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"Weißer Adler" in Dresden wohl 2013 fertig saniert

"Weißer Adler" in Dresden wohl 2013 fertig saniert

Nach reichlich einem Jahr Bauzeit hat sich auf der Baustelle des "Weißen Adlers" schon unheimlich viel getan. Vor allem im Mittelteil ist das einst beliebte Ausflugsziel an der Bautzner Landstraße nicht mehr wiederzuerkennen.

Von christoph stephan

Denn bis auf die imposante Ballsaaldecke gibt es dieses Mittelteil nicht mehr. Stattdessen wurden Wände herausgerissen und Decken, die bislang die Etagen abtrennten, entfernt. Ein großer freier Raum bietet nun Platz für einen Neubau, den künftig die Altbausubstanz des "Weißen Adlers" (Nord- und Südflügel) einrahmt. "Die Situation stellt sich derzeit wie bei einem Schubkasten dar, bei dem das Schubfach komplett herausgezogen wurde", erklärt Objektverwalter Uwe W. Preuße den DNN bei einem Vor-Ort-Termin.

Insgesamt kommen die Bauarbeiten gut voran, was selbst für Laien angesichts der vielen Schuttberge und aufgebrochenen Gebäudeteile leicht zu erkennen ist. Schon in einigen Wochen sollen die Arbeiten am Neubau beginnen. Der dafür benötigte große Kran steht. Preuße ist optimistisch, dass die Sanierung des "Weißen Adlers" nicht erst wie geplant Anfang 2014, sondern bereits bis Mitte oder Ende 2013 ihren Abschluss findet.

Nach der Fertigstellung gibt es im Inneren nicht mehr wie früher eine Gaststube, ein Billard- und Fremdenzimmer sowie eine Asphaltkegelbahn, sondern 35 Wohnungen. "Die meisten gestalten wir barrierefrei, denn die Hauptklientel sind ältere Leute", sagt Preuße.

Bauherr des prominenten Dresdner Grundstücks ist der ehemalige Präsident des "Bundesverbandes der Deutschen Industrie", Jürgen Thumann, mit seiner Familie. Er hatte das Gebäude Ende der 1990er Jahre zusammen mit dem Düsseldorfer Projektentwickler Bernd Voswinkel gekauft und steckt nun, nachdem die Bankenkrise 2008 die Finanzierungspläne durcheinander gewirbelt hatte, rund 6,5 Millionen Euro in die Bauarbeiten am "Weißen Adler".

Bei dessen Sanierung haben auch Dresdens Denkmalschützer einige Wörtchen mitzureden. So bleibt zum Beispiel die imposante Holzdecke des alten Ballsaals erhalten und vom Flur im dritten Obergeschoss aus erlebbar. Derzeit hängt sie über einem schützenden Provisorium versteckt. "Holzschutzgutachter und Restauratoren sind ständig vor Ort und unterstützen die Arbeiten", betont Preuße. Wie die Decke des Ballsaals bleibt auch die Decke des ehemaligen Hochzeitssaals erhalten. Allerdings wird sie künftig nur noch am "Tag des Offenen Denkmals" gezeigt.

Genau wie im angrenzenden Neubau soll die "Initiative Leben" Dienstleistungen rund um das "Betreute Wohnen" anbieten, wenn Mieter dies wünschen. "Dies ist aber nicht zu verwechseln mit einem Altenheim oder einer vollstationären Pflege", sagt Preuße. Der Anspruch lautet vielmehr: So viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Unterstützung wie nötig und erwünscht.

Bei den Planungen galt es vor allem, die Interessen der Denkmalschützer mit denen des Investors für möglichst viele barrierefreie Wohnungen abzuwägen. In diesem Punkt sind sich beide Seiten laut Preuße schnell einig geworden. Die Wohnungen werden bis zu 90 Quadratmeter groß.

- Wahrscheinlich 1680 wurde in der Dresdner Heide an der Straße nach Stolpen ein festes Haus, die spätere Lohschänke, erbaut.

- 1733 wurde sie zum Gasthof mit Ausspanne erweitert und erhielt den Namen "Weißer Adler". Der Name steht eventuell in Verbindung mit dem polnischen Wappen, denn August der Starke, König von Polen, hatte die Schänke mit einer Konzession für alle Biere begnadet.

- Nach einem Brand 1873 entstand ein Neubau, der sich zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelte.

- Verheerend wirkte sich die Inflation ab 1921 aus: der Besitz war nicht mehr zu halten, 1932 wurde der "Weiße Adler" versteigert.

www.dresden-weisser-hirsch.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.05.2012

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