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Lokales Weihnachten ohne Baum? Hitze sorgt für erhebliche Einbußen
Dresden Lokales Weihnachten ohne Baum? Hitze sorgt für erhebliche Einbußen
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17:52 02.08.2018
Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum – wie grün sind deine Kleider...noch. Quelle: dpa
Dresden

Dieser Sommer hat es in sich – etliche Schäden hat die anhaltende Hitze bislang verursacht. Nun könnte auch das Weihnachtsfest durch die Folgen der Dürreperiode betroffen sein. Denn Anbieter von Weihnachtsbäumen in Dresden und der Region beklagen erhebliche Einbußen in der Aufzucht von Stecklingen. Und die Lage spitzt sich täglich zu.

„Die Ausfallrate liegt im Augenblick bei rund 30 Prozent bei den Jungpflanzen, das heißt, dass allein bei einer Anzahl von 1000 hochgezüchteten Bäumchen etwa 300 dieser Stecklinge durch die heißen Temperaturen eingegangen sind. Tendenz steigend bei ausbleibendem Regen“, berichtet Ingo Mette, der seit 2006 Bioweihnachtsbäume auf mehreren Flächen, die insgesamt elf Hektar umfassen, zwischen dem Osterzgebirge und der Sächsischen Schweiz züchtet und auch in Dresden verkauft.

Nach der mühevollen Aufzucht in Baumschulen kommen die zarten Stecklinge im Alter von drei bis vier Jahren zwischen März und April auf die Äcker, um dort über mehrere Jahre gedeihen zu können. Erst 8- bis 9-jährig werden die zukünftigen Weihnachtsbäume schließlich zum Kauf freigegeben. Umso bitterer, wenn die Zöglinge kurz nach deren Umzug in die Böden massenhaft verdursten.

Denn obwohl Mette nach eigenen Angaben die Pflanzen zusätzlich bewässert, leiden die Stecklinge erheblich unter der permanenten starken Sonneneinstrahlung. Die Nadelgehölze, die vom Land- und Forstbetrieb Mette für Weihnachten angebaut werden, sind überwiegend Nordmanntannen und Blaufichten. Beide Baumarten sind gleichermaßen anfällig für die Hitze, zumindest als Jungpflanzen. Erst später ist die Tanne im Vorteil, da sie als Tiefwurzler weiter ins Erdreich und somit zu Wasserquellen vordringen kann.

Die Folgen der Dürre schlagen sich auch auf den Preis nieder. „Preiserhöhungen wird es schon in diesem Jahr geben, da nicht nur die extra Bewässerung sehr kostspielig ist, sondern der Ausfall eines erheblichen Teils der Steckling-Aufzucht hohe finanzielle Schäden verursacht hat“, erläutert Mette.

Auch der Besitzer des Alten Heizhauses auf der Stetzscher Straße in Dresden, Sven Hallmich, bringt in diesem Jahr wieder Weihnachtsbäume unter die Leute. Und genau wie Mette konstatiert er einen Preisanstieg, jedoch erst für die nächsten Jahre. So berichtete Hallmich auf Nachfrage der DNN: „Die Bäume für die kommende Saison sind ausgezeichnet und haben keine Schäden davongetragen. Allerdings kam es bei den Jungpflanzen zu herben Verlusten: circa vier Millionen Setzlinge wurden von der Sonne versengt. Aus diesem Grund werden wir in den nächsten Jahren mit Engpässen zu rechnen haben. Bei weniger Bäumen greift dann das Prinzip Angebot und Nachfrage.“

Doch nicht überall sorgt die Dürre für Einbußen. Der Forstbezirk Dresden, Teil des Staatsbetriebes Sachsenforst, konnte bislang keine Schäden feststellen, so ein Sprecher. Der Sachsenforst bietet im Rahmen seiner Weihnachtsbaumaktion schätzungsweise jährlich 25 000 Gehölze an.

Ingo Mette schaut bereits in die Zukunft: „Wir als Unternehmen müssen natürlich unsere Lehren aus der prekären Situation ziehen, zum Beispiel neue Standorte erschließen, die eine bessere Wasserversorgung durch Brunnen usw. sicherstellen. Zudem gibt es Nadelbäume, die sich durch eine bessere Wärmeresistenz auszeichnen – etwa die Küstentanne aus Nordamerika, die mit klimatischen Bedingungen wie hier in diesen Sommer besser klarkommt.“ Aber schon jetzt setze man vor allem auf ökologische Bewirtschaftung der Flächen, um die Umwelt so gut es geht zu schonen.

Von Martika Haugk

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