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Lokales Wenn der Schulleiter die Sekretärin vertritt
Dresden Lokales Wenn der Schulleiter die Sekretärin vertritt
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15:05 04.04.2018
Jürgen Karras, Leiter des Gymnasiums Cotta, musste manchmal eine Sekretärin vertreten. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Der Schritt ist höchst ungewöhnlich: Jürgen Karras, Schulleiter des Gymnasiums Cotta, hat sich mit einer Petition an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) gewandt. Es geht um die Arbeitsfähigkeit der Schulsekretariate. Der Schulträger Landeshauptstadt Dresden soll seiner Pflichtaufgabe in vollem Umfang und zu jeder Zeit mit hoher Qualität nachkommen, fordert der Schulleiter in der Petition, die binnen vier Wochen 1656 Unterstützer fand, darunter viele Dresdner Schulleiterinnen und Schulleiter.

In der jüngsten Sitzung des Petitionsausschusses erhielt Karras Rederecht und umriss die Probleme. So sei die Personalbemessungsrichtlinie für Grundschulen eine Katastrophe, erklärte der Schulleiter. Erst ab 400 Schülern ist eine Vollzeitstelle vorgesehen, darunter gibt es nur eine halbe Kraft. „Dann arbeitet die Sekretärin von 8 bis 12 Uhr. Aber da ist der Unterricht noch gar nicht zu Ende.“

Er bezweifle, das es im Schulverwaltungsamt ein langfristiges Personalkonzept gebe. Als an seiner Schule eine Sekretärin „überraschend“ in Rente gegangen sei, so Karras, habe es Monate bis zu einer Neubesetzung gedauert. „Natürlich dauert es von der Ausschreibung bis zur Besetzung. Aber man kann doch frühzeitig vor dem Renteneintritt der Kollegin ausschreiben, wenn man den Überblick hat“, findet der Schulleiter. Mehrmonatige Vakanzen würden dazu führen, dass Schulleiter oder ihre Vertreter stundenweise Telefondienst übernehmen müssten, wie auch in Cotta schon geschehen.

Ein weiteres Problem sei die hohe Fluktuation in den Schulsekretariaten. So habe es in der 35. Oberschule in Löbtau innerhalb von fünf Monaten sechs Sekretärinnen gegeben. Eine Ursache sei die Bezahlung der Sekretärinnen in den Schulen: „Sobald eine höher dotierte Stelle ein der Stadtverwaltung ausgeschrieben wird, sind die Kolleginnen weg.“ Man müsse prüfen, wie alle Möglichkeiten des Tarifvertrags ausgeschöpft werden könnten, findet Karras.

Schließlich würden die Schulleitungen gerne ein Wörtchen bei der Personalauswahl mitsprechen. „Im Moment sind wir am Verfahren nicht beteiligt und wissen nicht, wen wir bekommen“, erklärte der Leiter des Gymnasiums Cotta.

Stadträtin Anja Apel (Die Linke) stellte eine „gewisse Diskrepanz“ zwischen den Aussagen des Schulleiters und den Stellungnahmen des Schulverwaltungsamtes zu der Problematik fest. Deshalb beschloss der Ausschuss einstimmig eine Anhörung, zu der Vertreter des Amtes und der Dresdner Schulen geladen werden.

Karras hat am 23. April einen Termin beim Oberbürgermeister, wo er die in seiner Petition angesprochenen Probleme erläutern wird.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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