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Wissenschaftsnacht Dresden naht

Schlaue Stadt Wissenschaftsnacht Dresden naht

Dutzende Forschungsinstitute und Hochtechnologie-Unternehmen locken am 16. Juni die Neugierigen dieser Stadt zur „Langen Nacht der Wissenschaften“ – und bieten zwischen 18 und 1 Uhr ein prallbuntes populärwissenschaftliches Programm an

Immer mehr Institute und Unternehmen beteiligen sich an der Dresdner Wissenschaftsnacht.

Quelle: agsandrew/shutterstock.com, Netzwerk Dresden - Stadt der Wissenschaften

Dresden. Dutzende Forschungsinstitute und Hochtechnologie-Unternehmen locken am 16. Juni die Neugierigen dieser Stadt zur „Langen Nacht der Wissenschaften“ – und bieten zwischen 18 und 1 Uhr ein prallbuntes populärwissenschaftliches Programm an. „Wir freuen uns besonders, dass sich auch die Wirtschaft mehr und mehr an der Wissenschaftsnacht beteiligt“, betonte Organisatorin Anja Loose von der städtischen Wirtschaftsförderung.

So macht diesmal beispielsweise auch die Gläserne VW-Manufaktur mit – und strahlt damit ein Signal aus, wo Wissenschaft und Wirtschaft in dieser Stadt in nächster Zeit hinstreben: Dresden will sich als Hochburg der Elektromobilität, des autonomen Fahrens, der vollautomatischen Fabriken und als „Smart City“, also als Stadt der intelligenten Verkehrssteuerung profilieren. Viele dieser Projekte werden die Ingenieure und Forscher zur Wissenschaftsnacht vorstellen. Bisher sind bereits 664 Veranstaltungen gemeldet, von denen sich rund 250 ganz besonders an Kinder und Jugendliche wenden.

„Erfahrungsgemäß steppt der Bär zur Wissenschaftsnacht besonders rund um das TU Hörsaalzentrum“, sagt Loose. An der Bergstraße werden Fraunhofer-Experten beispielsweise zeigen, wie sich Daten mit Licht übertragen lassen. Rossendorfer Physiker wollen dort neugierige Kinder ins Innere von Planeten und Sternen entführen und ihnen magnetische Superkräfte vorführen, die selbst James Bond vor Neid blass werden lassen.

Einen besonders erfrischenden Höhepunkt hat die Betriebsfeuerwehr der Uni vorbereitet: Die Kameraden werden die Wassershow „Magic Water“ auf der Wiese hinter dem Hörsaalzentrum aufführen. Aus rund Düsen wollen sie bunte Wasserfontänen über zehn Meter in den Himmel steigen lassen.

Attraktive Programmpunkte finden sich aber auch jenseits des Uni-Campus’. Hohen Schauwert haben meist die Angebote in Pillnitz, zu denen Führungen, Filme, Vorträge und viele Kinderveranstaltungen gehören. So wird das Grüne Forum beispielsweise beim Pillnitzer Platz „lautlose Rasenmäher und Wärmespender mit Familienanschluss“ zeigen – gemeint sind kuschlige Alpakas, die in einem Gehege zu finden sind.

Sehr familientauglich und unterhaltsam sind erfahrungsgemäß auch die Angebote in Johannstadt, wo sich das Uniklinik und vor allem die internationalen Forscher am Planck-Genetikinstitut jedes Jahr tolle Veranstaltungen für Jung und Alt ausdenken. Zum Beispiel bringen dort Hermine und Harry Sciencehead den jungen Besuchern einen Unsichtbarkeitszauber bei. Und im neuen Format „Science Quatsch“ präsentieren Wissenschaftler mit einem Augenzwinkern ihre skurrilsten Forschungsprojekte.

Und auch der Blick auf die kleineren, weniger bekannten Veranstaltungsorte lohnt. Ein Beispiel unter vielen: Welche digitalen Währungen das Bargeld und die Geldkarten von heute womöglich schon bald ablösen werden, skizziert Software-Ingenieur Thomas Nindel in der Berufsakademie Sachsen an der Hans-Grundig-Straße: „Bitcoin, Blockchain, Ehterum: Anatomie einer disruptiven Technologie“ hat er seinen Vortrag überschrieben. Erstmals mit dabei ist auch das städtische Krankenhaus Friedrichstadt. Wer auf Hightech steht, sollte zudem einen Abstecher zum Fraunhofer-Campus an der Winterbergstraße einplanen: Dort können Kinder zum Beispiel mit Pfeil und Bogen Ultraschall erzeugen und nach dem verschollenen Roboter „Zirkonox“ fahnden.

Insofern gilt: Sieben Stunden Wissenschaftsnacht klingen nach viel Zeit. Tatsächlich aber ist angesichts der Fülle an Veranstaltungen, die teils über das gesamte Dresdner Stadtgebiet verteilt sind, für den Besucher eine Auswahl nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig. Großer Dank gelte vor allem auch den Wissenschaftlern, die all dies erst möglich gemacht haben, betont Organisatorin Anja Loose. „Die Forscher machen das ja immerhin zusätzlich zu ihrer normalen Arbeit – als ihren Beitrag für unsere Stadt.“

Von Heiko Weckbrodt

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