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Lokales Werbeexperte Olaf Schumann erklärt den Erfolg von Oberbürgermeister Dirk Hilbert
Dresden Lokales Werbeexperte Olaf Schumann erklärt den Erfolg von Oberbürgermeister Dirk Hilbert
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18:18 04.09.2018
Olaf Schumann Quelle: Guido Werner
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Dresden

54 Prozent der Dresdner sind mit der Arbeit ihres Oberbürgermeisters Dirk Hilbert (FDP) zufrieden. Damit landet Hilbert auf Platz vier der beliebtesten Stadtoberhäupter Deutschlands. Das hat eine Forsa-Umfrage ergeben. Was ist das Erfolgsgeheimnis von Dirk Hilbert? Die DNN befragten einen, der es wissen muss: Olaf Schumann war Werbeexperte und Mitgründer der Agentur Scholz & Friends Dresden. Heute leitet er die Schmidt & Schumann Gesellschaft für Kommunikation in Dresden.

Frage: Oberbürgermeister Dirk Hilbert ist kein begnadeter Redner und wirkt auch nicht wie ein Visionär. Wieso ist er trotzdem so beliebt?

Olaf Schumann: Das verwundert mich nicht. Unsere Stadt ist sehr gespalten. Das belastet die Leute. Deshalb sehnen sie sich nach einer Identifikationsfigur. Dirk Hilbert ist zwar FDP-Mitglied, macht aber keine klassische FDP-Politik. Das kommt gut an. Die Leute gehen davon aus, dass es ihm um die Sache geht. Der OB kommt aus Dresden und suggeriert: „Er ist einer von uns.“ Das spielt in einer Stadt, in der gefühlt 95 Prozent der Elite zugewandert ist, schon eine Rolle. Und dann ist er so ein Teddybär, den man gerne knuddeln möchte. Ich finde es gut, dass die zerstrittenen Dresdner jemanden an der Spitze haben, mit dem sie sich identifizieren können. Es müssen nicht immer die großen charismatischen Persönlichkeiten sein.

Bei Umfragen kreuzen die meisten Dresdner das Merkmal bodenständig als zutreffend für Hilbert an. Wollen die Dresdner ein bodenständiges Stadtoberhaupt?

Die Frage ist wichtig, weil es um die eigene Scholle geht. Kennt sich jemand gut aus, passt er hierher? Das kann eine Personenwahl entscheiden.

Hat Dirk Hilbert einen Job auf Lebenszeit, wenn er so weitermacht?

Wenn er sich treu bleibt und authentisch bleibt, sehe ich gute Möglichkeiten für ihn. Mir persönlich gefällt es, dass er die Stimme erhebt, wenn es um Pegida oder eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen geht. Er zeigt, dass er eine klare Vorstellung vom Gemeinwesen hat und sich nicht nur nach Umfragen richtet. Es ist auch gut, wie Dirk Hilbert Berufliches und Privates trennt. Er verschweigt es nicht, dass er mit einer Koreanerin verheiratet ist. Er stellt es aber auch nicht in den Mittelpunkt. Eigentlich macht er vieles richtig.

Kann der OB auch etwas falsch machen?

Das geht immer. Sein größter Fehler wäre es, wenn er von seinem geradlinigen Kurs abweichen und nur noch seinen Beratern folgen würde.

Dirk Hilbert ist als Wirtschaftsbürgermeister bekannt geworden. Ist Wirtschaft ein Thema, das die Herzen der Bürger erwärmen kann?

Er gilt als wirtschaftsnah, das ist kein Nachteil für die Stadt. Er hat sich aber vor allem einen Namen als Stellvertreter von Helma Orosz gemacht und die Oberbürgermeisterin mit Respekt und Augenmaß vertreten, als sie schwer erkrankt war. Das war die beste Werbung für ihn.

Wenn jetzt Wahlkampf wäre: Wie würde Ihre Kampagne für Dirk Hilbert aussehen?

Ich würde ihn so authentisch wie möglich darstellen und ihn in seiner Amtstätigkeit begleiten. Bei seinen Reden werden die Leute nicht auf die Tische springen. Aber wenn er auf dem Striezelmarkt Stollen verkostet, nimmt man ihm das einfach ab. Er ist gelassen, aber nie gleichgültig. Das ist es, was in einer angestrengten Stadt gebraucht wird.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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