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Lokales Weihnachtseinkauf 2019 im Globus auf dem Alten Leipziger Bahnhof
Dresden Lokales Weihnachtseinkauf 2019 im Globus auf dem Alten Leipziger Bahnhof
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15:39 20.02.2017
Heiko Weigert auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

„Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Heiko Weigert, Geschäftsleiter der Globus Handelshof GmbH & Co. KG, Betriebsstätte Zwickau. „Das Unternehmen hält die Investitionsmittel bereit. Wir könnten sehr schnell damit beginnen, die Grundsubstanz zu sanieren.“ Weigert sagt aber auch: „Wir können natürlich erst tätig werden, wenn wir wissen, dass wir bauen dürfen.“

Das Gelände am Alten Leipziger Bahnhof befindet sich im Schwebezustand. 2009 haben die Globus-Verantwortlichen die Flächen in der Leipziger Vorstadt das erste Mal besichtigt. Seit 2011 laufen Gespräche mit der Stadt, 2013 kaufte das Einzelhandelsunternehmen das Grundstück. Mit der Aussicht, dass in den nächsten drei bis vier Jahren Baurecht geschaffen werden kann. Insofern befindet sich das Vorhaben, auf dem Gelände ein Globus-Warenhaus zu errichten, noch im Zeitplan. 2014 verabschiedete der Stadtrat mit alter, bürgerlicher Mehrheit den Satzungsbeschluss, der bis heute nicht aufgehoben ist.

Der Bebauungsplan sei zweimal offengelegt worden, der Geschäftsbereich von Baubürgermeister Raoul Schmidt Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) bearbeitet im Moment die vorgetragenen Einwendungen. „Wenn der Satzungsbeschluss verabschiedet wird, stellen wir einen Bauantrag. Nach Erteilung der Baugenehmigung könnte es sofort losgehen“, erklärt Weigert.

Könnte. Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit hat in einem Masterplan ihre Absicht erklärt, keinen großflächigen Einzelhandel am Standort Alter Leipziger Bahnhof zuzulassen. Bei einem Gespräch am runden Tisch mit allen Fraktionen des Stadtrats sei im vergangenen Jahr vereinbart worden, Globus einen Alternativstandort anzubieten. „Wir haben bis heute kein Grundstück angeboten bekommen. Uns selbst sind auch keine Grundstücke bekannt, die sich eignen würden“, erklärt Weigert, warum Globus am Standort Alter Leipziger Bahnhof festhält. Das Unternehmen benötige mindestens 40 000 Quadratmeter, zwei Ausfallstraßen und die Aussicht auf baldiges Baurecht. „Wo gibt es das in Dresden? Wir werden vom Alten Leipziger Bahnhof erst ablassen, wenn es belastbare Aussagen zu einem anderen Grundstück gibt.“

Globus vertraue auf die Vernunft und habe starke Argumente für sein Vorhaben in der Leipziger Vorstadt. Das Einzelhandelsunternehmen bringe Konkurrenz in die von Edeka und Kaufland dominierte Einzelhandelslandschaft von Dresden. 2015 hatte Edeka nach einer Marktanalyse einen Marktanteil von 31 Prozent in der Landeshauptstadt, gefolgt von der Schwarz-Gruppe (Kaufland, Lidl) mit 28 Prozent. „Wir würden Wettbewerb in die Stadt bringen. Das wäre gut für die Kunden“, so Weigert.

Das Areal am Leipziger Bahnhof umfasse 100 000 Quadratmeter. „Für unser Warenhaus benötigen wir 40 000 Quadratmeter“, erklärt der Geschäftsleiter, „60 000 Quadratmeter schenken wir quasi der Stadt. Damit verbunden ist eine Investition von 35 Millionen Euro, die nicht im Zusammenhang mit dem Warenhaus steht.“ Globus werde die denkmalgeschützten Gebäude auf dem Areal sanieren, die Eisenbahnstraße ausbauen, eine zusätzliche Haltestestelle an der Leipziger Straße errichten. Das Empfangsgebäude werde zum Kulturbahnhof umgestaltet, die Bahnbögen entlang der Hansastraße würden für Handwerker und Künstler saniert. Vier Bahnbögen sollen geöffnet werden und eine direkte Verbindung zum Elberadweg schaffen.

Das Argument, dass 8800 Quadratmeter Verkaufsfläche völlig überdimensioniert seien, lässt Weigert nur müde lächeln. „Wer so etwas behauptet, war noch nie in einem Globus-Warenhaus. Wir sind eine Frischemanufaktur und stellen 30 Prozent unserer Waren selbst her. In einsehbaren Produktionsbereichen, die formaljuristisch als Verkaufsfläche zählen, aber in Wirklichkeit zur Produktion und Veredlung von Lebensmitteln dienen.“ Globus beschäftige nicht nur Verkaufspersonal, sondern auch Köche, Fleischer, Bäcker und Konditoren. „Wir wollen in Dresden 300 Arbeitsplätze schaffen und insgesamt 72 Millionen Euro investieren“, verspricht der Geschäftsleiter.

Architekt Steffan Itzerott, der für Globus die Planungen leistet, verweist auf die Vorteile, die das Grundstück aus seiner Sicht bietet: „Hier wird kein Wohngebiet beeinträchtigt, hier ist der Verkehr über die Leipziger Straße und die Hansastraße schon da.“ Alternative Pläne, auf dem Grundstück Wohnungen zu errichten, erhält Itzerott für abwegig. „Wer soll die Mieten bezahlen? Die Denkmäler müssen saniert und Eidechsen umgesiedelt werden, das Grundstück ist teuer, zwischen Leipziger Straße und Bahndamm bleibt nicht viel Platz.“ 10,50 Euro pro Quadratmeter für Wohnen direkt neben einer Bahnstrecke hält Itzerott für nicht vermittelbar.

Sollte sich der Stadtrat dieses Jahr zu Globus bekennen, könnte schon im nächsten Jahr das erste Gebäude saniert werden, erklärt Weigert. Anderthalb bis zwei Jahre nach Satzungsbeschluss könne der Markt seine Pforten öffnen. „Heute wäre der Weihnachtseinkauf 2019 realistisch“, schätzt er. Sollte sich der Beschluss verzögern, werde Stillstand auf dem Gelände herrschen. „Das Grundstück ist unser Eigentum. Aber wir brauchen ein klares politisches Signal. Ohne Aussicht auf Nutzung werden wir mit der Sanierung nicht beginnen“, so der Geschäftsleiter.

Der Architekt Jens Zander engagiert sich in der „Allianz für Dresden“ gegen Globus am Alten Leipziger Bahnhof. „Ich halte es städtebaulich für die falsche Entscheidung, wenn hier großflächiger Einzelhandel entsteht. Das ist an dieser Stelle unpassend“, findet er. Das Grundstück würde die Gelegenheit bieten, ein Stück Stadt zu öffnen und den Anschluss von Pieschen an die Neustadt zu schaffen. „Ich habe nicht zu beurteilen, ob Globus in Dresden gebraucht wird. Da halte ich mich raus“, sagt Zander. Ihm sei das Gelände am Alten Leipziger Bahnhof ans Herz gewachsen. „Ich glaube an den Masterplan mit einem Grünzug und einer Kulturspange“, erklärt er. „Hier lässt sich intensiv Stadtentwicklung vollziehen.“ Dass Globus für sein Vorhaben kämpfe, sei legitim. „Das Unternehmen hat das Recht, für seine Vorstellungen zu kämpfen“, so der Architekt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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