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Lokales Wie das Dresdner Liniennetz in Zukunft aussehen könnte
Dresden Lokales Wie das Dresdner Liniennetz in Zukunft aussehen könnte
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14:02 11.03.2018
Noch fährt die Linie 4 nach Radebeul und weiter nach Weinböhla. Künftig könnte sie auch in Kaditz enden – eine derzeit noch interne Überlegung bei den DVB.  Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

 „In Dresden ist Leben in der Bude, die Stadt wächst, es gibt permanent Veränderungen“, sagt Andreas Hoppe. Er leitet die Verkehrsplanung bei den Dresdner Verkehrsbetrieben – das ist der Teil der DVB-Verwaltung, der dafür sorgen soll, dass das Strecken- und Liniennetz im gleichen Tempo mit der Stadt mitwächst. „Wir haben viel zu tun“, sagt Hoppe daher. Mehr als 60 Projekte hat er derzeit auf dem Tisch, wenigstens zwei von ihnen sollen als Änderungen im Liniennetz noch in diesem Jahr spürbar werden. Das meiste ist jedoch etwas weiter in die Zukunft gedacht.

So ist das zum Beispiel bei den neuen Linien und Streckenverläufen, die sich mit dem Begriff „Stadtbahn 2020“ verknüpfen. Gemeint sind die Campuslinie, deren Ausbau derzeit auf der Oskarstraße gehörig ins Stocken geraten ist, und die Diskussion um die neue Linie 5, die Plauen mit Johannstadt verbinden soll. Obwohl Erstgenannte für Hoppe schon erledigt ist. „Wir haben alle Stadtratsbeschlüsse dafür, damit ist unsere Arbeit erledigt“, sagt er über die Campuslinie. Bei der „5“ sieht das freilich noch anders aus. Da ist noch viel Planungsarbeit und viel Diskussion mit Stadtpolitik, Wirtschaft und Bevölkerung nötig – laut Hoppe 90 Prozent seiner Arbeit.

Der Rest erschöpft sich bei Weiten nicht damit, neue Linien für Busse und Bahnen zu ersinnen. Vor allem das bestehende Netz wird ständig unter die Lupe genommen. Etwa die Linie 7, die mit 52 000 Fahrgästen pro Werktag die Linie mit dem höchsten Aufkommen ist. „Intensiv“ will man bei den DVB in diesem Jahr diskutieren, ob sich ihr Takt auf 7,5 Minuten oder gar fünf Minuten verringern lässt. Mehrkosten für zusätzliche Fahrer und Straßenbahnen werden dabei abgewogen. Genauso, wie sich ein dichterer Takt auf Strecken auswirkt, die sich die 7 mit anderen Linien teilt.

Ähnliche Überlegungen gibt es zu weiteren Linien, etwa der 6, der 10 oder der 4. Auch bei ihnen wird intern geprüft, ob sich am Betrieb etwas geändert werden muss oder kann. Dabei stehen auch weitreichende Änderungen im Raum, etwa bei der Linie 4. Die hat das Problem, dass sie im Dresdner Osten sehr gut ausgelastet ist, was sich mit Inbetriebnahme des neuen Schulcampusses im früheren Straßenbahnhof Tolkewitz sicher nicht ändern wird. Auf dem Linienast in Richtung Weinböhla verzeichnet die „4“ dagegen weniger Fahrgäste. Für die Verkehrsbetriebe ist das durchaus ein Problem, weil ein Teil der Strecke den Einsatz von 45 Meter langen Niederflurwagen rechtfertigt, der andere nicht.

Derzeit werden zwei Lösungsmöglichkeiten diskutiert. So könnte man den Verlauf der „4“ ändern, etwa in dem sie wie derzeit die „9“ in Kaditz enden lässt. Dafür könnten Bahnen der Linien 9 künftig von Prohlis kommend nach Weinböhla fahren – kapazitätsmäßig würde das passen. „Das müssen wir aber noch mit allen Partnern diskutieren“, sagt Chefplaner Hoppe. Entschieden ist noch längst nichts. Zumal auch der Alternativvorschlag Vorzüge hat. Demnach könnte die „4“ zwischen Laubegast und dem Zentrum im dichteren Takt fahren, etwa bis zum Pirnaischen Platz oder der Antonstraße. Dann könnten auf der ganzen Linie auch weiter die 30 Meter langen Bahnen eingesetzt werden. Was bei diesen Diskussionen noch beachtet werden muss: An der Gehestraße geht zum Schuljahr 2019/20 der nächste Großcampus an der Linie 4 in Betrieb, wie jede Wirtschaftsansiedlung und jeder Hausbau muss das in den Berechnungen von Hoppes Prognoselabor eine Rolle spielen.

Was steht doch noch auf dem Zettel? Es gibt Überlegungen zu neuen Buslinien, etwa der 65, die von der Augsburger Straße über Tittmannstraße, Fetscherplatz und Waldschlößchenbrücke zur Stauffenbergallee führen soll. „Dafür müsste aber noch auf Augsburger Straße, Tittmannstraße und Stauffenbergallee die Straße in Ordnung gebracht werden“, sagt Hoppe über die Linie, die laut Prognose 5000 Fahrgäste zusätzlich bringen könnte. 5000 wären es bei der 67, die vom Elbepark über Cotta und Naußlitz nach Zschertnitz fahren könnte. „Ziel ist immer eine bessere Abdeckung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr, sagt Hoppe.

Mit 300 mehr Fahrgästen nimmt sich dagegen die Änderung aus, die Hoppe bis Jahresfrist verwirklicht sehen will: Die Kombination der Linie 88 mit der Linie 353 des Regionalverkehrs Dresden (RVD), die aus Richtung Bannewitz kommt. Beide Linien enden derzeit in Prohlis, der Plan ist, dass mal die 88 als 353 weiterfährt, mal die 353 als 88. Mehraufwand: „Null Euro“, wie Hoppe sagt.

Die andere Neuerung kostet dagegen, dürfte aber vor allem Nachtschwärmer freuen: Freitags und sonnabends sollen der Nachtverkehr auf einen 30-Minuten-Takt umgestellt werden. Wenn alle Seiten dem zustimmen, was derzeit noch Idee ist.

Von Uwe Hofmann

Liebe Leser, im letzten Absatz hatte sich leider ein Fehler eingeschlichen. Natürlich planen die DVB keinen 30-Stunden-Takt. Der Nachtverkehr soll natürlich alle 30 Minuten rollen!

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