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Lokales Weniger Fleisch in Dresdner Kitas und Schulen
Dresden Lokales Weniger Fleisch in Dresdner Kitas und Schulen
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08:30 19.02.2016
Glückliches Tier: Fleisch vom Schwein veliert an Bedeutung.  Quelle: dpa-Zentralbild
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Dresden.

 „In den nächsten Jahren wird das Schweinefleisch immer weiter von den Speiseplänen in Kitas und Schulen verschwinden“, sagte jetzt die Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), Ulrike Arens-Azevedo. Die DGE empfiehlt für das Mittagessen in Kitas und Schulen maximal zwei Fleischgerichte pro Woche – eins davon soll Geflügel sein.In einer aktuellen DGE-Umfrage unter rund 1400 deutschen Kitas gaben bereits knapp 30 Prozent an, dass sie sich an die Standards halten. Bei Dresdens Eltern ist das Interesse an gesunder Ernährung in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, beobachten die Essensversorger.

„Wir kochen vier Mal in der Woche vegetarisch“, sagt Grit Mocci, Geschäftsführerin des Anbieters Leibspeise Dresden UG. Nur am Mittwoch komme im Wechsel Fleisch oder Fisch auf den Tisch. „Kalb, Geflügel, Fisch – wenn ich es hochrechne, dann haben wir noch drei oder vier Mal Schwein im Jahr auf der Karte.“ Das ist laut Mocci Bio und stammt vom Vorwerk Podemus. „Es kostet zwar deutlich mehr als herkömmliches Schweinefleisch, aber mit einer guten Mischkalkulation lässt sich das kompensieren.“

Die Eltern seien durchaus bereit, für gesundes Essen auch mehr zu bezahlen, hat Cornelia Härtel beobachtet, Geschäftsführerin der RWS Catering Service GmbH. „Vor ein paar Jahren war es noch extrem. Da waren Preiserhöhungen ein Tabuthema. Aber jetzt achten viele Eltern sehr bewusst auf eine gesunde Ernährung.“ In vielen Dresdner Kindertagesstätten würden junge Leiterinnen und Erzieherinnen arbeiten, die sich ebenfalls sehr für das interessieren, was auf den Tisch kommt. „Ich habe keine Statistik vorliegen. Aber den Trend hin zu weniger Schweinefleisch kann ich bestätigen.“ So bietet RWS auch ein komplett fleischloses Menü an.

Auch Wilfried Hänchen, Geschäftsführer der Hänchen Dienstleistungs GmbH, hat die Speisepläne längst umgestellt. „Ziel ist, dass nur noch einmal in der Woche Fleisch angeboten wird.“ Das Unternehmen verfüge außerdem über eine eigene Fleischerei und kaufe nur noch Fleisch aus der Region. „Da wissen wir, wo es herkommt.“ Die Kinder müssten Stück für Stück erzogen werden, findet Hänchen. „Broccoli oder Kohl sind sehr gesund, werden aber von den Kinder nicht so gerne gegessen. Trotzdem sollte es auf dem Speiseplan stehen.“

Das handhabt der Anbieter Sodexo ähnlich. „Da Ernährungsgewohnheiten in einem frühen Stadium geprägt werden, nehmen wir unsere Rolle bei der Ernährungserziehung von Heranwachsenden sehr ernst“, erklärte Unternehmenssprecherin Suska Georg. Als Mitglied der DGE orientiere sich Sodexo an der Empfehlung einer abwechslungsreichen Ernährung mit kleinen Mengen an Fleisch, Milchprodukten und Eiern. „So kommt gemäß den Vorgaben der DGE generell wenig Fleisch abwechselnd von unterschiedlichen Tierarten auf den Tisch“, erklärte Georg.

Nicht nur Schweinefleisch, sondern generell Fleisch rücke in den Hintergrund, sagte Katharina März, Mit-Geschäftsführerin der März Menü GmbH & Co. KG. „Die Vielfalt der Gerichte hat sich erhöht. Wir bieten deutlich mehr vegetarische Menüs an.“ Bei jedem Speiseplan komme maximal zweimal Fleisch in der Woche auf den Tisch – einmal als Hauptgericht und einmal als Beiwerk zum Beispiel in einem Eintopf. „Wenn es gewünscht ist, lässt sich auch eine komplett schweinefleischfreie Menüfolge zusammenstellen“, so März.

Das sei auch deshalb wichtig, da März Menü für die 19. Grundschule koche, an der Schüler aus 23 Nationen unterrichtet würden. „Unsere Speisepläne bekommen Piktogramme, auf denen die Zutaten dargestellt sind“, erklärt die Geschäftsfrau. Es gebe etliche Kinder, die aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen dürften. Darauf stelle sich der Essensvorsorger ein. Das wird bei den anderen Anbietern ähnlich gehalten. Für muslimische Kinder gibt es eine breite Palette schweinefleischfreier Gerichte. „Die werden auch extra ausgezeichnet“, so Hänchen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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