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Winzer aus Dresden-Wachwitz baut seine Rebflächen um

Winzer aus Dresden-Wachwitz baut seine Rebflächen um

Ronny Beier ist Herr über rund 4000 Rebstöcke auf dem Königlichen Weinberg zu Wachwitz. Der 40-Jährige ist bei Weinfreunden in der Region noch eher ein Geheimtipp.

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Bei Weinfreunden in der Region gilt der 40-jährige Ronny Beier bislang noch als Geheimtipp.

Quelle: Lars Müller

Lediglich 5300 Quadratmeter Rebfläche, über mehrere Parzellen verteilt, bewirtschaftet der studierte Gartenbauingenieur. Damit verdiene er den Großteil seines Lebensunterhaltes, sagt er. Seit 2007 ist er als Weinbauer selbstständig.

Da die Reben teilweise fast 30 Jahre alt sind, muss er seinen Weinberg umbauen, um dauerhaft wirtschaftliche Erträge zu erzielen. Beier: "Ich setze große Hoffnungen auf Johanniter." Johanniter ist eine dieser relativ neuen pilzwiderstandfähigen Rebsorten, die dem Winzer weniger Pflegeaufwand abverlangen. Zudem sei er von seiner Aromatik her "rieslinglastig" und komme bei den Gästen gut an, meint Beier. Schon 500 Johanniter-Reben hat er gesetzt, ein Drittel davon steht bereits im Ertrag. "Langfristig möchte ich mit Johanniter den klassischen Müller-Thurgau ersetzen", sagt der Weinbauer. Sein Müller-Thurgau verkaufe sich schwer und leide zudem stark unter Frostschäden, da er am tiefsten Punkt des Weinbergs steht, wo sich die Kaltluft sammelt.

Seine Weine baut Beier alle selbst aus, die Kellerei steht im 60 Kilometer entfernten Röderaue bei Großenhain. Dort ist Beiers Heimat, dort hat er als Jugendlicher den Hausrebstock seiner Eltern gehegt und auch seine Leidenschaft für den Wein entdeckt. Während seines Studiums in Pillnitz habe er das Wahlfach Weinbau belegt, seine Diplomarbeit über das Vorkommen der Kräuselmilbe und der Raubmilbe im sächsischen Weinbau geschrieben. Mit Freunden pachtete er schließlich zuerst kleinere Rebflächen in Wachwitz und verschrieb sich immer mehr dem Weinbau.

Die Vermarktung der Weine erfolgt überwiegend vom Weinberg aus, lediglich drei Geschäfte und ein Restaurant verkaufen Beiers Tropfen auch noch - alle in Loschwitz und Blasewitz. "Immer wenn ich hier im Weinberg arbeite, empfange ich auch interessierte Besucher", betont Beier. Aufgestellte Schilder weisen den Weg zum Winzer. Sieben Rebsorten, darunter Grauer und Weißer Burgunder, Gewürztraminer und Riesling, baut der Winzer derzeit an und sortenrein aus. Hinzu kommen Saphira und Gutedel, deren Trauben ausschließlich für Cuvees verwendet werden. Proben schenkt er gerne aus und hat auch immer einen Teil des Sortiments vorrätig. Seinen Schwarzriesling bietet Beier als Rosé an, allerdings will er diese Rebsorte durch den pflegeleichteren Regent ersetzen.

Der Umbau der Rebflächen könne jedoch noch Jahrzehnte dauern, sagt er. Es sei eben eine Zeit- und eine Kostenfrage. Wertvolle Tipps für die Arbeit im Berg und im Keller habe Beier während Praktika beim renommierten Winzer Klaus Zimmerling in Pillnitz sowie auf dem Winzerhof Burrlein im fränkischen Mainstockheim erhalten. In Franken bekam er auch Einblicke in den Bio-Weinbau. Beier selbst verzichtet nach eigenen Angaben ebenfalls auf synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Üppiges Grün und zahlreiche Wildblumen zwischen den Rebzeilen zeugen von der naturnahen Bewirtschaftung. "Bio" darf Beier seine Weine aber nicht nennen, weil er bisher auf die kostenintensive Zertifizierung verzichtet.

Der Weinberg in Wachwitz, auch als Steinberg bekannt, wurde 1477 erstmals urkundlich erwähnt. 1820 kaufte Friedrich August II. Teile des Areals und machte diese später zu einem königlichen Weinberg. Später kam der Weinbau zum Erliegen, erst ab 1986 machte sich der Freundeskreis Wachwitzer Weinberg daran, dass verwilderte Grundstück zu roden und wieder Rebflächen anzulegen. Heute bewirtschaftet eine Weinbaugemeinschaft die Steillage.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.08.2013

Müller, Lars

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