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Lokales Wiederaufbau des Kaiserpalastes in Dresden bleibt nur eine Illusion
Dresden Lokales Wiederaufbau des Kaiserpalastes in Dresden bleibt nur eine Illusion
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08:18 08.10.2017
Der Kaiserpalast gab dem Pirnaischen Platz eine Fassung.  Quelle: Archiv
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Dresden

 Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) hat Forderungen nach einer Neugestaltung des Pirnaischen Platzes und einer Rekonstruktion des Kaiserpalasts eine Absage erteilt. „Eine Planung am Reißbrett, die von einer weißen unbebauten Fläche ausgeht, führt am Pirnaischen Platz nicht weiter“, entgegnete der Baubürgermeister den Vorstellungen der Initiative „StadtbilDD“.

Eine Planung, die in gewachsene Bau- und Eigentumsstrukturen derart stark eingreife, lasse sich nur erfolgversprechend beginnen und in der Stadtgesellschaft diskutieren, wenn alle Grundstückseigentümer ein belastbares Interesse dazu vorbringen würden. „Das ist aber nicht der Fall. Aufgabe von Stadtplanung ist es gerade, mit einer vorhandenen Bebauung kreativ umzugehen, verschiedene Interessen auszuloten und auszugleichen“, erklärte Schmidt-Lamontain.

StadtbilDD wolle das Hochhaus am Pirnaischen Platz abreißen und mache die Rechnung ohne den Wirt: „Wie soll das gehen? Der Eigentümer des Hochhauses will sein Gebäude gar nicht abreißen.“ Die Verwaltung setze sich gegenwärtig mit dem dringend notwendigen Prozess einer Gebäudesanierung des Hochhauses am Pirnaischen Platz auseinander.

Die konzeptionellen Ideen der Initiative könnten nur umgesetzt werden, wenn umfangreiche Strukturveränderungen im Plangebiet vorgenommen würden. „Dazu müssten teilweise die infrastrukturellen Einrichtungen und bisherigen Baustrukturen aufgegeben oder neu errichtet werden. Dies würde die jetzigen Grundstücksstrukturen verändern“, so der Baubürgermeister. Das Stadtplanungsamt nehme die Vorstellungen der Initiative als einen Beitrag in einer Debatte um Stadtplanung in Dresden entgegen.

Der Pirnaische Platz ist eine städtebauliche Katastrophe, findet die Initiative StadtbilDD. Sie fordern eine Rekonstruktion des Kaiserpalastes. Hier finden Sie die ersten Skizzen. 

Die CDU-Stadtratsfraktion hat den Baubürgermeister aufgefordert, unverzüglich Verhandlungen mit dem Eigentümer des Hochhauses am Pirnaischen Platz aufzunehmen. „Ziel muss es sein, eine Reduzierung der Gebäudehöhe zu erreichen“, erklärte Gunter Thiele, baupolitischer Sprecher der CDU. „Das Haus darf nicht noch höher werden. Seit seinem Bestehen hat es sich nie in das städtebauliche Umfeld eingefügt. Es sogar noch zu erhöhen, würde die weltbekannte Dresdner Silhoutte ganz erheblich stören“, so Thiele. Der Investor will zwei verglaste Etagen aufstocken. Gegen diese Pläne haben sich bereits die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden und die Linke-Stadtratsfraktion ausgesprochen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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