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Lokales Wiesen statt Wohnungen: Rot-Rot-Grün will Wohnpark „Marina Garden“ in Dresden-Pieschen eindampfen
Dresden Lokales Wiesen statt Wohnungen: Rot-Rot-Grün will Wohnpark „Marina Garden“ in Dresden-Pieschen eindampfen
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17:48 09.09.2015
Neben der Hafencity ist ein weiteres Großprojekt geplant. Die neuen Wünsche des Stadtrates würden die Pläne aber über den Haufen werfen. Quelle: Visualisierung DresdenBau
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Das sieht ein Antrag der Mehrheit im Stadtrat vor. Linke, Grüne, SPD und Piraten wollen, dass die Stadtverwaltung einen entsprechenden Bebauungsplan entwirft. Links-Fraktionsvorsitzender André Schollbach will damit die „Gewinnmaximierungsinteressen einzelner Investoren“ eindämmen, seine Kooperationspartner stellen den Hochwasserschutz und die ökologisch-städtebauliche Entwicklung in den Fokus ihres Vorstoßes.

Der angestrebte Bebauungsplan dürfte vor allem zu Lasten des avisierten Wohnparks „Marina Garden“ der „DresdenBau“ gehen, der dann niedriger und kleiner errichtet werden müsste. Konkret geht es um das Areal zwischen Leipziger Straße, Elberadweg, Puschkinplatz und Verlängerung der Gothaer Straße (Höhe Alter Schlachthof). Dort befinden sich derzeit unter anderem alte Fabrikgebäude und eine Villa, genutzt wird das Gelände beispielsweise vom „Freiraum Elbtal“ und vom Hospizdienst der Malteser. Die „DresdenBau GmbH“ will dort einen 68 Millionen Euro teuren Wohnpark aus vier- bis siebengeschossigen Häusern errichten, die sich bis nahe an die Elbe hinstrecken sollen.

Dies aber würden die Vorgaben des links-links-grünen Antrages weitgehend unmöglich machen: Der sieht vor, das untere Drittel des Areals ganz unbebaut zu lassen. Dort sollen Rasen gepflanzt und Platz für einen möglichen Hochwasserdamm gelassen werden. Weiter oberhalb wollen die Antragsteller – die im Rat eine Mehrheit haben – eine „maßvolle“ Wohnbebauung mit maximal vier Vollgeschossen und einem Dachgeschoss zulassen – orientiert an der Gründerzeit-Bebauung auf der anderen Seite der Leipziger Straße.

„DresdenBau“-Chefin Regine Töberich hat die Stadt bereits auf eine Baugenehmigung verklagt, sie wollte am Dienstag zu dem neuen Vorstoß auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben. Als „höchst ärgerlich“ stufte dafür CDU-Fraktionsvorsitzender Jan Donhauser den Antrag ein. „Er wird dazu führen, dass sich dieses Projekt weiter verzögert“, kritisierte er. „Das ist wieder mal typisch für die Widersprüchlichkeit rot-rot-grüner Politik: Auf der einen Seite beklagen, dass es zu wenig Wohnungen in Dresden gibt, und auf der anderen Seite hier Wohnungsbau verzögern.“

Wenn die Elbe im Flutfall – wie zuletzt beim Hochwasser im Jahr 2013 – um 40 Zentimeter höher steige als prognostiziert, sei es Aufgabe der Stadt, darauf auch planerisch zu reagieren, hält Thomas Löser von den Grünen dagegen. Außerdem sei es wichtig, für soziokulturelle Angebote, wie sie „Freiraum Elbtal“ unterbreite, Orte in der Stadt zu finden – wenn sich ein Kompromiss mit den Grundstückseigentümern erreichen lasse. „Das ist keine Grätsche gegen Frau Töberich“, betonte unterdessen SPD-Fraktions-Chef Peter Lames. „Aber wenn wir dort zu einem vernünftig städtebaulich entwickelten Gebiet kommen, profitieren letztlich alle Seiten davon.“

Heiko Weckbrodt

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