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Lokales Was die Dresdner vom Skiweltcup halten
Dresden Lokales Was die Dresdner vom Skiweltcup halten
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10:00 13.05.2018
Große Laster ersetzten am Elbufer in diesem Jahr Frau Holle. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

 In einem Dreivierteljahr soll es wieder so weit sein: Die Weltelite der Skilangläufer tummelt sich am Elbufer, über den Fernsehbildschirm flimmert der Canaletto-Blick mit Schneebergen davor. In diesem Jahr war das weiße Band von grau-grünem Matsch gesäumt. Wie das Wetter am 12. und 13. Januar 2019 sein wird, ist natürlich noch offen. Klar ist allerdings schon jetzt, dass es eine Neuauflage für den FIS-Skiweltcup am Königsufer geben soll.

Die Organisatoren, die beiden Fernsehjournalisten René Kindermann und Torsten Püschel, sind bereits auf Werbetour bei den politischen Parteien. In den nächsten Wochen muss in der Stadt erneut über die finanzielle Unterstützung für das Großereignis entschieden werden.

Für die Erstauflage in diesem Jahr hat die Stadt 300000 Euro bereitgestellt. Weitere 3000000 Euro steuerte das Land bei. Insgesamt kalkulierten die Organisatoren mit einem Etat von 1,2 Millionen Euro. Eintrittskarten, Sponsoren und Catering sollen die Lücke zwischen Gesamtaufwand und Steuergeldern füllen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat sich bereits öffentlich festgelegt. Er will, dass auch in den nächsten Jahren tolle Bilder aus Dresden in die Welt hinaus flimmern.

Dresdner sind hin- und hergerissen

53 Millionen Fernsehzuschauer sind nach Veranstalterangaben europaweit erreicht worden. 40 000 Fans hätten die beiden Wettkampftage besucht, in der Woche danach gab es Schulsport auf Weltcup-Schnee und Skifahren für jedermann.

Mit 60 Lkw-Fahrten kam Kunstschnee vom Flughafen Klotzsche ans Elbufer, mit 20 Laster-Fahrten Naturschnee aus Oberwiesenthal. Ohne Unterstützung der öffentlichen Hand ist der Weltcup „in Gefahr“, hat Püschel kürzlich vor den Dresdner Grünen erklärt.

Das hinderte die bündnisgrüne Parteibasis nicht daran, nach intensiver Debatte mit knapper Mehrheit eine Neuauflage und weitere Zuschüsse für den Weltcup abzulehnen. Zuspruch erhielten sie von den Linken im Stadtrat, die schon die Premiere als „bizarre Blüte“ eines Trends zur „Eventisierung“ und „bunten Beliebigkeit“ gegeißelt hatten. Der Tourismusverband Dresden bedauerte den Beschluss der Grünen-Basis. Verbandschef Johannes Lohmeyer hofft aber, dass es dennoch ein Stadtratsmehrheit für den Ski-Weltcup gibt.

Ähnlich hin- und hergerissen wie bei den Grünen, wirkt auch das Stimmungsbild bei allen Einwohnern der Stadt. Natürlich ist das Ereignis praktisch an niemandem unbemerkt vorüber gegangen. 87 Prozent der Dresdner haben davon gehört. Das geht aus dem 103. DNN-Barometer hervor, für das im Auftrag der DNN vom Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden 521 repräsentativ ausgewählte Dresdner zwischen dem 9. und 18. April befragt worden sind. Acht Prozent aller Befragten, die davon gehört hatten (453), haben sich am Elbufer direkt einen Wettkampf angesehen.

Gut für den Tourismus

Die Befragten sollten zudem für sechs ihnen vorgelegte Aussagen auf einer Skala von 1 bis 5 bewerten, wie sehr sie ihnen zustimmen. 1 stand dabei für „stimme voll und ganz zu“ und 5 für „stimme überhaupt nicht zu“.

Die Aussage „Der Skiweltcup ist gut für den Tourismus“ bewerteten 28 Prozent mit 1 und 21 Prozent mit 2, 9 und 13 Prozent vergaben die Noten 4 beziehungsweise 5. 29 Prozent waren mit der Wertung 3 relativ unentschieden.

Die Grafik fasst jeweils die Angaben für Zustimmung (1+2) und Ablehnung (4+5) zusammen. Die fehlenden Werte zu 100 Prozent werteten mit 3. Quelle: A. Eylert

15 Prozent stimmten der Aussage „Die finanzielle Unterstützung der Veranstaltung durch die Stadt ist angemessen“ mit voll und ganz zu, 26 Prozent vergaben den Zustimmungswert 2. 14 und 13 Prozent antworteten mit den Werten 4 und 5.

Der Aussage „In einer Stadt wie Dresden ist ein Skiweltcup unpassend“ stimmen 31 Prozent voll und ganz zu (1) und 13 Prozent halten das auch noch für eher zustimmungswürdig (2). 18 Prozent sind hier unentschieden, 17 beziehungsweise 21 Prozent können dem nur noch wenig oder überhaupt nicht zustimmen.

Insgesamt zu teuer

Für 16 Prozent der Befragten sind die Umweltschäden durch den Weltcup zu groß. Weitere 13 Prozent stimmen dem auch eher zu (2). 18 beziehungsweise 23 Prozent teilen diese Ansicht kaum oder überhaupt nicht.

Die klarste Haltung gibt es zum Gesamtetat des Events. Der Aussage „Die Veranstaltung ist insgesamt zu teuer“ stimmen 32 Prozent voll und ganz zu und 23 Prozent etwas abgeschwächt. Insgesamt neigen also 55 Prozent der Befragten zu dieser Ansicht. Jeweils neun Prozent bewerteten diese Aussage mit 4 oder 5, in der Summe 18 Prozent stimmten dieser Aussage also eher nicht zu. 27 Prozent vergaben eine 3.

Neuauflage stößt eher auf Ablehnung

„Die Veranstaltung sollte wieder in Dresden stattfinden“ stößt größtenteils auf Ablehnung. Mit 31 Prozent stimmten dieser Aussage die meisten Befragten „überhaupt nicht zu“ (5), 12 Prozent gaben die Wertung 4 ab. 20 Prozent stimmten voll und ganz zu, 14 Prozent vergaben eine 2. 43 Prozent stimmten also eher nicht zu, 34 Prozent stimmten eher zu.

Von Ingolf Pleil

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