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Lokales Wegen Terrorverdachts vor Gericht
Dresden Lokales Wegen Terrorverdachts vor Gericht
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09:06 26.09.2018
Der 18-Jährige Abdullah A.H.H. mit seiner Verteidigerin Caroline Karger zum Prozessauftakt vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts. Quelle: Foto: xcitepress
Dresden

Vor dem Staatsschutzsenat des Dresdner des Oberlandesgerichts Dresden hat am Dienstag der Prozess gegen Abdullah A.H.H. begonnen. Dem jungen Syrer wird unter anderem die Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Straftat vorgeworfen.

Der Angeklagte, der in Aleppo geboren wurde, lebt seit Sommer 2015 in Deutschland, hat hier Asyl beantragt und wohnte vor seiner Inhaftierung zuletzt in Dresden. Der 18-Jährige soll sich seit dem Frühjahr 2017 mit dem Terrornetzwerk Islamischer Staat beziehungsweise dem Dschihad beschäftigt und sich dabei zunehmend radikalisiert haben.

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann vor, in seinem Facebook-Profil Symbole des IS verwendet zu haben. Darüber hinaus soll er über „Soziale Netzwerke“ den Dschihad propagiert und Gleichgesinnte zum Kampf als Märtyrer gegen sogenannte Ungläubige aufgefordert haben.

Außerdem: Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung

In verschiedenen Chat-Beiträgen, so die Anklage, habe er sich als „schlafende Zelle“ bezeichnet und für den Islamischen Staat geworben. Zudem soll er sich für Anleitungen zur Beschaffung beziehungsweise zum Bau von Sprengstoffgürteln interessiert und sich in diesem Zusammenhang eine Schrift mit dem Titel „Rechtsleitende Kunde für den Selbstmordattentäter“ in arabischer Sprache verschafft haben. Darüber hinaus werden Abdullah A.H.H. mit einer hinzuverbundenen Anklage der Staatsanwaltschaft Görlitz Taten der Allgemeinkriminalität wie Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Diese Anklagen war zunächst von März bis Mai 2018 vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Dresden verhandelt worden.

Nach Abschluss einer mehrtägigen Beweisaufnahme kam das Amtsgericht zu dem Ergebnis, dass sich der Angeklagte auch wegen Werbens für Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland verdächtig gemacht habe. Deshalb wurde die Sache insgesamt an das für Staatsschutzsachen zuständige Oberlandesgericht verwiesen.

Da der Angeklagte zur Tatzeit minderjährig war, wurde die Öffentlichkeit nach Verlesens der Anklage von dem Prozess ausgeschlossen. Zunächst sind sechs weitere Verhandlungstermine angesetzt. Ein Urteil wird Ende November erwartet

Bereits seit Mai dieses Jahres läuft ein Verfahren gegen einen weiteren Syrer, der den Terrormilizen Al-Nusra-Front und dem IS angehört haben soll.

Von Monika Löffler

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