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Lokales Weiterverwertung statt Deponie: TU Dresden bietet gebrauchtes Inventar zum Kauf an
Dresden Lokales Weiterverwertung statt Deponie: TU Dresden bietet gebrauchtes Inventar zum Kauf an
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17:50 09.09.2015
Bettina Niesar inmitten ihres Zwischenlagers. Quelle: Christin Grödel

An der TUD landen benutzte Stühle und Tische nicht auf der Deponie, sondern werden innerhalb der Universität weiterverwendet oder an Privatpersonen verkauft.

Die Möbel und Gerätschaften lagern gebündelt in einem 50 Quadratmeter großen Raum auf dem Unigelände. Hier stapeln sich Tische jeder Größe, Stühle verschiedener Formen und Farben, Computer, Drucker, Fernseher und dergleichen mehr. Jedes Stück, das keine Verwendung mehr hat, fotografiert Niesar und bietet es auf der Webseite der Universität an.

Zum überwiegenden Teil – zu etwa 80 Prozent - wechselt das ausgesonderte Inventar den Besitzer innerhalb der TUD. „An einer so großen Einrichtung werden immer wieder neue Möbel gebraucht. So wird Gebrauchtes nachgenutzt und wir sparen die Kosten einer Neuanschaffung. Zudem verkaufen wir für kleines Geld an Privatpersonen. Das ist besonders für Studenten hilfreich“, erklärt Mathias Bäumel von der TUD-Pressestelle.

Möbel zum kleinen Preis

Zwischen fünf und zehn Euro kostet ein Stuhl, 15 bis 30 Euro werden für einen Schrank fällig und für einen Tisch zahlen Interessierte zwischen 15 und 20 Euro. Den Zuschlag erhält immer der schnellste Interessent, die Abholung übernimmt der Käufer selbst. „Die Nachfrage ist natürlich groß. Aber auch die Mengen, die ausgesondert werden, nehmen immer mehr zu“, sagt Niesar. In ihrem Lager regiert deshalb Enge.

Das war nicht immer so. Noch vor wenigen Jahren war das Zwischenlager in einer Baracke an der Bayreuther/Ecke Münchner Straße untergebracht. Insgesamt 250 Quadratmeter Fläche standen dort zur Verfügung. „Wir sind deshalb ständig auf der Suche nach weiteren Räumen“, so Bäumel.

Denn Bettina Niesar verkauft nicht nur platzsparende Modelle, auch die Veräußerung von großen Anlagen oder besonders wertvollen Gegenständen landet auf ihrem Schreibtisch. In diesen Fällen gibt sie die Ausschreibung allerdings an die Verwertungsgesellschaft bundeseigener Güter (VEBEG) ab. Der dabei erzielte Erlös geht direkt an das Institut, das die entsprechende Maschine ausgesondert hat. Die Gewinne aus dem Verkauf von der Webseite landen dagegen auf dem TUD-Konto.

Insgesamt zwischen 30.000 und 60.000 Euro kommen so im Jahr für das TU-Säckel beziehungsweise für die jeweiligen Institute zusammen. 6000 bis 11.000 Euro davon erzielen Verkäufe an Privatpersonen. Die finanziellen Gründe spielen aber nur eine untergeordnete Rolle, wie Niesar sagt. Vielmehr habe man den Umweltgedanken im Fokus, die Entsorgung entfällt, es entsteht weniger Abfall und die Anschaffungskosten für neue Möbel entfallen. Die Kolleginnen des Absolventenreferates haben bei ihrem Umzug zum Beipiel ganz bewusst aus ökologischen Gründen auf neue Möbel verzichtet und sich stattdessen an Bettina Niesar gewendet, erzählt Bäumel.

Kuriositäten suchen neuen Besitzer

Auch kuriose Sachen hat Bettina Niesar bereits an den Mann und die Frau gebracht. „Eine Wäschemangel aus dem Jahr 1910 haben wir zum Beispiel mal angeboten. Die befand sich im Zeunerbau. Ob sie von der Textiltechnik stammte oder möglicherweise in einer Hausmeisterwohnung zum Einsatz kam, wissen wir allerdings nicht.“

Eine Dampfmaschine von der Energietechnik fand im Sächsischen Industriemuseum ein neues Zuhause. Und selbst ein Kaktus aus dem Botanischen Garten und ein Krankenbett, das für ein Projekt bei den Erziehungswissenschaftlern genutzt wurde, fanden einen Besitzer. „Für das Bett hätten wir innerhalb der TUD auch keinen Nutzer gefunden“, schmunzelt Niesar. Ein klein wenig mächtiger fühlt sich sicher der Käufer des Stuhls, auf dem sich der ehemalige TUD-Kanzler Alfred Post einst niederließ.

Wer dieses Gefühl auch einmal spüren möchte oder einfach nur einen neuen Schrank braucht, kann sich auf der Internetseite www.tu-dresden.de/aussonderung einen Überblick über das TUD-Sortiment verschaffen.

Christin Grödel

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