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Lokales Wie eine Hochzeit vor 300 Jahren Touristen nach Dresden locken soll
Dresden Lokales Wie eine Hochzeit vor 300 Jahren Touristen nach Dresden locken soll
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22:55 09.04.2019
Die Dresdner Schlössernacht ist Teil des Festprogramms in diesem Jahr. Quelle: Steffen Manig
Dresden

Sächsische Genuss- und Lebensfreude – damit will die Dresden Marketing GmbH (DMG) in diesem Jahr Besucher aus Deutschland und aller Welt nach Dresden und in das Elbtal locken. „Dresden Elbland. 1719 reloaded“ heißt das Motto der diesjährigen Kampagne, wie DMG-Geschäftsführer Jürgen Amann am Dienstag im Verkehrsmuseum bekanntgab.

Das Motto nimmt Bezug auf die Jahrhunderthochzeit im Jahr 1719: Am 20. August ehelichte Friedrich August, Sohn von August dem Starken, in Wien die Habsburgerin Maria Josepha. Dann reiste das frischvermählte Paar nach Pirna, es folgte ein bis dahin nie dagewesenes Hochzeitsfest. Der Papa ließ sich nicht lumpen und veranstaltete eine vierwöchige Party mit zahlreichen Einzelfestivitäten, die die DMG in diesem Jahr wieder aufleben lassen will.

Megafest soll Elbland vermarkten

Etwa das Saturnfest im Plauenschen Grund oder das Venusfest im Großen Garten, bei denen es vor 300 Jahren hoch herging. Das Megafest bietet aber auch die Möglichkeit, das gesamte Elbland zu vermarkten: Weil die jungen Eheleute auf ihrem Weg nach Dresden in Pirna landeten. „In Pirna hat alles begonnen“, erklärte Christian Schmidt-Doll, Geschäftsführer der Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna.

In Pirna startet dieses Jahr am 25. August das Lustgondeln. Das Hochzeitspaar wird mit seinem Hofstaat in Gondeln steigen und sich auf die Fahrt nach Dresden begeben, flankiert von einem kostümierten Bürgerspalier, begleitet von einem Fest. Das in Pillnitz und Dresden seine Fortsetzung finden soll.

„Reisen hat damals richtig weh getan“

Die DMG hat sich für ihre Jahreskampagne Partner wie das Verkehrsmuseum gesucht, das sich mit einer Sonderausstellung dem Thema Verkehr im Barock widmet, wie Museumsdirektor Joachim Breuninger ankündigte. „Reisen hat damals richtig weh getan“, weiß er, die Eheleute haben für die 450 Kilometer von Wien nach Dresden sieben Tage Fahrzeit benötigt. Und drei Tage Erholung in Prag.

Eine Prachtkarosse mit computeranimierten Pferden im Lichthof des Museums wird das Herzstück der Ausstellung bilden, so Breuninger. Das originale Gefährt, mit dem Friedrich August und Maria Josepha in Dresden Einzug hielten, ist zwar nicht mehr erhalten, dafür aber ein gut erhaltenes ähnliches.

Heiraten, wo sonst nie geheiratet werden darf

Das Jahresmotto bietet nicht nur die Möglichkeit, die sächsische Lebensfreude als Reiseanlass zu vermarkten, sondern auch das Thema Heiraten vor barocker Kulisse. Ein junges Paar erhält dabei die Möglichkeit, sich dort das Ja-Wort zu geben, wo sonst nie geheiratet werden darf: Am 8. Oktober im Dresdner Schloss. Bis zum 30. Juni können sich Hochzeitspaare bei der DMG bewerben. „Wir bieten einen Rahmen, den es für Geld nicht zu kaufen gibt“, so Amann.

Dafür hat die DMG Werbeflächen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern gekauft und wirbt bald mit Plakaten für das Jubiläumsjahr der Jahrhunderthochzeit, wie der Geschäftsführer ankündigte. „Party non stop“ ist der Untertitel des Jahresmottos.

Aus dem Programm

18. Mai: Fest zum Einzug der Orangen in den Zwinger

19. Mai: Bergmännisches Fest „300 Jahre Saturnfest im Plauenschen Grund“ auf Schloss Burgk Freital

13. Juli: Dresdner Schlössernacht auf den Elbschlössern

25. August: Lustgondeln wie 1719 von Pirna über Pillnitz nach Dresden

30. August: Eröffnung der Sonderausstellung zum Verkehr in der Barockzeit im Verkehrsmuseum

6. September: „Eine delikate Lustbarkeit“ – das Venusfest im Großen Garten mit einer Fest- und Kleinkunstmeile rund um das Palais und den Palaisteich

Von Thomas Baumann-Hartwig

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