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Wohnen in einstiger Brotfabrik

Dresden gestern und heute Wohnen in einstiger Brotfabrik

Wer mit dem Auto oder mit der Bahn von oder nach Freital unterwegs ist, dem wird an der Tharandter Straße ein sanierter Gebäudekomplex auffallen. Es handelt sich um die ehemalige Brotfabrik Dölzschen. Sie stand lange leer und verfiel. Jetzt ist der Komplex saniert und hat sich zum Wohnstandort gemausert.

Die ehemalige Brotfabrik Dölzschen vor der Sanierung.

Quelle: Peter Weckbrodt

Dresden. Wer mit dem Auto oder mit der Bahn von oder nach Freital unterwegs ist, dem wird an der Tharandter Straße ein sanierter Gebäudekomplex auffallen. Es handelt sich um die ehemalige Brotfabrik Dölzschen. Sie stand lange leer und verfiel. Jetzt ist der Komplex saniert und hat sich zum Wohnstandort gemausert.

Die in denkmalgerechter Sanierung erfahrene Ventar Immobilien AG hatte vor einigen Jahren das aus drei Bauwerken bestehende Objekt erworben. Der Böblinger Investor erstellte ein Projekt zum Ausbau des Komplexes. Als für alle geplanten 54 Wohnungen Käufer gefunden waren, begann die Sanierung. Jetzt wurden die Wohnungen an die Eigentümer übergeben. Binnen zwei Jahren ist so aus einer unansehnlichen Industriebrache ein auch optisch ansprechender Wohnungsstandort geworden.

Das Areal der ehemaligen Brotfabrik nach der Sanierung im Dezember 2016

Das Areal der ehemaligen Brotfabrik nach der Sanierung im Dezember 2016.

Quelle: Peter Weckbrodt

Die Dölzschener Brotfabrik hatte einst eine Mühle als Vorgänger. Der heute vorhandene Gebäudekomplex wurde in drei Etappen errichtet: Das erste Haus entstand 1889 im Westteil des Grundstücks, das zweite kam im Osten um 1895 als Erweiterungsbau hinzu. Beide Häuser entstanden als massive dreigeschossige Ziegelbauten im typischen Stil jener Zeit. Bei der 1917/18 erfolgten Erweiterung kam bereits die moderne 3-geschossige Stahlbetonbauweise zur Anwendung. Während des Zweiten Weltkrieges war in der Brotfabrik eine Schmiermittelproduktion für die Rüstungsindustrie untergebracht.

Große Bedeutung für die Versorgung der Dresdner erlangte die Brotfabrik nach 1945. Sie gehörte bis zur Wende als Betriebsteil II zum VEB Backwarenkombinat Dresden. Mit der Wende kam das Aus. Das Feuer in den Öfen erlosch, an dem stattlichen Bauwerk begann der Zahn der Zeit zu nagen.

Wer den Zustand des Fabrikkomplexes vor dem Sanierungsbeginn kannte und jetzt Gelegenheit hat, mehr als nur einen flüchtigen Blick hineinzuwerfen, der wird staunen, was ideenreiche Innenarchitekten und versierte Bauhandwerker gemeinsam an sehenswertem Wohnraum bis unter das stützenlose Mansardendach hinauf geschaffen haben. Da schaut aus mancher Ecke, beispielsweise bei den in den Korridorbereichen perfekt platzierten großen Ofentüren, auch die alte Dölzschener Brotfabrik wieder heraus.

Von Peter Weckbrodt

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