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Weiter Streit um Tbc-Fälle an Hoga-Schulen in Dresden

Gesundheitsausschuss Weiter Streit um Tbc-Fälle an Hoga-Schulen in Dresden

Vertreter des Freistaats, der Stadt und Fachärzte haben am Donnerstagnachmittag über die aktuellen Tuberkulose-Fälle an den Hoga-Schulen diskutiert. Im Fokus der Kritik stand die Informationspolitik von Schulen und Stadt. Auch eine Lehrerin meldete sich zu Wort.

Lehrer, Eltern und Bürger verfolgten die Diskussion über die Tbc-Erkrankungen unter der Leitung von Sozialbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann im Rathaus.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Zum Jahresende war bekannt geworden, dass zwischen September und Dezember an den Dresdner Hoga-Schulen ein Lehrer und vier Schüler an ansteckender Tuberkulose (Tbc) erkrankten und sich 54 weitere Personen an den Schulen in Leuben mit der Lungenkrankheit infizierten. Donnerstagnachmittag ist der städtische Ausschuss für Gesundheit im Rathaus zu einer Sondersitzung zusammen gekommen. Dazu stellten sich Fachärzte, Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und das Gesundheitsreferat des Sächsischen Sozialministeriums zusammen mit der Sozialbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann (Die Linke) den Fragen der Ausschussmitglieder und Bürger.

Der zentrale Streitpunkt: Die Informationspolitik von Hoga-Schulen und Gesundheitsamt. Die CDU-Fraktion warf Amtsarzt Jens Heimann und dem Leiter des Hygienischen Dienstes, Robert Heilscher, vor, die Sozialbürgermeisterin zu spät informiert zu haben, und fordert eine Überarbeitung des aktuellen Infektionsschutzgesetzes in Hinblick auf schulische Einrichtungen. „Es kann vorkommen, dass Tuberkulose in Schulen oder Kitas auftritt“, sagte die städtische Tbc-Expertin Cornelia Breuer. So lange die Fälle statistisch nicht auffallend wären, würden darüber keine gesonderten Daten erhoben. Auch eine Lehrerin der Hoga-Schulen meldete sich zu Wort. „Wieso wurde die erste Umgebungsuntersuchung nach Bekanntwerden des ersten ansteckenden Falls im September erst nach acht Wochen durchgeführt?“, fragte sie. Ein Problem bei Tuberkulose sei, dass eine Ansteckung frühestens nach acht Wochen festgestellt werden kann, erklärte Breuer.

Auch eine angebliche Gesprächsnotiz vom 1. August in den Akten des Gesundheitsamtes, in der es um einen Tbc-Fall an der Schule gehen soll, sorgte für Diskussionen. Keiner der Ausschuss-Mitglieder konnte allerdings konkretere Angaben zu der Gesprächsnotiz machen.

FDP-Fraktion will in sechs Monaten erneute Sondersitzung beantragen

Die Kinder von Aussschuss-Mitglied Jens Genschmar (FDP) sind selbst an den Hoga-Schulen. „Das Gesundheitsamt ist einer Bug-Welle hinterhergerannt und hat selbst nur reagiert“, warf er den Verantwortlichen vor. Er gab bekannt, in einem halben Jahr erneut eine Sondersitzung zum Thema Tuberkulose im Gesundheitsausschuss beantragen zu wollen.

Nachdem im September die Schulleitung der Hoga-Schulen über einen ansteckenden Tbc-Fall informiert wurde, ordnete das Gesundheitsamt eine erste Untersuchung von 100 Kontaktpersonen an, bei denen drei weitere ansteckungsfähige Tbc-Fälle erkannt wurden. Daraufhin wurden Angang Dezember alle 935 Schüler und Lehrer mittels Blutproben auf den Erreger getestet, wobei weitere Infektionen und ein neuer offener Fall von Tbc entdeckt wurden. Die Tbc-Tests werden momentan auf das persönliche Umfeld der neu erkrankten Person ausgeweitet. Zudem sollen sich auch alle ehemaligen Schüler des letzten Jahrgangs einem Tuberkulose-Test unterziehen, da weiterhin unklar ist, wo sich die bereits im September erkrankte Person an der Schule angesteckt hat.

Von Tomke Giedigkeit

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