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Lokales „Wir sind die Neuen vom Prager Carrée“
Dresden Lokales „Wir sind die Neuen vom Prager Carrée“
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11:42 12.03.2018
Startklar für die Schlüsselübergabe: Beate Merting, Bernd und Pia Freiesleben und Paul Zwahr (von links).  Quelle: DNN
Dresden

 Familie Freiesleben kann es gar nicht abwarten. „Wir freuen uns auf den 1. August“, sagen Pia und Bernd Freiesleben unisono. An diesem Tag beginnt für die Rentner aus Radeberg ein neues Leben. Sie verlassen ihr Eigenheim und ziehen mitten ins Zentrum von Dresden – in eine 77 Quadratmeter große Wohnung im Prager Carrée.

Die Radeberger gehören gewissermaßen zu den Mietern der ersten Stunde. „2014 haben wir gelesen, dass die Fläche am Hauptbahnhof bebaut wird. Da haben wir angerufen und Interesse signalisiert.“ Warum ziehen die Rentner aus dem beschaulichen Radeberg an die größte Einkaufsstraße von Dresden? „Wir werden älter“, sagt Pia Freiesleben, „da sollten die Wege kürzer werden, damit wir alles erlaufen können.“ Ihr Mann ergänzt: „Wir haben 45 Jahre gearbeitet und wollen jetzt nur noch unser Leben genießen.“ 50 Meter Hecke habe er am Eigenheim zu pflegen gehabt und dazu eine große Rasenfläche. „Wir freuen uns auf unsere Terrasse und darauf, richtig faulenzen zu können.“ Deshalb reiche ihnen eine Zwei-Raum-Wohnung, erklärt Pia Freiesleben: „In der Drei-Raum-Wohnung gibt es so viele Fenster. Die muss man ja putzen.“

Viele Bekannte hätten ihnen gesagt: „Ihr macht es richtig“, erklärt Bernd Freiesleben, nur auf eines muss seine Frau ab August verzichten: „Wir hatten einen herrlichen Swimmingpool.“ Dafür darf die 14-jährige Perserkatze mit in die Wohnung ziehen. Sie wird dank Erdgeschoss auch ihren Auslauf bekommen.

„Wenn mich meine Töchter besuchen kommen, laden sie die Enkel bei mir ab und gehen shoppen“, meint Ute Müller*. Die Sachbearbeiterin zieht von Cotta an den Wiener Platz und auch sie kann es kaum erwarten. „Die Wohnung ist so, wie ich es mir gewünscht habe. Zwei Zimmer mit Sonne am Nachmittag, dazu alles modern ausgestattet. „Ruhig und abgelegen mag ich nicht mehr“, erklärt Müller ihre Gründe, mitten ins Zentrum zu ziehen. „Ich fahre jetzt schon häufig in die Stadt. Dann muss ich Parkgebühren bezahlen. Falls ich überhaupt einen Parkplatz finde.“

Einen Parkplatz werde sie künftig nicht mehr benötigen, so die Sachbearbeiterin. „Mein Auto kann ich abgeben. Ich habe ja den Öffentlichen Nahverkehr vor der Haustür.“ Mit der S-Bahn erreiche sie den Flughafen bequem in 20 Minuten. Und Angst, beim Einkauf etwas vergessen zu haben, gebe es auch nicht mehr. „Der Supermarkt ist doch direkt vor der Haustür.“

Paul Zwahr zieht von Kleinzschachwitz ins Zentrum. Der 29-jährige Controller in einem Dresdner Unternehmen hat sich ganz bewusst für die Innenstadt entschieden. „Ich liebe das Stadtleben, gehe gern in Restaurants und Cafés.“ Direkt gegenüber von seiner Wohnung befinde sich das Fitnessstudio, in dem viele seiner Freunde trainieren würden. Im August 2015 habe er sich im Internet nach einer neuen Wohnung umgesehen und sei schnell auf das Prager Carrée gestoßen. Er habe sich eine Wohnung mit Morgensonne ausgesucht, weil er diese genießen könne.

Eine Zwei-Raum-Wohnung in der 5. Etage wird der junge Mann im August beziehen, auf sein Auto mag er vorerst noch nicht verzichten. „Das ist ja auch ein Transportmittel.“ Wobei er den nahen Hauptbahnhof sehr zu schätzen wisse: „Da haben die Geschäfte sieben Tage die Woche geöffnet.“

Bedenken wegen der Sicherheit haben die künftigen Mieter nicht. „Wenn der Bauzaun endlich verschwindet, ist das Viertel fertig. Es wird belebt, das macht den Wiener Platz familiärer“, meint Ute Müller. Licht und Leben entziehe einer gewissen Klientel die Geschäftsgrundlage, sagt Zwahr. „Ich komme hier auch manchmal nachts vorbei und habe mich nie unsicher gefühlt.“

Martina Bendlin, Direktorin bei Richert & Oertel Immobilien, erklärte, dass gut ein Drittel der 241 Wohnungen im Prager Carrée vermietet sei. Vor allem die Lage und die komfortable Ausstattung seien gefragt. Jetzt, wo das neue Wohnquartier seiner Fertigstellung entgegengehe, würden die Anfragen von Mietinteressenten konkreter, da sie nun ihre Wohnung live erleben können. „Solange gebaut wurde, mussten die Interessenten eine größere Vorstellungskraft mitbringen.“ Aber jetzt könne sie einen fast fertigen Wohnstandort präsentieren, so die Maklerin. „Wir freuen uns auf die ersten Schlüsselübergaben.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

*Name von der Redaktion geändert

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