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Lokales Wie Dresden weiter wachsen soll
Dresden Lokales Wie Dresden weiter wachsen soll
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07:30 27.06.2018
Das S-Bahn-Netz soll erweitert werden. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Bildung in Brennpunktgebieten, interkommunale Zusammenarbeit, Zuzug von Fachkräften und Hochtechnologien – mit diesen Schwerpunkten will Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) den wirtschaftlichen Aufschwung in Dresden fortschreiben. Beim Immobilien-Dialog Dresden von Heuer Dialog skizzierte Hilbert die Grundzüge seiner Wirtschaftspolitik.

Dresden sei geprägt von einem sehr starken Wachstum aus dem Bestand der Unternehmen und von Großansiedlungen. Auch wenn sich die Ansiedlung von Philipp Morris möglicherweise verzögere, es sei nur eine Frage der Zeit, bis die neue Fabrik im Dresdner Norden stehe, so Hilbert. Er gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren konstant 7000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstehen würden.

S-Bahn-Netz nach Riesa und Kamenz erweitern

7000 Arbeitsplätze pro Jahr würde heißen, dass 10 000 Menschen in die Region ziehen. Den Begriff „Region“ betonte Hilbert ausdrücklich. „Ich will sie gar nicht alle in Dresden ansiedeln, ich strebe eine enge Kooperation mit dem Umland an.“ Voraussetzung sei einer sehr gute Verkehrsinfrastruktur, bei der es nicht nur darum gehe, das S-Bahn-Netz zu erhalten. „Wir wollen es stark erweitern und die Verbindungen nach Riesa, Großenhain, Kamenz, Königsbrück, Bischofswerda zu S-Bahn-Linien ausbauen“, kündigte Hilbert an.

Perspektive als Facharbeiter statt Sozialbiographie

Die Region stehe nicht in Konkurrenz zu Dresden, sondern sei ein Partner. Er begrüße das geplante interkommunale Gewerbegebiet an der Grenze von Heidenau, Pirna und Dohna. Dresden könne große zusammenhängende Flächen kaum noch anbieten. „Uns fehlen immer mehr die Möglichkeiten für richtig große Ansiedlungen. Deshalb brauchen wir das Umland.“

Der Zuzug von jungen Menschen aus dem Umland werde sich nicht endlos fortsetzen. Dresden sei auf qualifizierten Zuzug aus dem Ausland angewiesen. „Nur so können wir unseren Wohlstand halten. Wir müssen uns engagiert um Fachkräfte aus dem Ausland bemühen“, erklärte der OB.

Die Stadt könne es sich auch nicht leisten, dass eine hohe Zahl von Schülern die Schule ohne Abschluss verlassen. „Wir müssen verhindern, dass junge Menschen eine Sozialbiografie aufbauen, wir wollen ihnen eine Perspektive als qualifizierte Facharbeiter geben“, kündigte Hilbert den Einsatz von städtischen Mitteln für die Bildung an. Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) habe eine kommunale Bildungsstrategie erarbeitet. „Wir werden in die Kindertagesstätten und Grundschulen hineingehen und den Betreuungsschlüssel deutlich erhöhen“, so Hilbert.

Auf Kitas und Horte habe die Stadt Zugriff, bei den Schulen sei sie mit dem Freistaat im Gespräch. 14 Kindertagesstätten und vier Grundschulen in Brennpunktgebieten sollen als erste von der Bildungsoffensive profitieren, zu der auch der Einsatz von Muttersprachlern an den Schulen gehöre, die einen hohen Anteil an Migrantenkindern unterrichten. Es gehe darum, musische und sportliche Bildung zu intensivieren, um fördern und fordern, erklärte der OB. Und das so früh wie möglich, um zu sehr guten Ergebnissen kommen zu können. Sieben Millionen Euro pro Jahr aus Mitteln der Stadt sollen dafür fließen.

Der wichtigste Standort für Elektronik in Europa

Die Wachstumsdynamik der Wirtschaft werde davon bestimmt, dass Dresden alles biete, was den Markt bestimme: Autos seien heute fahrende Computer, erklärte der OB, die Stadt stehe mir ihren Konzepten zur E-Mobilität und zum vernetzten sowie autonomen Fahren an der Spitze. „Wir sind der wichtigste Elektronik-Standort in Europa und einer der wichtigsten Elektronik-Standorte weltweit.“ Die Vertreter fast aller wichtigen DAX-Unternehmen kämen regelmäßig zu Gesprächen nach Dresden, die Stadt strebe Kooperationsvereinbarungen an. „Wir wollen an der Spitze stehen“, formulierte Hilbert seinen Anspruch. Dazu gehöre auch, dass die Technische Universität weiter zu den Spitzenuniversitäten Deutschlands gehöre.

Es lohne sich, in Dresden zu investieren, erklärte Hilbert den Vertretern der Immobilienwirtschaft und erinnerte an Zeiten, als er als Wirtschaftsbürgermeister auf Immobilienmessen Grundstücke wie Sauerbier angeboten habe. „Da ist es viel komfortabler, wenn die Projektentwickler Schlange stehen.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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