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Lokales Wie von Roboterhand: Kinderuni befasst sich mit den Prothesen der Zukunft
Dresden Lokales Wie von Roboterhand: Kinderuni befasst sich mit den Prothesen der Zukunft
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09:32 08.11.2018
Psychologie-Professor Bertholt Meyer ist ohne linken Unterarm auf die Welt gekommen. Mittlerweile besitzt er eine futuristische Handprothese. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Cyborgs, Roboter, Superhelden – so etwas gibt es nur in Science-Fiction-Filmen, könnte man meinen. Doch mittlerweile laufen immer mehr Menschen mit Ersatzteilen umher. Sie haben künstliche Beine oder Hände, sogar Augen und Ohren. Ist das nun eine positive Entwicklung? Oder birgt sie auch Risiken? Mit diesen Fragen setzte sich Bertholt Meyer am Dienstag im Rahmen der Kinderuni im Hygienemuseum auseinander. Der Organisations- und Wirtschaftspsychologe ist Professor an der TU Chemnitz – und besitzt selbst eine Roboterhand.

„Als ich geboren wurde, hat sich meine Mutter erstmal erschrocken“, verriet Meyer zu Beginn. Ihm fehlte der linke Unterarm. Eine Laune der Natur, erklärte er den Kindern. Zum Glück kamen mit der Zeit die ersten Prothesen auf den Markt. Meyers erstes Modell glich einer Zange, mittlerweile trägt er eine High-Tech-Maschine als Hand, die um die eigene Achse rotieren und mittels App sogar ferngesteuert werden kann. „Cool“, raunte es durch den Saal, als Meyer die Funktionen präsentierte.

Skurril, aber effizient: Referent Bertholt Meyer präsentierte den Studenten der Kinderuni verschiedene Prothesenaufsätze für Menschen ohne Hände. Quelle: Dietrich Flechtner

Der Psychologe berichtete von Chips, die das Gedächtnis verbessern und von speziellen Brillen, mit denen Blinde wieder sehen können. „Das ist längst keine Zukunftsmusik mehr“, betonte Meyer. Noch seien die meisten dieser Ersatzteile zwar nicht so gut wie die Originale. Es sei aber ziemlich wahrscheinlich, dass sich das in Zukunft ändert.

„Schon heute springt ein Weitspringer mit einem künstlichen Bein weiter als Sportler mit Beinen aus Fleisch und Blut“, erzählte Meyer. „Wir müssen uns fragen, ob das gerecht ist – und ob wir eine solche Zukunft wollen, in der sich diejenigen, die es sich leisten können, mit technischen Ersatzteilen Vorteile verschaffen.“

In seiner Argumentation warf der Referent den Zuhörern nur wenige Fakten und Fachbegriffe an den Kopf, vielmehr bekamen die jungen Studenten Einblicke in das Leben von Bertholt Meyer, des Professors mit der Handprothese. „Wer hätte auch gerne so eine Roboterhand?“ fragte er abschließend in die Runde. Die Mehrheit der Arme schnellte natürlich nach oben.

Nach der Vorlesung stürmten die Kinder nach vorn, um die futuristische Prothese aus nächster Nähe zu betrachten und ein Autogramm des Psychologen zu ergattern. Wann ergibt sich schließlich noch einmal die Gelegenheit, dass eine echte Roboterhand im eigenen Kinderuni-Heft unterschreibt?

Von Junes Semmoudi

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