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Lokales Wenn der Postmann gar nicht klingelt – Zusteller warf Tausende Briefe einfach weg
Dresden Lokales Wenn der Postmann gar nicht klingelt – Zusteller warf Tausende Briefe einfach weg
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14:06 05.12.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden/Heidenau

„Ich wollte niemanden schaden, aber ich stand so unter Druck. Ich habe damals nicht daran gedacht, dass die Briefe für die Leute wichtig sind“, versuchte Paul G. im Dresdner Amtsgericht seine Taten zu erklären. Der 21-Jährige musste sich wegen Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses vor dem Amtsrichter verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, Postsendungen nicht ausgeliefert, sondern an öffentlichen Plätzen entsorgt zu haben. Passanten hatten die „herrenlosen“ Briefe entdeckt.

Mit der neuen Tour kamen die Probleme

Der junge Mann finanzierte als Postzusteller im Raum Heidenau/Dohna sein Studium. Das lief zunächst auch gut, bis er eine neue Tour bekam, mit der er nicht zurecht kam. „Ich schaffte es einfach nicht, aber ich wollte mir auch nicht eingestehen, dass ich wohl einfach zu blöd dafür war.“

Er war schlicht und ergreifend überfordert. Doch statt sich sein Problem einzugestehen, entsorgte er es. Er warf Brief- und Postsendungen einfach weg – und zwar kistenweise. Viele Leute in der Gegend haben da umsonst auf ihre Post gewartet.

Job weg, saftige Strafe obendrauf

Am 23. März dieses Jahres deponierte Paul G. insgesamt 318 Briefe und 128 Werbesendungen an einer Straße in Heidenau. Einen Tag später landeten fünf Kisten mit 190 Postsendungen und 334 Zeitungen in einem Waldstück. Am 4. April stellte er wieder fünf Postkisten mit 650 Brief- und Warensendungen in Graupa ab. Am nächsten Tag wurden 60 Postsendungen in seinem Auto gefunden.

„Ich habe die Briefe in mein Auto gepackt, um sie dann zu entsorgen. Ich habe nie Sendungen geöffnet, um mich zu bereichern, ich wollte einfach nur meinen Job behalten.“ Den war er, als die Sache aufflog, allerdings los – ihm wurde fristlos gekündigt.

Daneben kommt jetzt noch eine saftige Strafe auf ihn zu. Paul G. wurde zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 20 Euro verurteilt. „Wir alle, die ganze Gesellschaft ist auf die Postzustellung angewiesen, da können Sie nicht so damit umgehen und alles einfach irgendwo abwerfen“, gab ihm der Richter mit auf den Weg.

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Von Monika Löffler

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