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Lokales Wasserschaden im Gymnasium Bürgerwiese
Dresden Lokales Wasserschaden im Gymnasium Bürgerwiese
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17:30 08.08.2016
Rektor Reichel in einem Chemieraum. Der Boden ist immernoch feucht.  Quelle: Anja Schneider
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Dresden

 Für die Lehrer und Schüler des Gymnasiums Bürgerwiese ist der Start in das neue Schuljahr buchstäblich ins Wasser gefallen. An einer Spüle in einem Chemieraum im dritten Obergeschoss ereignete sich im Laufe des vergangenen Wochenendes einen Wasserschaden. Die Folgen sind verheerend: Das Wasser verteilte sich auf der gesamten Etage, sickerte durch die Decken und erreichte sogar die Aula im Erdgeschoss. Die Bauaufsicht hat zunächst den Unterricht in den Räumen untersagt. Die Schüler können erst wieder ab Mittwoch in ihren Klassen sitzen. Nur für die neuen Fünftklässler wurde ein Interimsunterricht organisiert. Besonders tragisch: Der betroffene Neubau wurde erst vor zwei Jahren eröffnet. Die Baukosten: 25 Millionen Euro.

 Schulleiter Jens Reichel wirkt alles andere als glücklich, wenn in seiner eigentlich nagelneuen Aula steht und mit dem Finger auf die durchweichte Decke zeigt. Überall im Raum verteilt stehen zweckentfremdete Plastikgefäße, um das Nass, das unaufhaltsam durch die Decke drückt, aufzufangen. „Man muss sich das vorstellen wie eine Flut von oben“, sagt der hagere 53-Jährige und schüttelt ungläubig mit dem Kopf. „Wir sind sehr stolz auf unser neues Haus. Erstmal haben wir gehandelt und versucht, den Schaden klein zu halten. Danach sind dann doch einige Tränen geflossen“, erinnert sich der Rektor an den Kampf gegen das Wasser am Sonntagabend.

Ein frischgebackener Fünftklässler ging mit seinen Eltern gegen 18 Uhr seinen neuen Schulweg ab. Als sie vor dem Gymnasium standen, sahen die Familie das Wasser in der Aula und informierten die Schulleitung. Rektor Reichel rief die Feuerwehrmänner aus der Wache Altstadt, die mit drei Löschzügen anrückten und schrieb drei Schülern auf Whatsapp. „Die haben die Nachricht innerhalb von Minuten im Netz verbreitet. Nach einer viertel Stunde waren rund 50 Schüler und Eltern vor Ort und haben mit angepackt“, zeigt sich der Schulleiter überwältigt von der Unterstützung. In einem gemeinsamen Kraftakt trockneten Feuerwehrleute und Helfer den Boden und pumpten die Wassermassen ab.

Doch der Einsatz kam zu spät. Das Wasser lief wahrscheinlich schon seit Sonnabend. „Ein Gutachter war bereits im Gebäude, aber es ist noch zu früh den Schaden zu beziffern“, sagt Schulbürgermeister Peter Lames (SPD), der sich am Montag selber ein Bild von der Lage machte. Sicher sei, dass der Neubau voraussichtlich bis Ende des Jahres nicht genutzt werden könne. Auch Lames ist sichtlich geknickt: „Wir alle hätten uns für das Gymnasium Bürgerwiese einen schöneren Start in das Schuljahr gewünscht“.

Der Verlust der Räume bringt die Schule in eine schwierige Lage. Die Sanierung des Altbaus in der direkten Nachbarschaft wird voraussichtlich erst im November abgeschlossen – die Raumsituation war bereits vor dem Schaden kritisch. „Uns fehlen derzeit sieben Klassenzimmer und mehrere Fachkabinette“, sagt Schulleiter Reichel. So können viele der 1054 Schüler des Gymnasiums am Mittwoch das Schuljahr nicht in ihrem eigentlichen Schulhaus beginnen. „Wir werden versuchen, Räume in umliegenden Schulen zur Verfügung zu stellen“, kündigt Lames an, zunächst ohne konkrete Ausweichvarianten zu benennen.

Drei Etagen standen am Wochenende im Gymnasium Bürgerwiese unter Wasser. Die Sanierung des Gebäudes wird bis Ende des Jahres dauern.

 

Von Hauke Heuer

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