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Wildwest in Dresden-Prohlis: Vom Balkon mit Schreckschusspistole geballert

Verhandlung am Amtsgericht Wildwest in Dresden-Prohlis: Vom Balkon mit Schreckschusspistole geballert

Kerstin B. gab sich am Mittwoch, abgesehen davon, dass sie zu spät zu ihrer Verhandlung im Amtsgericht kam, erst sehr weinerlich, dann vergesslich und zögerlich und gelegentlich etwas zickig. Die 44-Jährigen soll am 5. September 2014 mit einer mit Stahlkugeln geladenen Schreckschusswaffe vom Balkon ihrer Wohnung am Albert Wolf-Platz in Prohlis geschossen haben.

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Das Verfahren wurde gegen die Leistung von 50 sozialen Arbeitsstunden vorläufig eingestellt.
 

Quelle: Archiv

Dresden.  Kerstin B. gab sich am Mittwoch, abgesehen davon, dass sie zu spät zu ihrer Verhandlung im Amtsgericht kam, erst sehr weinerlich, dann vergesslich und zögerlich und gelegentlich etwas zickig. Die 44-Jährigen soll am 5. September 2014 mit einer mit Stahlkugeln geladenen Schreckschusswaffe vom Balkon ihrer Wohnung am Albert Wolf-Platz in Prohlis geschossen haben. Glücklicherweise wurde niemand getroffen. Die Dame wiegelte gestern zunächst ab und belastete dann ihren Ex-Freund. „Der kam zu Besuch, packte die Waffe aus, ging auf den Balkon und hat damit rumgeballert.“ Offenbar kein Einzelfall. nach ihrer Aussage schießt er selbst in seiner Wohnung. Sie selbst habe nicht geschossen, erklärte sie entschieden. Aus dem „nicht“ wurde dann ein „bisschen“ und am Ende ein „doch“. „Ich habe auf eine Straßenlampe geschossen, weil mich mein Ex gedrängt hat, das zu tun. Getroffen habe ich nicht “ Rene G, ihr Ex-Freund, kann sich an gar nichts erinnern, sein Lieblingssatz: „Weiß ich nicht.“ Offenbar spielte auch Alkohol eine gewisse Rolle. Leute vor dem Haus wollen aber beide nicht bemerkt haben.

Es waren aber welche da. Eine Sozialarbeiterin und ein Grünpfleger, die sich an eine Ecke des Hauses flüchteten. „Ich wollte zu meinem Auto, da knallte es plötzlich. Das klang, wie wenn jemand immer wieder Kieselsteine ganz hart auf eine Metallplatte wirft und dauerte ungefähr 15 Minuten“, erinnerte sich gestern die 36-Jährige. „Ich habe nach oben geschaut und ein schwarzes Rohr über einer Balkonbrüstung gesehen, es sah aus wie eine Waffe.“ Die Schüsse seien aus der zweiten oder dritten Etage des Hauses gekommen und dort seien zwei Personen auf dem Balkon gewesen, erklärten beide Zeugen. Allerdings waren sie sich auch sehr sicher, dass die Schüsse von einem anderen Balkon kamen und nicht von dem der Angeklagten.

Eine schwierige Gemengelage. Haben sich die Zeugen geirrt oder falsche Erinnerungen an den Vorfall? Ist ja schon über zwei Jahre her. Hat zur gleichen Zeit noch jemand geballert? Nach Aussage des Grünpflegers wird da schnell mal auf Tauben geschossen. Und hat die Angeklagte wirklich am 9. September auf die Lampe geschossen oder an einem anderen Tag?.Genau weiß sie es nicht. Der Vorsatz, absichtlich mit der Schreckschusswaffe auf Menschen gezielt zu haben, konnte der 44-Jährigen nicht nachgewiesen werden. Das Verfahren wurde gegen die Leistung von 50 sozialen Arbeitsstunden vorläufig eingestellt. Kerstin B. hat sich von ihrem waffenverliebten Ex getrennt, wohnt woanders und fasst keine Waffe mehr an.

Von Monika Löffler

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