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Lokales Wo ist das Geld? Buchhalterin prellt Dresdner Firma um 50.000 Euro
Dresden Lokales Wo ist das Geld? Buchhalterin prellt Dresdner Firma um 50.000 Euro
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12:00 31.01.2018
Das Amtsgericht verurteilte Suasn S. zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Quelle: dpa
Dresden

„Sie haben eine Nebelkerze nach der anderen gezündet und Angaben gemacht, dass sich die Balken biegen“, sagte Richter Roland Wirlitsch am Dienstag in Richtung der Angeklagten. So richtig angekommen ist das bei Susan S. nicht. Die 41-Jährige, die wegen Untreue in 46 Fällen vor Gericht stand, fühlte sich von Gott und der Welt ungerecht behandelt – böser Chef, böse Kollegin, böse Polizei, böser Steuerberater. Alle hätten sie nur unter Druck gesetzt. Susan hatte für alles eine Ausrede oder Lüge parat.

Die Angeklagte arbeitete zwischen September 2014 und August 2015 als Buchhalterin im Brauausschank Watzke und der ebenfalls zu Watzke gehörenden Wurstküche am Dr.-Külz-Ring. Susan S. war zuständig für die Abrechnungen und auch dafür, die Einnahmen zur Bank zu bringen und auf die Firmenkonten einzuzahlen. Bereits einen Monat nach ihrer Einstellung begann sie, Gelder für sich abzuzweigen. Sie überwies nicht die vollen Beträge, sondern behielt einen Teil für sich. In zehn Monaten ergaunerte sie sich so rund 50 000 Euro. Irgendwann jedoch flog der Schwindel auf.

Ja, sie habe Geld genommen, da sie finanzielle Probleme hatte, erklärte die 41-Jährige. Sie wisse zwar nicht wie viel, aber maximal 23 000 Euro. Sie sei ja nicht immer da gewesen, dann hätten andere das Geld eingezahlt. Stimmt nicht, das konnte ihr anhand der Kassenbücher nachgewiesen werden. Sie wisse auch nicht, wo das Geld hin sei, behauptete Susan S. Bar behalten habe sie es nicht, sondern auf ein Kreditkonto überwiesen. Nur gab es das gar nicht mehr und das Geld war auch auf keinem anderen ihrer Konten aufgetaucht. Was ist also damit passiert?

„Ich wäre froh, wenn ich wüsste, wo das Geld hin ist. Ich habe es überwiesen, weiß aber nicht wohin“, erklärte sie allen Ernstes. Da prellt jemand seine Firma um 50 000 Euro und weiß dann angeblich nicht, wohin er das Geld überwiesen hat – da fragt man sich schon – ist das dumm oder dreist?!

Dreist befand das Gericht. Zudem es nicht der erste Fall ist. Auf die gleiche Art betrog die Angeklagte bereits eine andere Firma, und zwar um 24 000 Euro. Im Oktober 2015 war sie deshalb vom Amtsgericht Pirna zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Auch damals log sie, was das Zeug hält. Die Bewährung wurde ausgesetzt – seit August sitzt Susan S. diese Strafe ab. Und sie wird länger sitzen. Das Amtsgericht verurteilte sie zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Das Pirnaer Urteil wurde mit einbezogen.

Von Monika Löffler

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