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Lokales Wenn Papa kommt, gibt’s Crystal
Dresden Lokales Wenn Papa kommt, gibt’s Crystal
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09:37 14.12.2017
 ARCHIV - Eine Mitarbeiterin des Zollfahndungsamtes Dresden hält während der Pressekonferenz zur Vorstellung der Jahresbilanz 2011 des Zollfahndungsamtes Dresden sichergestelltes N-Methylamphetamin (umgangssprachlich abgekürzt Meth oder Crystal) in den Händen, aufgenommen am 27.03.2012. Foto: Arno Burgi/dpa (zu dpa "Crystal Meth zunehmend in der Hand der organisierten Kriminalität" vom 23.04.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++   Quelle: dpa-Zentralbild
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Dresden

 Wenn Teenager Party feiern, wollen sie ihre Eltern meist nicht dabei haben. Anders die Tochter von Uwe G. Die 16-Jährige hatte ihren Vater extra zur Party mit ihrem Freund und einem Kumpel in dessen Wohnung am Albert-Wolf-Platz mitgenommen. Sie hängt sehr an ihrem Papa und hatte ihn lange nicht gesehen – der saß einige Jahre in Haft und war gerade erst aus dem Gefängnis gekommen. Ihr ging es nicht gut und sie wollte mit ihm sprechen. Der 33-Jährige gab sich dann auch besonders cool und gab einen aus. Er ließ mehrere Linien Crystal fein säuberlich zum allgemeinen Gebrauch auf eine Glasplatte rieseln. Manchmal fragt man sich wirklich: „Gehts noch“?

 Knapp drei Monate nach seiner letzten Haftentlassung stand Uwe G. wegen Verabreichung und Überlassung von Betäubungsmitteln an Minderjährige nun mal wieder vor Gericht. Der Angeklagte räumte ein, die Teenis mit Crystal versorgt zu haben. „Ich habe einige Linien hingelegt und dann das Tütchen auf den Tisch gepackt.“ Seine 16-jährige Tochter, die beiden 18-jährigen Jungen und er selbst bedienten sich.

Anfangs war alles ganz locker, dann eskalierte die Situation, erinnerte sich einer der Jungen. „Ich hatte Durst und eine ganz trockene Kehle, da habe ich Schnaps getrunken“, erklärte der Angeklagte. Danach gab es Krach. Uwe G., der auch noch Entzugsmedikamente intus hatte, rastete völlig aus, randalierte, ein Glastisch ging zu Bruch und er verletzte sich selbst, dann gab es eine wüsten Schlägerei, Nachbarn riefen die Polizei. Der 33-Jährige stand völlig neben sich und war zwei Tage nicht ansprechbar. Polizeibeamte saßen sozusagen neben ihm am Krankenbett und mussten warten, bis sie ihm den Haftbefehl eröffnen konnte.

Uwe G. hat seit Jahren ein erhebliches Alkohol- und Drogenproblem und daraus resultierend, ein prall gefülltes Strafregister und saß schon Jahre im Gefängnis. Gut getan hat das dem Familienleben nicht, das Jugendamt war häufig Gast. Ein Vorbild ist der 33-Jährige seinen sechs Kindern im Alter zwischen fünf und 16 Jahren nicht. Seine 16-jährige Tochter, die schon vor jenem Abend am Albert-Wolf-Platz Drogen konsumierte, befindet sich in einer Klinik in Arnsdorf.

Die beiden werden sich wieder lange Zeit nicht sehen. Der Angeklagte sitzt derzeit eine Reststrafe in anderer Sache ab, die ihn zunächst erlassen worden war. Bedingung: Er sollte eine Therapie absolvieren. Der 33-Jährige hielt aber nicht durch und griff wieder zu Drogen. „Meine Frau hatte die Scheidung eingereicht, das hat mich sehr belastet.“ Bis Oktober 2018 wird er noch im Gefängnis sitzen. Nun kamen noch ein Jahr und zwei Monate obendrauf.

Von Monika Löffler

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