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Weg frei für umstrittene Ausschreibung des Narrenhäusel-Grundstücks

Stadtentwicklung Weg frei für umstrittene Ausschreibung des Narrenhäusel-Grundstücks

Für das Grundstück zum Wiederaufbau des Narrenhäusels kann jetzt die Ausschreibung auf den Weg gebracht werden. Die Verwaltung hat im Bauausschuss des Dresdner Stadtrats die Kritik an ihren Plänen weitgehend ausgeräumt.

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So könnte das wiedererrichtete Narrenhäusel aussehen. Es wird aber leicht verschoben, damit es nicht in den Brückenkopf hineinragt.

Quelle: Visualisierung: Neumarkt-Gesellschaft

Dresden. Der Ausschreibung des Grundstücks für den Wiederaufbau des Narrenhäusels steht nichts mehr im Weg. „Wir haben eine Lösung gefunden“, erklärte der stadtentwicklungspolitische Sprecher der SPD, Hendrik Stalmann-Fischer gegenüber DNN. Aus Sicht der Grünen wären viele Probleme durch eine andere Behandlung im Stadtrat vermeidbar gewesen.

Der Wiederaufbau des nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissenen Narrenhäusels ist seit langem erklärtes Ziel einer breiten Stadtratsmehrheit. Das Grundstück an der Augustusbrücke, wo das nach dem früheren sächsischen Hofnarren benannte Gebäude früher stand, ist im Eigentum der Stadt. Für den Verkauf an einen Investor ist daher eine Ausschreibung nötig, wofür der Stadtrat vor reichlich einem Jahr auf Antrag der SPD den Auftrag erteilt hatte. Nach langwierigen Prüfung hatte die Stadt einen Ausschreibungsentwurf vorgelegt, der jedoch zunächst bei den Stadträten auf viel Kritik stieß. Von überzogenen Forderungen an den Investor war die Rede. Die Bedenken konnte die Verwaltung am Mittwochabend im Bauausschuss offenbar ausräumen.

Wie Stalmann-Fischer erklärte, sei im Ausschuss klargestellt worden, dass der Investor nicht für die Anbindung des Elbradwegs an die Augustusbrücke verantwortlich gemacht werden kann. Alle Forderungen zur Wegeführung sollten sich auf den direkten Bezug zum Narrenhäusel beschränken. Der vorgesehen Aufzug sei für den barrierefreien Zugang notwendig. Als Alternative zu geforderten Stellplätzen, für die in dem Bereich auch gar kein Platz vorhanden wäre, schlägt die Verwaltung jetzt eine Ablösezahlung vor. Mit einem Fassadenwettbewerb soll die genaue Gliederung und Ausbildung des Gebäudes geklärt werden. Im Vorkriegszustand des Gebäudes existierte auf der Seite des Neustädter Marktes eine Brandmauer.

Mit Frank Wießner hat für den Wiederaufbau bereits ein Bauunternehmer Interesse angemeldet. Er will das Grundstück samt Narrenhäusel-Nachbau nach 60 Jahren kostenfrei an die Stadt zurückfallen lassen. Wießner kalkulierte ursprünglich mit Gesamtkosten von etwa drei Millionen Euro. Wie sich die konkreten Ausschreibungsvorgaben darauf auswirken werden, ist noch unklar. Über die Vergabe des 460 Quadratmeter großen Grundstücks entscheidet letztlich der Stadtrat. Das Gebäude wird gegenüber dem historischen Standort leicht verschoben, damit es nicht mehr in die Brücke hineinragt.

Die Grünen lobten die Arbeit der Verwaltung. „Der Rat hätte gut daran getan, dem Vorschlag der Grünen zu folgen, zunächst mittels eines städtebaulichen Wettbewerbes zu klären, wie die Neugestaltung des Königsufers aussehen soll. Dann wäre klar, wo welcher Baukörper und welche Wegeverbindung hinkommt und wie sich das Narrenhäusel in diesen Kontext einordnet“, erklärte der Baupolitiker der Grünen, Thomas Löser, abschließend. Für das Königsufer hat der Stadtrat inzwischen die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen.

„Bedingt zufrieden“ zeigte sich Gunter Thiele, Baupolitiker der CDU. „Wir hätten uns natürlich ein etwas schnelleres Vorgehen gewünscht, aber es ist in der Tat alles nicht so einfach, wie es vielleicht zunächst aussah.“ Er wollte keine Prognose wagen, bis wann die Grundstücksvergabe erfolgen könnte. „Es wird sich wohl noch etwas ziehen“, vermutete Thiele.

Von Ingolf Pleil

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