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Lokales Wenn das Herz plötzlich aussetzt
Dresden Lokales Wenn das Herz plötzlich aussetzt
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07:31 05.04.2018
Gerd Nickl mit seiner Frau Sabine. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

„Schreiben Sie unbedingt, wie dankbar ich den Ärzten und dem Pflegepersonal in der Notaufnahme des Uniklinikums und des Herzzentrums, die sich um mich gekümmert haben, bin“, sagt Gerd Nickl. Das ist ihm unglaublich wichtig. Denn ohne sie könne er jetzt wahrscheinlich nicht so lebensfroh in die Zukunft sehen, die Zeit mit seiner Frau genießen und als Hobbywinzer dem Weinanbau frönen. Denn jahrelang machte dem 77-Jährigen das Herz zu schaffen. Nur dass er nicht wusste, dass es das Herz ist.

Gerd Nickl wurde immer mal wieder „blümerant“, wie er es selbst beschreibt. Meist übergab er sich. Dann verlor er das Bewusstsein. Nach einigen Sekunden wachte er „total durchgeschwitzt und sehr geschwächt“ wieder auf.

„Das erste Mal bin ich vor zwei, drei Jahren beim Wandern in der Sächsischen Schweiz für einen kurzen Augenblick zusammengesackt“, erinnert sich Gerd Nickl. Er und seine Frau Sabine vermuteten einen Schwächeanfall, dachten sich nichts dabei.

Dann wurde der Diplomchemiker im Februar 2016 bei einem kleinen, privat organisierten Straßenfest in Hosterwitz plötzlich bewusstlos. „Zum Glück waren dort zufällig auch zwei Ärztinnen, die ihn wiederbelebten“, erzählt Sabine Nickl. Zwischenzeitlich klappte Gerd Nickl zu Hause immer mal wieder weg.

Die Ursache blieb lange Zeit im Dunkeln. Denn Elektrokardiogramm beim Hausarzt, regelmäßiges Blutdruckmessen oder auch eine Langzeit-Blutdruckmessung brachten kein Ergebnis. Gerd Nickl schien gesund.

Doch als er auf dem Nachhauseweg von einer stationären Augenoperation an der Haltestelle wieder für Sekunden zusammenbrach, suchte er sich Hilfe im Herzzentrum Dresden.

Auch dort konnten die Ärzte Gerd Nickl zunächst nicht wirklich helfen. Sie implantierten ihm aber im Mai 2017 einen Ereignisrekorder. Im September wurde dieser erstmals ausgelesen. – Ohne Ergebnis. „Es gab keine Auffälligkeiten“, weiß Gerd Nickl.

Dann brach er bei seiner Goldenen Hochzeit am 18. November 2017 zusammen. „Wir wollten in der Elbterrasse Wachwitz feiern und empfingen gerade unsere Gäste. Da setzte sich mein Mann plötzlich hin, sein Kopf sank zur Seite. Er zeigte keinerlei Reaktion mehr“, schildert Gerd Nickls Frau Sabine die Situation.

20 Sekunden dauerte bei Gerd Nickl diesmal dieser Zustand an, wie die Ärzte später feststellen werden. Für Angehörige eine Ewigkeit. Für den Betroffenen lebensbedrohlich.

Als der alarmierte Rettungsdienst eintraf, war der heute 77-Jährige „begleitet von willkürlichen Bewegungen seiner Arme und Beine“ wieder zu Bewusstsein gekommen. Sabine Nickl bestand darauf, dass ihr Mann diesmal mit ins Krankenhaus fährt. Die Angst war groß. Sie wollte nicht zulassen, dass er sich „davonmogelt nach so einer langen glücklichen Ehe“.

Gerd Nickl landete in der Notaufnahme der Dresdner Uniklinik. Als er den implantierten Ereignisrekorder erwähnte, zog man sofort einen Spezialisten aus dem Herzzentrum zu Rate. Beim Auslesen der Daten war dann klar: Gerd Nickls Herz hatte für 20 Sekunden aufgehört zu schlagen.

Eine klare Indikation für einen Herzschrittmacher. Theoretisch hätte Gerd Nickl drei Tage später eine Herzkatheter-Untersuchung in der Praxisklinik Herz und Gefäße des Städtischen Klinikums gehabt. Doch die führte jetzt gleich das Herzzentrum durch. Die Ärzte setzen dem 77-Jährigen am 21. November drei Stents und am 24. November einen Herzschrittmacher ein. Der Ereignisrekorder, der seinen Dienst getan hatte, wurde in diesem Zusammenhang wieder entfernt.

Mittlerweile hat sich der 77-Jährige soweit erholt, dass er mit seiner Frau – wie in den Jahren zuvor – in den Winterurlaub fahren will. Die Ski stehen schon parat.

Von Catrin Steinbach

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