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Lokales Wasser und Schlamm in Dresden-Hosterwitz - Das Aufräumen nach der Flut
Dresden Lokales Wasser und Schlamm in Dresden-Hosterwitz - Das Aufräumen nach der Flut
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17:57 09.09.2015
Einen Meter hoch stand die Elbe in der Kirche "Maria am Wasser". Jetzt muss aufgeräumt und vor allem der Schlamm entfernt werden. Quelle: Wolfgang Löffler
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Nach der Sanierung erstrahlte er in neuem Glanz - bis jetzt wieder die Elbe kam. Tagelang stand das Wasser in den Häusern, Kellern und in der Kirche "Maria am Wasser". "Maria im Wasser" nennen sie die Anwohner jetzt mit einem gewissen Galgenhumor - einen Meter hoch stand die Elbe in dem kleinen Gotteshaus. Die Gottesdienste finden deshalb in der Pillnitzer Weinbergkirche statt.

Die Flut hatte den Ort zur Insel gemacht, die Einwohner waren abgeschlossen und ohne Strom. Zu erreichen waren die, die in ihren Häusern geblieben waren, nur noch mit dem Boot. Bis Sonnabend fuhr Torsten Ballin von Haus zu Haus, um die Leute mit dem Nötigsten zu versorgen. "Wenn er nicht dreimal am Tag vorbeigekommen wäre und gefragt hätte, ob alles in Ordnung ist, die Handys zum Aufladen mitgenommen und wieder vorbeigebracht hätte, wären wir uns ziemlich verlassen vorgekommen", erzählt Annette Jahns-Papst.

Für Torsten Ballin war das keine Heldentat, sondern selbstverständlich. "Ich habe doch nicht allein geholfen, wir waren ein ganzes Team", erzählt der Friedhofsverwalter, der bei der Kirchgemeinde angestellt ist. "Wir haben zum Beispiel Kuchen und Brötchen verteilt, die der Bäcker zur Verfügung gestellt hat. Hier hilft einer dem anderen. Es ist doch völlig normal, dass man sich kümmert." Die Bewohner sind hochwassererprobt und wissen genau, sie schaffen es nur zusammen. "Der Gemeinschaftssinn, für einander da zu sein, begeistert mich immer wieder", sagt Pfarrerin Ulrike Birkner- Kettenacker. "Wir haben zusammen saubergemacht, bis wir nichts mehr gesehen haben. Die Freiwilligen Feuerwehren Pillnitz und Pappritz sind noch in der Nacht vorbeigekommen. Firmen haben Mittagessen vorbeigebracht." Ansonsten waren die Anwohner sich eher selbst überlassen.

Die Elbe ist zurückgegangen - geblieben ist der Schlamm und jede Menge Arbeit. Jetzt beginnt das große Aufräumen. Am Straßenrand stehen ganze Wohnungseinrichtungen - vieles von dem wird nicht mehr zu retten sein. "Meine Küche ist hinüber", sagte Annette Jahns-Papst und gibt sich trotzdem optimistisch. "Es hätte schlimmer kommen können, jetzt brauchen wir erst einmal wieder Strom." Am Ortseingang werden die ersten Stromkästen getrocknet und angeschlossen.

Überall sieht man jetzt Leute, die Schlamm aus ihren Grundstücken schippen, räumen, putzen und die frische Luft nutzen, um ihren nassen Hausrat zu trocknen. Heftige Regengüsse sorgen dann jedoch immer wieder für Zwangspausen. Danach gehen die Aufräumarbeiten weiter. "Was soll ich jetzt machen?", fragte eine Frau an der Kirche. Not verbindet die Menschen auf ganz besondere Weise. "Sie besinnen sich auf die wesentlichen Werte", sagt die Pfarrerin.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.06.2013

ml

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