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Lokales Wird die Neue Mensa in Dresden abgerissen? Ministerium diskutiert auch diese Option
Dresden Lokales Wird die Neue Mensa in Dresden abgerissen? Ministerium diskutiert auch diese Option
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20:49 09.09.2015
Mit der 1978 fertiggestellten Neuen Mensa verbinden sowohl viele ältere als auch jüngere Dresdner persönliche Erinnerungen. Quelle: Archiv/Flechtner

"Es ist noch keine Entscheidung gefallen. Allerdings weist die Neue Mensa bis in die Konstruktion hinein erhebliche Schäden auf. Eine Sanierung würde einen erheblichen Aufwand bedeuten, ohne dass es einen funktionalen Zugewinn gebe", erklärte Ministeriumssprecher Stephan Gößl auf Anfrage.

Im Amt für Kultur und Denkmalschutz der Stadt Dresden stoßen die Überlegungen des Freistaates Sachsen auf großen Widerstand. Die Neue Mensa sei nicht wirklich baufällig, stellte Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) klar. "Einem Abriss und anschließenden Neubau kann vor dem Hintergrund der Kenntnis über den insgesamt guten baulichen Zustand und die Wertigkeit des Gebäudes nicht zugestimmt werden. Die Neue Mensa gilt als eines der wenigen in Dresden erhaltenen Beispiele der die internationale Architekturmoderne reflektierenden und in singulärer Weise fortschreibenden Nachkriegsarchitektur", betonte Lunau. Er sieht in dem Haus ein authentisch erhaltenes "Gesamtkunstwerk". Erst am Donnerstag hatten die DNN berichtet, dass die Neue Mensa bis Sommer dieses Jahres ihre Pforten schließen muss. Dadurch hängt vor allem die bei Studenten beliebte "Bierstube" in der Luft. Bislang war allerdings immer nur von Sanierung die Rede, nicht von Abriss.

Errichtet wurde die Neue Mensa zwischen 1974 und 1978 nach Plänen des Architekten Ulf Zimmermann. Mit ihrem flachen, quadratischen Baukörper und den Fassaden aus Backstein versprüht sie bis heute den architektonischen Charme der 1970er- und 1980er Jahre. Nicht zuletzt deshalb steht das Haus seit 2008 unter Denkmalschutz. Dieser Status schützt allerdings nicht zwangsläufig vor der Abrissbirne.

Bundesweit liegen verschiedene Gerichtsurteile vor, wonach der Denkmalschutz genau dann nicht mehr greift, wenn der Unterhalt bzw. die Sanierung des Gebäudes wirtschaftlich unzumutbar ist. Ob sich diese Musterprozesse - angewendet beispielsweise im Fall von alten, verfallenen Bauernhäusern - auf die Neue Mensa übertragen lassen, bleibt abzuwarten.

Die Diskussion um sie erreichte gestern auch das politische Parkett. "Der Vorschlag des Finanzministers widerspricht allen bisherigen Planungen, riskiert im Vergleich zur Sanierung der Mensa erhebliche Verzögerungen und ist offenkundig weder mit der Stadt noch mit der Uni abgestimmt", kritisierte SPD-Stadtrat Albrecht Pallas. Das Haus sei "für das Campusleben und als Ort der Begegnung" von großer Bedeutung. "Eine Exzellenz-Universität ohne eine leistungsfähige und attraktive Mensa wäre dagegen ein Armutszeugnis", so Pallas.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.01.2014

Christoph Stephan

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