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Lokales Wieder Orangenbäume im Dresdner Zwinger
Dresden Lokales Wieder Orangenbäume im Dresdner Zwinger
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15:17 16.05.2017
Nach fast 140 Jahren zieren wieder Orangenbäume den weltberühmten Dresdner Zwinger. Quelle: dpa
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Dresden

710 ließ August der Starke erstmals einige hundert Orangenbäume aus Italien im Zwinger aufstellen. Jetzt – nach 137 Jahren Pause – kehren die Pomeranzen dorthin zurück. 76 übermannshohe Bäumchen in sachsentypisch blau-weiß gestreiften Töpfen sorgen von nun an in der warmen Jahreszeit im Innenhof einer der bekanntesten Sehenwürdigkeiten Dresdens für ein mediterranes Flair. Bis Freitag haben die beiden Orangengärtner aus dem Barockgarten Großsedlitz und Helfer alle Pflanzen von dort nach Dresden gebracht. Das letzte Bäumchen wird am Sonnabend im Rahmen eines festlichen historischen Umzuges aufgestellt.

„Für uns ist das eines der ganz, ganz wichtigen herausragenden Projekte der vergangenen Jahre“, ordnet Christian Striefler, der Chef der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen (SBG) gGmbH die Rückkehr der Orangenbäumchen ein. „Denn viele Dresdner kennen die ursprüngliche Bestimmung des Zwingers gar nicht. Er wurde zunächst als Orangerie geplant und auch als Orangerieparterre genutzt. Die Orangen gehören also in den Zwinger. Wir kehren mit diesem Projekt zu den Wurzeln zurück.“

Striefler hofft, dass sich nicht nur Touristen hier die Finger wundfotografieren, sondern dass auch die Dresdner den Zwinger mit seinem Innenhof wieder mehr als einen besonderen Ort wahrnehmen. Und er kündigte an, dass sich ab 2019 in der Bogengalerie L eine „spannende multimediale Dauerausstellung“ der Zwingerarchitektur im Lauf der Zeit widmet.
„Ganz ehrlich, dass der Zwinger mal eine Orangerie war, wusste ich bis vor einiger Zeit auch nicht“, gibt Evelyn Thiemann, Geschäftsführerin der gleichnamigen Parfümerie, unumwunden zu. Sie erfuhr im Rahmen eines Events ihrer Firma im Schlösserland von dem Projekt und war so begeistert, dass sie eine Baumpatenschaft übernahm.

Mittlerweile haben 50 Orangenbäume einen Paten. Bis zum Ende des Jahres möchte der Freundeskreis Schlösserland e.V. auch für alle anderen Pomeranzen Privatpersonen oder Unternehmen finden, die sich auf diese Weise finanziell engagieren. Denn die Pflege der Orangenbäumchen ist aufwendig und kostenintensiv. Eine Patenschaft, die über fünf Jahre läuft, deckt in dieser Zeit die Kosten in Höhe von 2750 Euro pro Baum ab.

Die Zwinger-Pomeranzen wurden in den vergangenen drei Jahren von den Großsedlitzer Orangengärtnern gehegt und gepflegt. Auch im Zwinger werden die Orangeure dafür sorgen, dass es den Gehölzen an nichts fehlt. Immer im Winter kehren die Pomeranzen nach Großsedlitz zurück. – Bis im Großen Garten eine neue Orangerie gebaut ist. Sie soll „in den nächsten vier, fünf Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Gartenmeisterei im Großen Garten“ entstehen und rund 100 Bäumchen in Kübeln Platz bieten. Das kündigte Frithjof Pitzschel, Bereichsleiter Gärten der SBG gGmbH, an.

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Der Zwinger wird wieder zur Orangerie. Am Dienstag wurden die ersten von insgesamt 81 Orangenbäumen im Dresdner Zwinger aufgestellt.

Er ist auch zuversichtlich, dass das Pomeranzenprojekt im Zwinger ein Erfolg wird und die Dresdner diesmal mit den Bäumen pfleglich umgehen. Denn 1880 musste der Pflanzenbestand im Zwinger auch aufgrund des ungebührlichen Verhaltens der Besucher, die u.a. Äste abbrachen und die Erde zerwühlten aufgelöst werden. Ein letztes Exemplar der Zwinger-Orangen von damals kann man übrigens noch in Pillnitz bewundern. 

Früchte tragen die Pomeranzen im Zwinger derzeit kaum. Das hat damit zu tun, dass die Kronen nach dem Kauf kräftig zurückgeschnitten wurden, damit sie dichter werden und eine schöne Form haben. Pitzschel rechnet damit, dass in den nächsten ein, zwei Jahren die Bäume nach und nach Blüten ansetzen und dann auch Früchte bilden. „Blütezeit ist im März/April, dann wachsen die Früchte, die anderthalb Jahre bis zur Reife brauchen“, weiß der Gartenfachmann.

Catrin Steinbach

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