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Lokales Wolfgang Hänsch wird an der Semperoper geehrt
Dresden Lokales Wolfgang Hänsch wird an der Semperoper geehrt
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06:00 17.06.2018
Der Architekt Wolfgang Hänsch hat das Nachkriegs-Dresden wie kein zweiter geprägt. Nun soll für ihn ein Erinnerungsort geschaffen werden. Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

Am 16. September jährt sich zum fünften Mal der Todestag von Wolfgang Hänsch, der wie kein anderer Architekt das Gesicht des Nachkriegs-Dresden geprägt hat. Hänsch hatte testamentarisch eine Seebestattung verfügt, es gibt in seiner Heimatstadt noch keinen Ort, der ein Gedenken an den Baumeister ermöglicht.

Die Stiftung Sächsischer Architekten wird das zum fünften Todestag ändern.Wie Stiftungs-Vorstandsvorsitzender Alf Furkert auf Anfrage der DNN erklärte, soll am 16. September ein Halbrelief aus Bronze am Funktionsgebäude der Semperoper angebracht werden. Die Gespräche mit dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, der für das Gebäudeensemble verantwortlich ist, seien abgeschlossen. „Es ist jetzt einfach an der Zeit, Wolfgang Hänsch mit etwas Gegenständlichem zu würdigen“, erklärte Furkert.

Die Stiftung ist der Nachlassverwalter von Wolfgang Hänsch. Der Architekt hatte von 1974 bis 1985 den Wiederaufbau der Semperoper geleitet. Das Bronzerelief wird vom Dresdner Bildhauer Peter Makolies geschaffen, der bereits für die Außenfassade des Funktionsbaus an der Semperoper vier Sandsteinmasken gestaltet hat. „Kunst am Bau in der besten Art“, bezeichnet Furkert die Masken.

Die Architektenkammer Sachsen sammelt auf ihrem Sommerfest am 21. Juni Spenden für das Bronzerelief. Die Kosten liegen laut Furkert zwischen 7000 und 8000 Euro. Die Stiftung werde den Betrag finanzieren, der nicht durch Spenden gedeckt wird, kündigte der Vorstandsvorsitzende an.

Der Stadtrat hatte im November 2017 Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) damit beauftragt, angemessene Formen für eine Ehrung von Wolfgang Hänsch als Architekt der Dresdner Nachkriegsmoderne zu finden. In Gesprächen mit der Stiftung Sächsischer Architekten hat die Stadtverwaltung vorgeschlagen, ein Wolfgang-Hänsch-Stipendium im Kontext kultureller Bildung zu entwickeln. Die Ideen seien weit vorangeschritten, hieß es aus dem Rathaus. Das letzte Wort hat wieder der Stadtrat.

Hänsch entwarf unter anderem das Haus der Presse, das Einkaufszentrum Webergasse und hatte maßgeblichen Anteil an der Ausführungsplanung des Kulturpalastes. Mit dem Umbau des Kulturpalastes zu einem Konzertsaal konnte er sich nicht anfreunden. Er versuchte mit Verweis auf sein Urheberrecht, die Umwandlung des Multifunktionssaals in einen Konzertsaal zu verhindern.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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