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Lokales Wie sich Architekturbüros den neuen Dresdner Ferdinandplatz vorstellen
Dresden Lokales Wie sich Architekturbüros den neuen Dresdner Ferdinandplatz vorstellen
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07:45 01.08.2017
Die letzte große Brachfläche in der Innenstadt, auf der heute noch Autos parken, soll neu gestaltet werden. Ein Verwaltungszentrum ist hier geplant.  Quelle: Foto: Jürgen-M. Schulter
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Dresden

 Bekommt der Rathausturm einen Doppelgänger? Die Verwaltung hat fünf Monate lang mit sieben Architekturbüros nach städtebaulichen Ideen für den Ferdinandplatz gesucht und interessante Entwürfe erhalten. Zwei zitieren den Rathausturm auf der gegenüberliegenden Seite: Das Rotterdamer Büro Barcode Architects, das laut einem Expertengremium den geeignetesten Entwurf vorgelegt hat, will einen futuristischen Turm aus Stahl und Glas errichten.

„Wissen die überhaupt, was es kostet, das sauber zu halten“, fragte eine ältere Dame, die sich die Entwürfe im World Trade Center anschaute. Dort sind alle sieben Beiträge bis zum 14. August ausgestellt, ein Blick darauf lohnt sich: Turm Nummer zwei kommt wuchtig, fast monumental daher. Auch sonst zitiert das Büro aus Frankfurt/Main den Baukörper des Neuen Rathauses mit seinen Innenhöfen. Der Turm soll natürlich eine Aussichtsplattform haben, ist aus den Entwürfen zu erahnen, die die Fassadengestaltung nicht erkennen lassen.

Da geht Peter Kulka deutlich tiefer ins Detail. Die für Dresden typischen Lochfassaden sollen es sein, erklärt der Altmeister, der sich ein Denkmal setzen könnte mit dem Ferdinandplatz. Welcher Architekt kann gleich zwei große innerstädtische Flächen gestalten – Kulka ist ja für die Lingnerstadt in Sichtweite verantwortlich. Der Architekt will nicht nur Bauwerke errichten, sondern auch großzügige Innenhöfe, die er Ferdinandhöfe nennt und die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen sollen.

Die Verwaltung hat fünf Monate lang mit sieben Architekturbüros nach städtebaulichen Ideen für den Ferdinandplatz gesucht und interessante Entwürfe erhalten.

Noch mehr Wert auf die Höfe legen die Berliner Architekten Thomas Müller und Ivan Reimann. Den Hof, der durch den baulichen Abschluss des Kartstadt-Kaufhauses entstehen soll, nennen sie „Viktoria-Garten“ in Anlehnung an die „Viktoriastraße“, die über das heutige Parkplatzgelände führt und vor der Bombardierung 1945 bessere Zeiten erlebt hatte. Die Berliner haben sich mit der Geschichte auseinandergesetzt, streben aber in den Baukörpern für das Verwaltungszentrum auch gut belichtete, thematisch sortierte Innenhöfe an, die „Ahornhof“, „Kiefernhof“ und „Eichenhof“ heißen sollen.

Das Ziel aller Architekten besteht darin, einen belebten Stadtraum zu schaffen, das Büro Ipro Consult aus Dresden schreibt von einer Piazza mit Cafés, Galerie und Veranstaltungsräumen. Der neue Ferdinandplatz soll zum wichtigen Bindeglied zwischen den touristischen Anziehungspunkten der Stadt werden, an dem sich die Angebote der Stadt mit Einzelhandel und gastronomischer Vielfalt ergänzen. „Er lädt Anwohner und Flaneure ein und ist ein gut erreichbarer Anlaufpunkt“, schreiben die Architekten.

„Ein blinder Fleck wird wieder zugänglich“, überschreibt das Berliner Büro Ortner & Ortner Baukunst seine Vision. Es gehe um eine Selbstfindung des Stadtkörpers, die weniger romantisch sondern vielmehr pragmatisch Identitäten neu formulieren solle. Das Erdgeschoss solle zum Stadtgeschoss werden mit gut sichtbaren Portalen, die Höfe dagegen Stadtsalons. Die St. Petersburger Straße könne zum grünen Boulevard Richtung Elbe werden.

Grün ist ein gutes Stichwort: Die holländischen Architekten legen Wert auf begrünte Staffelgeschosse, Wärmerückgewinnung, hohe Dämmwerte und energiesparende Beleuchtung. Hat die Betonung des Ökologischen den Ausschlag gegeben für die Entscheidung der Expertenkommission?

Von Thomas Baumann-Hartwig

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