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Dresden Lokales Wie es jetzt mit der Königsbrücker Straße weitergeht
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15:28 25.06.2016
Hier vor der Schauburg soll sich laut den Planungen künftig die Haltestelle für die Bahnen befinden, die Richtung Stadtzentrum fahren. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Reinhard Koettnitz kennt das Thema schon fast ein halbes Jahrhundert. „Erste Überlegungen gab es schon 1957“, erklärte der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes gestern auf DNN-Anfrage. Am Donnerstag hat der Stadtrat eine konkrete Sanierungsvariante beschlossen. Die DNN erläutern wie es nun weitergeht.

Einmal mehr steht die Königsbrücker Straße zur Diskussion. Nach der zuletzt beschlossenen Variante 7 favorisiert die Mehrheit des Stadtrates aber eine andere Form. Wir zeigen die Varianten 7, 8.4 und 8.7 im Detail.

Was wurde beschlossen?

Der Stadtrat hat sich für die Sanierungsvariante 8.7 entschieden. SPD, Grüne und Linke haben dafür die Mehrheit gestellt. Die Fraktionen der CDU, FDP/FB und AfD waren für die Variante 7 – die praktisch einen vierspurigen Ausbau dargestellt hätte, mit jeweils einer Fahrspur für Autos und Straßenbahnen in jede Richtung. Die beiden Stadträte der Piraten, die zur Fraktion der Linken gehören, kämpften für die Variante 8.4, bei der sich Autos und Bahnen über den gesamten Abschnitt zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee die Fahrbahn geteilt hätten. Die Initiative scheitert, Piraten-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann enthielt sich daher bei der Schlussabstimmung, sein Parteikollege Norbert Engemaier stimmt der Variante 8.7 letztlich zu.

Wie sieht die Variante 8.7 aus?

Der gesamte Sanierungsbereich zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee ist etwa 1,5 Kilometer lang. Im ersten Teil zwischen Albertplatz und Katharinenstraße haben Straßenbahn und Autos getrennte Fahrstreifen. Die Bahnen fahren auf einem befestigten eigenen Gleiskörper wie er an der Lenné-Straße oder an der Bodenbacher zu finden ist. Die Gleise sind grundsätzlich nicht überfahrbar (Bordstein acht Zentimeter), Rettungsfahrzeuge könnten den Bereich allerdings befahren – er ist auf der Karte links rötlich dargestellt. Die Karten zeigen zudem Haltestellen, Baumstandort, Ampelanlagen und weitere Details, die sich aber noch ändern können. Im mittleren Abschnitt (Katharinenstraße bis Bischofsweg) teilen sich Bahn und Autos jeweils eine Fahrspur in beiden Richtungen. Nördlich des Bischofsweges gibt es wieder einen separaten Gleiskörper, der begrünt werden soll und auch nicht befahrbar ist.

Wie lange hat diese Entscheidung gedauert?

Reinhard Koettnitz erinnert sich an erste konkrete Planungen aus den Siebziger Jahren, als lediglich die Bordsteine etwas nach außen versetzt und eine neue Straßendecke aufgebracht werden sollte. Nach der Wende wurde weiter über die Sanierung diskutiert. Erste ernsthafte Entwürfe kamen Ende der 90er auf den Tisch. Mit den Überlegungen für eine volle Vierstreifigkeit (separates Gleisbett und zwei Autospuren in beide Richtungen) habe sich die Stadt aber beim damaligen Regierungspräsidium eine Abfuhr geholt. Vor zwei Jahren gab es einen Beschluss der damaligen bürgerlichen Mehrheit im Stadtrat, der einen Ausbau nach der Variante 7 vorsah. Rot-Grün-Rot stoppte dies und startete die Suche nach einer besseren Variante, die nun mit 8.7 gefunden sein soll.

Wie geht es jetzt weiter?

Laut Amtsleiter Koettnitz kann die Stadt jetzt die Genehmigungsplanung für das Planfeststellungsverfahren abschließen. Die Planung ist noch detaillierter als jetzt in der Beschlussvorlage für den Stadtrat. Damit wird der Bau bei der Landesdirektion (früher Regierungspräsidium) beantragt. Das könnte Anfang 2017 passieren, erläutert Koettnitz. Die Behörde des Freistaats startet das Planfeststellungsverfahren, in dessen Verlauf alle Betroffenen Stellungnahmen mit Einwänden und Bedenken vorbringen können.

Wie lange dauert es?

Das Planfeststellungsverfahren könne durchaus ein Jahr dauern – bei der Waldschlösschenbrücke waren es fast zwei, bei einem Abschnitt der Leipziger Straße auch mal nur sechs Monate. Nach dem Planfeststellungsbeschluss der Landesdirektion muss abgewartet werden, ob es Klagen gibt. Parallel dazu kann die Stadt aber die Ausschreibung der Aufträge vorbereiten. Da es sich um ein Bauvolumen von schätzungsweise 30 Millionen Euro handelt, muss europaweit ausgeschrieben werden. Der Amtsleiter hält es für möglich, dass die Zuschläge bis Anfang 2019 erteilt werden können und dann der Bau beginnt. Koettnitz erinnerte daran, dass den Händlern einmal in Aussicht gestellt worden war, im Januar mit dem Bau zu beginnen, damit das Weihnachtsgeschäft nicht beeinträchtigt wird.

Von Ingolf Pleil

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