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Lokales Welche Schulen bei der Sanierung gerade um Zeitpläne und Finanzierung zittern
Dresden Lokales Welche Schulen bei der Sanierung gerade um Zeitpläne und Finanzierung zittern
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07:00 24.06.2018
In dem Dreieck (Bildmitte) zwischen Gehestraße, Erfurter Straße und Bahngleisen entsteht derzeit der Schulcampus Pieschen. Quelle: Jürgen-M. Schulter
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Dresden

Die Investitionen in den Schulhausbau gehören zu den größten Herausforderungen, vor denen derzeit die Landeshauptstadt steht. Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) beziffert den Finanzbedarf in den nächsten Jahren auf reichlich eine Milliarde Euro. Längst ist es schwierig, Baufirmen zu binden. Und nicht nur das. Während der Sanierung einer Bildungsstätte muss für die Schüler meist ein Ausweichstandort gefunden werden. In diesem Räderwerk können kleine Verzögerungen zu großen Konsequenzen führen.

Tolkewitz: Baulärm bis zum neuen Schuljahr

So hatten die Schüler der 32. Oberschule und des Gymnasiums Tolkewitz im Februar auf einer Baustelle den Unterricht begonnen. Auf dem Schulcampus Tolkewitz war gerade so die Unterrichtsfähigkeit hergestellt worden. Drei Monate später sind die Fassadenarbeiten an den Schulgebäuden nun abgeschlossen worden.

„Die Fassadenarbeiten des Sporthallenkomplexes werden im Anschluss fortgeführt und in den Sommerferien abgeschlossen sein“, teilte der Leiter des Schulverwaltungsamtes Falk Schmidtgen auf DNN-Anfrage mit. Die Probleme mit dem Fassadenbauer könnten zu Mehrkosten von etwa drei Millionen Euro führen, schätzte Bürgermeister Vorjohann schon im Februar. 65 Millionen Euro werden von der Stadt veranschlagt, Dresden stemmt das Projekt allein, ohne Fördermittel von Bund oder Land.

Festlegen will sich noch immer niemand so genau. „Die Höhe der Mehrkosten kann derzeit noch nicht beziffert werden“, stellt Schmidtgen aktuell fest. Im Moment konzentrierten sich alle Baubeteiligten ausschließlich auf die Fertigstellung des Schulstandortes. „Im Nachgang wird über die strategischen Konsequenzen beraten.“

Am Campus ist noch eine Menge zu tun. Die Stadt hat den alten Straßenbahnhof zwischen Wehlener und Kipsdorfer Straße zur Schule umgebaut. Die Sporthalle befindet sich jedoch jenseits der Kipsdorfer. Schmidtgen: „Nach Aussage des Straßen- und Tiefbauamtes wird die Fertigstellung der Querung Kipsdorfer Straße vom Schulgebäudekomplex zum Sporthallenkomplex für Mitte Juli 2018 in Aussicht gestellt.“

Wenn alles gut läuft, ist im nächsten Schuljahr der Baulärm verschwunden. „Der fortgeschriebene Bauablaufplan geht von einem Abschluss der Baumaßnahme zum Ende der Sommerferien 2018 aus“, formuliert es Schulamtsleiter Schmidtgen vorsichtig.

Nach Aussage des Straßen- und Tiefbauamtes soll die Straßenbaumaßnahme Kipsdorfer Straße/Schlömilchstraße voraussichtlich bis Ende August 2018 soweit abgeschlossen sein, dass die Befahrbarkeit für PKW wieder hergestellt ist. Die restlichen Pflanzarbeiten sollen bis einschließlich Oktober 2018 nachgezogen werden.

Neustadt: Eltern fordern Klarheit für Dreikönigschule

Der Start auf der Baustelle ließ sich nicht vermeiden, weil sonst im Domino-Prinzip eine Reihe anderer Projekte ins Stocken geraten wären. So musste in Tolkewitz der Unterricht für die Schüler aus dem Gymnasium Dreikönigschule beginnen, damit die Sanierung ihres Domizils in der Neustadt fortgesetzt werden konnte. Zudem dient die Dreikönigschule seit Ostern als Auslagerungsstandort für die 15. Grundschule. Verzögerungen in Tolkewitz hätten hier einiges durcheinander gebracht.

Lageplan zur Sanierung des Gymnasiums Dreikönigschule in der Dresdner Neustadt. Wann hier die Gymnasiasten wieder unterrichtet werden, ist derzeit unklar. Quelle: Stadtverwaltung/Cardo-Dresden

Für Aufregung sorgt derzeit der Termin für die Rückkehr der DKS-Schüler. Bislang glaubten Eltern fest daran, dass die ersten Jungen und Mädchen von Tolkewitz Mitte 2020 wieder in die Neustadt ziehen. Dann ist Haus A fertig. Ein Jahr später ist auch Haus B saniert und die Verwaltung denkt derzeit über die Option nach, erst 2021 das Gymnasium geschlossen zurückziehen zu lassen.

