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Dresden Lokales Wie rüstet sich Dresden für einen Blackout?
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16:13 02.03.2019
Im Alltag ist ein stabiler Stromfluss nicht mehr aus dem Leben wegzudenken. Quelle: dpa
Dresden

Es war der größte Blackout seit Jahrzehnten. Zehntausende Menschen hatten vergangene Woche im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick etwa eineinhalb Tage keinen Strom, nachdem ein Bagger dort gleich zwei Hauptleitungen durchtrennt hatte.

Kann auch in Dresden passieren

Der Vorfall beschäftigt auch den Dresdner Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU). Er ist überzeugt, das ein solches „Massenereignis“ auch in Dresden passieren könnte. „Das Problem ist, dass wir für einen größeren Blackout überhaupt keine Erfahrungen haben, anders als etwa für den Hochwasserfall“, sagt er. „Deswegen beobachten wir solche Vorfälle sehr genau.“

Eine unfreiwillige Übung in Sachen Blackout hat die Stadtverwaltung Mitte November vergangenen Jahres erlebt. Bis auf wenige Komponenten war aufgrund einer Störung in den Servern das Computersystem des Rathauses ausgefallen. E-Mails konnten nicht versandt werden.

Selbst Michael Breidung, Leiter des städtischen Eigenbetriebs IT-Dienstleistungen, musste auf handgeschriebene Zettel zurückgreifen. „Die Kommunikation hat sich als sehr schwierig herausgestellt“, sagt Sittel nun.

Wenn ganz Sachsen keinen Strom hat

Das gelte noch viel mehr für einen richtigen Blackout, also einen großflächigen Stromausfall. „Wir müssen uns für Szenarien rüsten, wenn die ganze Stadt, das ganze Bundesland keine Stromversorgung hat und sogar für den Fall, dass das europäische Verbundnetzsystem ausfällt“, sagt Sittel.

Für Verwaltungsarbeiter gilt dann, dass sie unaufgefordert ins Rathaus kommen, sobald sie von der Havarie erfahren. Außerdem übernimmt wie im Hochwasserfall der von Sittel geführte Verwaltungsstab die Koordinierung.

Wie die Stadt informieren?

Aber wie werden die Dresdner informiert, wenn das Internet nicht funktioniert, die Funkmasten streiken oder die Handyakkus nach einigen Stunden leer sind und nicht mehr geladen werden können? Diese Frage treibt Sittel seit den im Herbst gemachten Erfahrungen um.

„Klar haben wir Lösungen, da geht es aber erst einmal um die drängendsten Probleme, etwa die Notstromversorgung in den Krankenhäusern“, sagt Sittel. Und darum, wie für diese Notstromaggregate Treibstoff organisiert wird.

Sollte der Ausfall länger dauern, gibt es bei der Drewag Pläne für den Aufbau einer Inselversorgung über die eigenen Kraftwerke. „Wichtiger ist aber noch, die Trinkwasserversorgung aufrecht zu erhalten“, sagt Sittel.

Von uh

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