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Wieviel kosten 19 Minuten Naomi Campbell?

Dresdner Semperopernball Wieviel kosten 19 Minuten Naomi Campbell?

Der Semperopernball 2015 beschäftigt weiter die Gerichte. Am Donnerstagmorgen standen sich der Semperopernballverein und die Künstler- und Eventagentur „Admirar Inc.“ erneut vor dem Landgericht gegenüber. Thema: Was kostet ein 19-minütiger Auftritt von Naomi Campbell?

Naomi Campbell 2015 beim Semperopernball.
 

Quelle: dpa

Dresden.  Wann immer es um die Reichen und Schönen dieser Welt geht, geht es auch um viel Geld. So auch beim gerichtlichen Nachspiel des Kurz-Auftritts von Supermodell Naomi Campbell beim Semperopernball 2015. Die Britin ist allerdings weder Klägerin noch Beklagte, über ihren Auftritt feilschen andere: Heiko Günther von der Künstler- und Eventagentur „Admirar Inc.“und der Semper Opernball e.V. Am Donnerstag gab es bereits den zweiten Termin am Dresdner Landgericht. Eine gütliche Einigung im März war gescheitert. Den von Richter Fred Prade angebotenen Vergleich – bei dem der Verein 20.000 Euro an Günther hätte zahlen müssen – hatten beide Parteien abgelehnt. Den einen war es zu viel, den anderen zu wenig So ging die Sache in die nächste Runde.

Rückblick: Der Opernball-Verein hatte, um der Veranstaltung internationales Flair zu verleihen, 2015 bei Günther angefragt, ob er einen Auftritt des Topmodells organisieren könne und für ein mehrstündiges Komplettprogramm – Fahrt vor die Oper, Gang über den roten Teppich, Sitzen in der ersten Reihe, Entgegennahme eines Preises, VIP-Empfang mit Foto der Preisträger – 47.000 Euro geboten. Der Verein und der Agent kannten sich gut, er hatte für den Ball schon andere Promis nach Dresden gebracht. Alles lief immer bestens, diesmal lief gar nichts. Alles blieb vage, ohne schriftlichen Vertrag, ohne konkrete, verbindliche Zusagen. So schloss der Verein kurzfristig noch einen Vertrag mit Model Nadja Auermann.

Dann legte Naomi Campbell auf ihrem Flug von London nach Istanbul doch einen Zwischenstopp in Dresden ein, allerdings hatte da der Ball schon begonnen. Sie kam kurz vor ihrer Auszeichnung über den Hintereingang in die Oper – den Haupteingang konnte sie nicht nutzen, der war zu. Offenbar wusste die Britin gar nicht, was man von ihr erwartete hatte. „Ich erklärte ihr das hinter der Bühne noch schnell“, sagte eine Organisatorin. Trotzdem nahm die Schönheit nur die Ehrung entgegen und verschwand wieder – mit ihrem Preis, aber ohne die 47.000 Euro. Zwischen 17 bis 19 Minuten soll ihr Auftritt gedauert haben. Viel zu kurz, befand der Verein und bot der Promi-Agentur maximal 25.000 Euro an. „Das war höchstens 10.000 Euro wert“ so Opernballdirektor Hans-Joachim Frey. Günther forderte aber 55.000 Euro für Auslagen und Flieger. Der Verein zahlte gar nichts, der Agent klagte. Das Ende einer einstmals guten Zusammenarbeit?

Auch dieses Mal beharrten alle auf ihrem Standpunkt. „Es wurde angefragt und Frau Campbell ist bei dem Ball aufgetreten. Promis sind nun mal teuer“, argumentierten die Anwälte der Agentur. „Es geht hier um keine Leistung, sondern um bloße Anwesenheit. Es geht auch nicht um eine Gage für Frau Campbell, sondern die Kosten für das Flugzeug, die Herr Günther aufwenden musste.“ Der Verein pochte auf das verabredete Gesamtpaket, das nicht geliefert worden sei. „Es war mehr verabredet. Wenn ich eine Sängerin engagiere, die zwar kommt, aber nicht singt, zahle ich auch nicht“, bekundete Frey.

Letztlich ließ sich der Verein doch auf den Vergleich ein und erklärte sich bereit, die 20.000 Euro zu zahlen, um die Sache endlich zu Ende zu bringen. Da Günther nicht anwesend war, müssen die Anwälte erst mit ihm über den Vorschlag sprechen. Sie haben bis zum 3. August Zeit. Lehnen sie den Vergleich ab, fällt Richter Prade am 18. August ein Urteil.

Von ml

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