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Lokales Wortmeldungen in der Kirche statt auf der Straße
Dresden Lokales Wortmeldungen in der Kirche statt auf der Straße
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23:01 16.12.2015
Die gut gefüllte Kreuzkiche am Mittwochabend Quelle: S. Lohse
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Dresden

Werden „Pegida“, „Dresden für alle“ und „Dresden nazifrei“ eines Tages ein gemeinsames Liebesfest feiern, wie Polizeipfarrer Christian Mendt am Mittwochabend am Ende der Bürgerversammlung in der Kreuzkirche laut träumte? „Dresden für alle“ war gar nicht erst zum Dialog erschienen, weil Pegida-Mitbegründer René Jahn zu den zehn ausgewählten Rednern gehörte, die den ersten Teil des Abends bestritten. Jahn war es auch, der als erster Redner Szenenapplaus bekam. „Viele Dresdner gehen zu Pegida, weil sie sich übergangen fühlen und keine andere Möglichkeit sehen, ihren Protest zu zeigen“, hatte Jahn postuliert. Applaus erhielt auch Victor Vincze, früherer Vorsitzender des Ausländerbeirats: „Es ist unsere Pflicht, die Menschen menschenwürdig unterzubringen. Das ist unsere ultima ratio. Da können wir keinen Millimeter zurückweichen.“

"Wie geht es weiter in Dresden?" - unter diesem Titel haben rund 500 Dresdner am Mittwochabend in der Kreuzkirche diskutiert. Wir waren mit vor Ort.

Rund 500 Menschen waren der Einladung von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Superintendent Christian Behr zum Dialog gefolgt, der für einen kurzen Moment fast gekippt wäre. Ein junger Mann hatte im zweiten Teil – den Wortmeldungen der Dresdnerinnen und Dresdner – Pegida als neofaschistische Organisation bezeichnet, was zu tumultartigen Szenen und Gebrüll führte. Es dauerte einige Momente, bis die Grundregeln Achtung und Respekt vor der anderen Meinung wieder etwas galten.

„Wir stecken fest. Da schließe ich mich mit ein“, erklärte Hilbert die Situation in der Stadt. „Jeder von uns hat eine Meinung zu Flüchtlingen, Demonstrationen, Politik. Die Wortmeldungen werden immer kompromissloser, wütender. Jeder beharrt darauf, auf der richtigen Seite zu stehen.“ Der Bürgerdialog sei der Versuch, verhärtete Fronten aufzubrechen, Brücken zu bauen, so Hilbert. Er soll fortgesetzt werden.

Der OB möge einen Zukunftsrat bilden, der mit Vertretern aller Schichten und Parteien besetzt wird, schlug der frühere Sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo vor. Das könne eine Möglichkeit bieten, das am Abend Begonnene fortzuführen und einander zuzuhören.

Th. Baumann-Hartwig

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