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Willkommenskultur im App-Format

Flüchtlinge in Dresden Willkommenskultur im App-Format

Zwei Software-Unternehmerinnen aus Dresden haben eine gemeinnützige „Welcome to Dresden"-Handy-App entwickelt, die Geflüchteten Informationen zum Asylsystem, zu Behörden und zum Alltag in Deutschland anbietet.

Freuen sich über die Welcome-App: Viola Klein, Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Peggy Reuter-Heinrich (v.l.n.r.).

Quelle: Sabine Mutschke

Dresden. Ein digitales Geschenk für Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP): Am Freitag überreichten Viola Klein, Geschäftsführerin des IT-Unternehmens Saxonia Systems, und Peggy Reuter-Heinrich, Geschäftsführerin von Heinrich & Reuter Solutions, dem Stadtoberhaupt offiziell das neueste Instrument zur Flüchtlingshilfe. Die „Welcome-to-Dresden-App“ richtet sich gezielt an Asylsuchende, bietet Informationen an und soll ihnen im Alltag in dem noch fremden Deutschland eine Hilfestellung sein.

Stein des Anstoßes für das Projekt war für Viola Klein die wachsende Anzahl der Pegida-Demonstranten im vergangenen Winter. Die App ist ihre Antwort auf die ihr damals immer wieder gestellte Frage, was denn in Dresden los sei. Nach Gesprächen mit Flüchtlingen war ihr klar: „Helfen muss man üben und Hilfe muss man bündeln.“ Unter diesem Motto initiierten die beiden Software-Unternehmerinnen das gemeinnützige Programm. In intensiver Rücksprache mit dem Rathaus, Ausländerbeauftragten, Betreibern von Flüchtlingsheimen und natürlich den Asylbewerbern gelang es, innerhalb von sechs Wochen die erste Windows-Version der App auf die Beine zu stellen. Die Entwicklerkosten von 100.000 Euro trugen die Unternehmen selbst.

Zwei Dresdner IT-Firmen haben eine Welcome-to-Dresden-App für Flüchtlinge entwickelt.

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Den Kern der App bilden die vier großen Bereiche: Anlaufstellen bei Notfällen, Informationen zum Asylsystem, Beratungsangebote und das deutsche Alltagsleben. Dabei passt sich die App automatisch der installierten Sprache auf dem Smartphone an und kann bei Bedarf geändert werden. Alle Inhalte wurden auf ihre Korrektheit geprüft und für die Erklärung des Asylverfahrens wurde eine Rechtsberaterin konsultiert. Alle Adressen und Ansprechpartner sind überdies mit Kartenmaterial und Fotos der Orte verlinkt, um die Orientierung zu erleichtern. Dem Nutzer soll so jede relevante Information verlässlich, verständlich und korrekt vermittelt werden. In den Erstaufnahmeeinrichtungen, bei Vereinen und den Behörden werden dazu Flyer mit den QR-Codes für die jeweilige Windows-, Apple- und Android-Version zur Verfügung stehen.

Die großen Vorteile der App sehen Viola Klein und Peggy Reuter-Heinrich in der Aktualität der Information, den Übersetzungen in die jeweiligen Landessprachen der Flüchtlinge und dem kostenlosen, gemeinnützigen Charakter - es wird weder In-App-Käufe noch Werbeangebote geben. Da sich Smartphones längst auf der ganzen Welt und vor allem bei den Geflüchteten als wichtigstes Kommunikationsmittel etabliert haben, hoffen sie darüber hinaus auf eine weltweite Verbreitung der App. Hierbei steht die Vermittlung des deutschen Asylverfahrens im Vordergrund, aber auch die realitätsnahe Darstellung der Situation in Deutschland, um die falschen Versprechungen der Schleuser und Schlepper zu entkräften.

Pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit sollen alle allgemeinen Informationen als Rahmen und übertragbares Modell für die gesamte Bundesrepublik bereitstehen. Falls die Finanzierung klappt und alle Landkreise ihr Interesse bekunden, soll zum 23. Dezember ganz Sachsen auf lokaler Ebene vertreten sein. Microsoft und die Deutsche Bahn sowie die Vereine Silicon Saxony und Pro Dresden haben bereits ihre Unterstützung bekundet, um 2016 das System auf andere Bundesländer auszuweiten.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert ist den beiden engagierten Frauen dankbar für das Geschenk. Es beweise das soziale Engagement mittelständischer Unternehmen der Stadt und sende eine positive Botschaft aus Dresden. Allen voran helfe es aber, seine Vision von Dresden als Stadt der Willkommenskultur und vorbildlicher Integration voranzutreiben. Dafür will Hilbert in anderen Landkreisen und Städten für die App werben und die Professionalisierung von Behörden und Stadtverwaltung beim Umgang mit Flüchtlingen vorantreiben.

Welcome-to-Dresden-App für IOS

Welcome-to-Dresden-App für Android

Welcome-to-Dresden-App für Windows

Paul Felix Michaelis

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