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Lokales Wie eine Beamtin aus dem höheren Dienst mit Fahrkartenkontrolleuren in Konflikt geriet
Dresden Lokales Wie eine Beamtin aus dem höheren Dienst mit Fahrkartenkontrolleuren in Konflikt geriet
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19:15 13.03.2018
Quelle: dpa

„Ja, ich erkenne sie wieder, das ist ja schließlich nicht alltäglich in diesem Alter. Sie wollte flüchten und hat furchbar rumgeschrien“, sagte am Dienstag Simone T. im Amtsgericht Dresden. Die Frau ist Fahrkartenkontrolleurin und in ihrem Job einiges gewohnt, aber das, was da am Morgen des 19. August 2016 passierte, hat bei ihr wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die 56-Jährige hatte gemeinsam mit ihrem Kollegen in der Linie 13 Tickets kontrolliert und war auf die Angeklagte gestoßen, die eine Kurzzeitkarte hatte, aber damit schon zu lange unterwegs war. „Ich fragte nach ihrem Ausweis, sie hatte keinen und gab dann falsche Daten an“ erinnerte sich Simone T. Am Straßburger Platz stieg das Trio aus und dann eskalierte die Situation.

Laut Anklage soll die Angeklagte den Kontrolleur bespuckt, in zweimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihn als „impotentes Schwein“ bezeichnet haben. Solche Ausbrüche sind nicht nett, kommen aber leider gelegentlich vor. Nur ist die Angeklagte keine erlebnisorientierte Jugendliche, sondern 53 Jahre und Oberregierungsrätin. Aus dem „höheren Dienst“ erwartet man solches Benehmen eigentlich nicht. Ladylike ist etwas anderes.

Sie schilderte die Sache völlig anders. Sie habe nur vier Stationen fahren wollen und ihr Ticket schon in ihre Tasche geworfen, da sie an der nächsten Haltestelle aussteigen wollte. „Dann kamen die Kontrolleure und ich habe lange nach der Fahrkarte gesucht und musste mit ihnen weiterfahren, deshalb war die Fahrzeit überschritten“, erzählte sie.

Am Straßburger Platz habe sie der Kontrolleur dann gegen ein Gitter gedrückt und ihren Arm nach hinten gedreht. „Ich hatte zuvor einen Schlüsselbeinbruch und das tat wahnsinnig weh.“ Es sei möglich, dass sie ihn gekratzt habe, geschlagen und angespuckt habe sie ihn nicht, erklärte die 53-Jährige. „Ich hatte Schmerzen und habe mich ungerecht behandelt gefühlt. Deshalb habe ich auch falsche Angaben gemacht. Der Unterschied zwischen einer Kurz- und einer Langzeitfahrt ist doch nicht so erheblich.“ Das sehen die DVB sicher anders.

Außerdem stimmt ihre Angabe zur Kontrollstation nicht mit denen der Kontrolleurin überein. Die hatte gesagt, sie hätte am Benno-Gymnasium die Fahrkarte verlangt, die Angeklagte wollte eigentlich schon am Luxemburg-Platz aussteigen – da liegen einige Haltestellen dazwischen. Es gibt noch einigen Klärungsbedarf. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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