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Wo in Dresden Sozialwohnungen entstehen

21 Standorte im Stadtgebiet Wo in Dresden Sozialwohnungen entstehen

Dresden steigt in den sozialen Wohnungsbau ein. An 21 Standorten sollen bis 2021 801 Sozialwohnungen entstehen. Baubeginn am ersten Standort in der Ulmenstraße könnte im Mai sein.

So soll der Baukörper in Striesen aussehen.
 

Quelle: WiD

Dresden.  Die städtische Wohnungsbaugesellschaft „Wohnen in Dresden“ (WiD) GmbH & Co. KG wird bis zum Jahr 2021 insgesamt 801 Wohnungen errichten. Diese Zielvorgabe nannte WiD-Geschäftsführer Steffen Jäckel am Dienstagabend auf einem Forum der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Er hoffe darauf, dass Ende Februar der Fördermittelvertrag für das erste Vorhaben auf der Ulmenstraße abgeschlossen werden könne. Das könnte der erste Vertrag zum sozialen Wohnungsbau in Sachsen sein.

An diesen 21 Stellen sollen Sozialwohnungen errichtet werden.

Quelle: Eylert

Die WiD verfügt seit 1. Januar über zwölf städtische Grundstücke und plant darauf den Bau von Wohngebäuden. Neben diesem „Grundstückspaket I“ soll Ende März ein zweites Paket mit weiteren neun Grundstücken in den Besitz der Wohnungsbaugesellschaft übergeben. Den Gesamtwert der 21 Grundstücke bezifferte Michael Schmelich, sozialpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat, mit rund 20 Millionen Euro. Eigentlich sollte die Stadt Grundstücke mit einem Wert von 50 Millionen Euro in die WiD einlegen. Doch so viele für den Wohnungsbau geeignete Grundstücke im Besitz der Stadt oder städtischer Gesellschaften wurden noch nicht gefunden.

Förderung des Freistaates erweist sich als kompliziert

Laut Jäckel stehen der WiD ausreichend Mittel für die Planungen der Wohngebäude zur Verfügung. Für den Bau würden als Eigenkapital aber lediglich Fördermittel des Freistaats eingesetzt. Sachsen hat ein Programm für den sozialen Wohnungsbau aufgelegt, mit dem 3,50 Euro pro Quadratmeter Mietzuschuss über 15 Jahre gefördert werden. „Diese Summe ist nicht schlecht, das sind rund 30 Prozent der Baukosten“, erklärte Jäckel. Sinnvoller wäre es aus seiner Sicht aber gewesen, wenn der Freistaat einen einmaligen Zuschuss zu den Baukosten in Höhe von 630 Euro zahlen würde – verbunden mit der Zusage eines langfristigen Belegungsrechtes. Das würde die Handhabung des Förderprogrammes deutlich vereinfachen.

Private Investoren, die auch Fördermittel beantragen könnten, würden angesichts des immensen bürokratischen Aufwands abwinken, so Jäckel. Es gebe Interessenten, die für den Ausbau von drei Dachgeschosswohnungen die Mittel gerne nutzen würden, sich dafür aber nun mit 30-seitigen Formularen zum EU-Beihilferecht beschäftigen müssten. „Das Programm ist kein hoffnungsloser Fall. Aber es müsste beim Freistaat noch einmal gründlich überarbeitet werden“, erklärte Jäckel und lobte die Grünen, die sich engagiert für eine Neujustierung einsetzen würden.

Arbeiten sollen im Mai beginnen

105 kommunale Wohnungen sollen im Wahljahr 2019 entstehen, 225 im Jahr 2020 und 471 im Jahr 2021. Wenn alle Prozesse reibungslos funktionieren, könnte die WiD im Mai dieses Jahres mit den Bauarbeiten an der Ulmenstraße – hier sind 22 Wohneinheiten geplant – und am Nickerner Weg (48 Wohneinheiten) beginnen. Für ein drittes Vorhaben in der Alemannenstraße in Striesen mit 35 Wohneinheiten rechnet Jäckel bis Ende März mit der Baugenehmigung. Hier plant die WiD mit villenartigen Baukörpern, die sich in die Bebauung des Stadtteils einfügen.

„Die Stadtverwaltung wird sich überlegen müssen, mit welchem Mietermix die Wohnungen im Erstbezug besetzt werden sollen“, sprach Jäckel ein akutes Problem an und erhielt Unterstützung von Schmelich. „Es darf nicht so sein, dass das Sozialamt alle seine Problemfälle in die neuen Wohnungen setzt“, forderte er. Da die Sätze der Kosten der Unterkunft für Hartz-IV-Empfänger in Dresden sehr hoch liegen würden, sei es möglich, mit der „WiD“ Menschen mit niedrigen bis mittleren Einkommen bezahlbaren Wohnraum anzubieten, so Schmelich.

Wohnungen rechnen sich langfristig

In 15 Jahren, so Jäckel, wenn die Belegungsrechte für die Sozialwohnungen auslaufen, werde er froh sein, einen Standort wie die Alemannenstraße im Portfolio zu haben. Diese nachgefragte Wohnlage könne dann möglicherweise zu Marktmieten vermietet werden, was die „WiD“ in die Lage versetzen würde, Eigenkapital aufzubauen. Mehr Eigenkapital könne beim Wohnungsbau nicht schaden, meinte Jäckel, und bekam auch hier Unterstützung von Schmelich. „Jeder Euro aus dem städtischen Haushalt, den wir in den Wohnungsbau stecken, ist gut investiertes Geld.“ Der Grüne verwies auf die geplanten Verwaltungsneubauten, die bis zu 300 Millionen Euro kosten würden. Da seien 10 Millionen Euro pro Jahr für den sozialen Wohnungsbau keine überzogene Forderung.

Zumal, so Jäckel, Geld in den kommunalen Kreislauf komme. „Die Transferleistungen, die hilfsbedürftige Menschen erhalten, kommen von Bund, Land und Stadt. Wenn die Menschen in kommunalen Wohnungen wohnen, fließt Geld an die Stadt zurück.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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