien, die mit Konnektivität und Digitalisierung verbunden sind: Die Besucher bekommen zum Beispiel die allerneuesten Smartphones, Tablets und 5G-Technik von Huawei, ZTE und Sony zu sehen, ebenso smarte Speaker für das vernetzte Heim. Auch Elektromobilität und multimodale Mobilität sind ein großes Thema. Wie kann ich Bahn, Carsharing-Auto, E-Scooter und andere Verkehrsmittel am cleversten kombinieren, zum Beispiel.

„Die Lage ist kritisch“

Wo sehen sie Deutschland in diesen Technologiesektoren, vor allem aber beim neuen Mobilfunkstandard 5G?

Waasen: Ich sehe die Lage kritisch: In 80 Prozent der Schweizer Dörfer liegt schon 5G an, auch in anderen Ländern wird das bereits ausgerollt, aber in Deutschland streiten wir uns noch um die Auktion der 5G-Frequenzen und haben allenfalls ein paar kleine Testnetze. Wir sind da leider schlecht aufgestellt.

Bender: Durch die Auktion wird der Staat zwar etwa drei bis fünf Milliarden Euro erlösen, eben dieses Geld aber letztlich den Netzbetreibern entziehen. Diese Milliarden fehlen dann für Investitionen ins 5G-Netz. Ich halte das für ein großes Problem. Und die Genehmigungsverfahren, auch für Antennenstandorte, dauern einfach zu lange in Deutschland. Gerade hier in Dresden kann man das gut sehen: Das 5G-Lab der TU war durch seine Forschungen führend mitbeteiligt an der internationalen Standardisierung des neuen Mobilfunkstandards. Aber was nützt eine Führungsrolle, wenn man in der Praxis erst spät ein 5G-Netz zur Verfügung hat?!

Bis zu 20 000 Besucher erwartet

Apropos 5G-Lab: Hat das eine Rolle gespielt, als Sie Dresden als Standort für die Connect-ec gewählt haben?

Bender: Unbedingt. Außerdem hat das Dresdner Kongresszentrum die richtige Größe für die Premiere. Wir haben hier viel Unterstützung von der Politik und speziell vom Oberbürgermeister bekommen. Er sieht das offensichtlich ähnlich wie wir, welch große Chance solch eine Technologiemesse für Deutschland und für Dresden ist. Außerdem sind die Mikroelektronik-Firmen, das 5G-Lab und die anderen Forschungseinrichtungen hier genau das richtige Umfeld für die Connect-ec.

Mit wie vielen Besucher rechnen Sie zur Premiere?

Waasen: Die schwerste Frage überhaupt. Rechnen wir mal mit 10 000 bis 20 000 an den beiden Publikumstagen.

Wo sehen Sie die Messe in fünf Jahren?

Waasen: Wenn die Connect-ec so erfolgreich ist, wie wir hoffen, werden wir eher oder später eine Aufteilung machen: Die Fachbesucher-Konferenz bleibt im Kongresszentrum, die Publikumsmesse könnte in die größeren Messehallen umziehen. Letztlich ist meine Vision aber eine Messe, die die ganze Stadt erfasst: Wir könnten zum Beispiel Technik-Sessions in Restaurants anbieten, Live-Vorführungen in Ballsälen und andere Veranstaltungen im Straßenraum. Freilich hängt das alles vom Erfolg in diesem Jahr ab.

Von Heiko Weckbrodt

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