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Lokales Weiße Rosen für ermordete Ägypterin in Dresden - Warnung vor Hass
Dresden Lokales Weiße Rosen für ermordete Ägypterin in Dresden - Warnung vor Hass
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16:03 01.07.2016
Stilles Gedenken für eine noch immer unfassbare Tat: Rund 60 Menschen haben am Freitag im Dresdner Landgericht an die dort vor sieben Jahren aus Fremdenhass ermordete Ägypterin Marwa El-Sherbini erinnert. Quelle: dpa
Dresden

Stilles Gedenken für eine noch immer unfassbare Tat: Rund 60 Menschen haben am Freitag im Dresdner Landgericht an die dort vor sieben Jahren aus Fremdenhass ermordete Ägypterin Marwa El-Sherbini erinnert. An einer Gedenkplakette legten sie weiße Rosen nieder. „Marwa El-Sherbini wurde Opfer einer islam- und ausländerfeindlichen Straftat“, sagte Justizstaatssekretärin Andrea Franke. Es gehe an diesem Tag nicht nur darum, Trauer und Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen, sondern auch ein Zeichen zu setzen gegen Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Hass. El-Sherbini wurde bei einer Gerichtsverhandlung von einem Mann erstochen. Sein Motiv war Fremdenhass.

Stilles Gedenken für eine noch immer unfassbare Tat: Rund 60 Menschen haben am Freitag im Dresdner Landgericht an die dort vor sieben Jahren aus Fremdenhass ermordete Ägypterin Marwa El-Sherbini erinnert.

Die schwangere El-Sherbini hatte damals einen jungen Mann angezeigt, der sie rassistisch beleidigt hatte. Am 1. Juli 2009 kam es zur Verhandlung. Noch während des Prozesses stach der Täter mehr als ein Dutzend Mal auf die studierte Pharmazeutin ein. Ihr Mann wurde schwer verletzt. Das alles geschah vor den Augen ihres dreijährigen Sohnes.

Die Bluttat löste Entsetzen in Deutschland und Proteste in der islamischen Welt aus. Der Täter wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Seither versammeln sich am 1. Juli eines jeden Jahres um 13.00 Uhr - dem Zeitpunkt des Verbrechens - Muslime, Vertreter der Justiz, Verwaltung und Politik sowie Dresdner Bürger vor der Gedenktafel für Marwa El-Sherbini im Landgericht.

Es sei wichtig, diesen Tag nicht zu vergessen, sagte der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman A. Mazyek, der Deutschen Presse-Agentur. Deutschland habe mit Blick auf den unmittelbaren Kontext dieses Verbrechens zwar Lehren gezogen. Es gebe aber immer noch die Gefahr, dass Menschen aus Hass gegen Muslime Straftaten begehen, Flüchtlingscamps und Moscheen angreifen. Diese Gefahr werde noch immer unterschätzt und bisweilen sogar kleingeredet. Auch der Alltagsrassismus gegen Muslime habe zugenommen. „Man hat da bereits Schritte unternommen. Aber die reichen noch nicht“, sagte Mazyek.

dpa

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