Eine Verlängerung der kompletten Bauauslagerung ist von Anbeginn der Planung eine Option, die in Abstimmung mit der Schulleitung gleichwertig zu einem ebenfalls möglichen Teilrückzug geprüft wird, erklärte Schulamtsleiter Schmidtgen gegenüber DNN. Eine Entscheidung werde in enger Abstimmung mit den betroffenen Schulleitungen frühestens auf Grundlage der Anmeldezahlen für das Schuljahr 2019/2020 fallen. Für die Entscheidung seien in erster Linie die räumlichen Ressourcen am Auslagerungsstandort maßgeblich. Schmidtgen: „Steht in Tolkewitz nicht genügend Platz zur Verfügung, geht die Verlängerung der kompletten Auslagerung nicht.“

Zu beachten sei aber auch, so Schmidtgen, dass die Teilung eines Gymnasiums auf zwei verschiedene Standorte machbar, aber auch mit verschiedenen schulorganisatorischen Problemen verbunden ist. Dies gelte es in einem gemeinsamen Prozess abzuwägen.

In der Elternschaft sorgt die Gemengelage für Unruhe. „Derzeit liegen keine Szenarien des Schulverwaltungsamtes vor, wie das DKS bis zur vollständigen Sanierung der Gebäude untergebracht werden kann“, stellt Gesine Tews fest, die für die Eltern in der Schulkonferenz sitzt. „Wir haben das Amt um Vorstellung von Alternativen im Frühherbst gebeten.“

Pieschen: Zeitverzug nicht kompensierbar

Spitz auf Knopf steht auch der Zeitplan für den Schulcampus in Pieschen. In den Bau für das fünfzügige Gymnasium Pieschen und die fünfzügige 145. Oberschule steckt die Stadt 66 Millionen Euro, 46 Millionen gibt es dafür vom Land. Doch schon zu Jahresbeginn war ein Bauverzug von drei Monaten entstanden. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. „Der benannte Bauvorzug ist weiterhin gegeben. Durch die Neuorganisation der Bauabläufe konnten jedoch weiterer Verzug vermieden werden“, muss Schmidtgen konstatieren.

„Alle Projektbeteiligten arbeiten gemeinsam am Ziel der Nutzungsübergabe zum Schuljahr 2019/2020“, fügt er hinzu. Aber ist das noch zu schaffen? „Die Nutzungsübergabe des Campus Pieschen zum Schuljahresbeginn 2019/2020 wird weiterhin als realistisch eingeschätzt. Die Zeitschiene bleibt jedoch aufgrund des nicht kompensierbaren Bauverzuges weiterhin kritisch.“

Klotzsche: Finanzen für Sanierung noch unklar

Da müssen nicht nur Lehrern, Schülern und Eltern von Gymnasium und Oberschule die Ohren klingeln, sondern auch allen Beteiligten am Gymnasium Klotzsche. Seit Jahren ringen dort vor allem die Eltern um die Sanierung der Schule, das alte Gebäude platzt aus allen Nähten. Für die Zeit der Sanierung ist die Bauauslagerung an das Gymnasium Pieschen vorgesehen. „Für die Auslagerung steht aufgrund der Aufbausituation am Gymnasium Pieschen ein begrenztes Zeitfenster von maximal zwei Jahren zur Verfügung“, erläutert Schmidtgen das enge Zeitkorsett. Im Klartext: Später reicht der Platz in Pieschen nicht mehr für alle Schüler. Schmidtgen: „Bei einer verspäteten Fertigstellung des Schulcampus Pieschen müsste die geplante Bauauslagerung des Gymnasiums Klotzsche neu abgestimmt werden.“

Doch ungemacht droht nicht nur vom Baufortschritt an der Gehe-Straße in Pieschen. Noch immer ist die Finanzierung für die Sanierung in Klotzsche nicht gesichert. „Der Haushaltentwurf für den Doppelhaushalt 2019/2020 befindet sich in der verwaltungsinternen Endabstimmung. Zur konkreten Veranschlagung einzelner Projekte werden gegenwärtig keine Informationen veröffentlicht“, lässt der Schulamtsleiter offen, ob die Verwaltung schon die nötigen Gelder in den Haushalt einstellen will oder ob sie das den Fraktionen im Stadtrat überlässt. Klar ist laut Schmidtgen: „Grundsätzlich kann die Finanzierung investiver Schulbauvorhaben nur über eine entsprechende Veranschlagung im Haushalt gesichert werden.“ Ob es im kommenden Jahr damit losgeht, ist also weiterhin offen.

Von Ingolf Pleil

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