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Lokales Wodka, Axt und Schokolade: 21-Jähriger vor Gericht
Dresden Lokales Wodka, Axt und Schokolade: 21-Jähriger vor Gericht
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08:53 11.08.2017
Quelle: dpa
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Dresden

Mouad T. ist noch jung, hat es aber innerhalb kurzer Zeit auf so viel Straftaten gebracht, dass er sich jetzt vor dem Dresdner Landgericht verantworten muss. Die Anklageschrift umfasste 16 Vorwürfe. Die Staatsanwaltschaft warf dem 21-Jährigen schweren räuberischen Diebstahl, Körperverletzung, Diebstahl, Sachbeschädigung, unerlaubten Drogenbesitz und mehrere Schwarzfahrten vor. Zudem hatte der Angeklagte immer ein Messer dabei, ohne, so sagte er selbst, gehe er nicht aus dem Haus. Es sei für seinen Schutz.

Der Marokkaner war im Herbst vergangenen Jahres besonders aktiv. Am 13. Oktober soll er an einem Tag gleich drei Fahrräder gestohlen haben. Eines der Räder erkannte die Besitzerin einige Tage später bei dem Angeklagten wieder. Sie sprach ihn an und forderte das Rad zurück. Mouad T. soll ihr gegen die Schulter geschlagen haben, was für die Frau extrem schmerzhaft war, da sie dort wegen ihrer Erkrankung eine Infusionskanüle trug. Als ihr Sohn ihr zu Hilfe kam, habe Mouad T., so die Anklage ,das Messer gezückt und versucht auf den jungen Mann einzustechen. .

Auch eine alte Dame , die mit dem Rollator unterwegs war, machte schlechte Erfahrungen mit dem 21-Jährigen. Er sprach die Rentnerin an, fragte nach dem Weg und klaute ihr dann ihre Tasche aus dem Korb der Gehhilfe. Sie kam dabei zu Fall. Am nächsten Tag versuchte er in einem Einkaufsmarkt Getränke mit ihrer Geldkarte zu bezahlen, was der Kassierin aber auffiel. Am gleichen Tag klaute er bei Netto Wodka, eine Axt und Schokolade – eine seltsame Mischung, die aber irgendwie zu dem 21-Jährigen passt. Auf der einen Seite extrem aggressiv, auf der anderen noch etwas jugendlich.

Mouad T. war nicht zimperlich, wenn er beim Stehlen erwischt wurde. So schlug er zum Beispiel auf einen Detektiv ein , der ihn beim Klauen von Badelatschen im Schuhmarkt Klauser auf der Prager Straße beobachtet hatte und ihn darauf ansprach. Der Angeklagte trat selbst im Polizeirevier auf Mobiliar und Beamte ein, wie eine Polizistin erzählte.

Der Angeklagte räumte einige Vorwürfe ein, darunter die Schwarzfahrten, die sich ja eh schlecht abstreiten lassen, und die Attacke auf die Rentnerin. Ihre EC-Karte hatte er ja in seinem Besitz. Bei den anderen Vorwürfen wurde es kompliziert, da war alles ganz anders. Die Badelatschen habe nicht er geklaut, sondern ein Kumpel, was der Detektiv aber verneinte. Die Attacke auf die Frau und ihren Sohn habe es nicht gegeben, im Gegenteil – man habe ein freundliches und friedliches Gespräch geführt. Außerdem habe er das Fahrrad nicht gestohlen, sondern von einem Freund erhalten. Und auch den Wodka und die Axt habe er nicht gestohlen, Bilder der Kamera zeigen da aber wohl etwas anderes. Da gibt es für das Gericht, noch einiges zu klären. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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