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Warum Drewag-Geschäftsführer Reinhard Richter seinen Vertrag nicht verlängert

„Ich weiß um die Endlichkeit“ Warum Drewag-Geschäftsführer Reinhard Richter seinen Vertrag nicht verlängert

„Andere Lebensplanung heißt schlicht und einfach: Ich höre mit 63 Jahren auf“, sagt Reinhard Richter, Geschäftsführer des Stadtkonzerns Technische Werke Dresden (TWD), der Stadtwerke Drewag und des Energieverbundes Dresden sowie Vorstand der Enso. Im Januar habe er Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) informiert.

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Reinhard Richter mit Ursula Gefrerer.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. „Andere Lebensplanung heißt schlicht und einfach: Ich höre mit 63 Jahren auf“, sagt Reinhard Richter, Geschäftsführer des Stadtkonzerns Technische Werke Dresden (TWD), der Stadtwerke Drewag und des Energieverbundes Dresden sowie Vorstand der Enso. Im Januar habe er Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) davon informiert, dass er seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde. Das sorgte für Verwunderung und Spekulationen: Viele vermuteten, der Manager habe einen anderen lukrativen Vertrag unterschrieben.

„Ein selbstbestimmtes Ausscheiden ist die von mir priorisierte Variante“, erklärt Richter seinen Entschluss, „ich will es nicht so lange machen, bis ich saft- und kraftlos bin.“ Davon kann keine Rede sein, der Geschäftsführer scheint vor Energie zu strotzen. Er werde nach wie vor regelmäßig angesprochen, ob er seinen Abgang nicht noch ein Jahr verschieben wolle, so Richter. „Aber was würde das bewirken? Es würde nur die Auseinandersetzung mit der Frage meiner Nachfolge verschieben.“ Nein, sagt der gebürtige Wittenberger, einen Rücktritt vom Rücktritt wird es nicht geben.

„Ich weiß um die Endlichkeit. Ich kann die Zeit, die ich länger arbeiten würde, nicht an mein Leben dranhängen“, sagt der Geschäftsführer. Viele von denen, die ihn einerseits gefragt hätten, ob er nicht noch etwas länger arbeiten wolle, würden ihm andererseits zustimmen. „Richtige und nachvollziehbare Entscheidung“, würde es häufig heißen, so Richter. „Man muss das ja auch nicht dramatisieren. Millionen Menschen gehen in den Ruhestand. Das ist ein normaler Vorgang und Rente mit 63 ist kein unbekanntes Thema.“

Angst, in ein Loch zu fallen, hat der 62-Jährige nicht. „Ich habe eine nette Frau und eine intakte Familie. Das werde ich jetzt genießen.“ Eine Tochter mit drei kleinen Enkelkindern wohne direkt nebenan, das garantiert keine Langeweile. Pläne für den Ruhestand habe er nicht gemacht, Richter zitiert für diese Frage den Bundespräsidenten a.D. Joachim Gauck: „Ich will gar nicht wissen, was der Herr mit mir vorhat.“ Das Leben genießen mit mehr Freizeitaktivitäten in der Natur, das sei doch toll. Dann in den Winterurlaub fahren, wenn es kalt ist und Schnee liegt. Und nicht dann, wenn der Terminkalender Urlaub anzeigt. „Ich muss mir kein Thema suchen, mir geht es um innere Balance“, glaubt Richter.

Natürlich werde es ihm auch schwerfallen, den TWD-Konzern zu verlassen. „Ich habe Herzblut und Seele in die Arbeit gesteckt und vieles gelingen sehen. Es ging mir um uns hier, die Menschen, die Region.“ Am Drehbuch mitschreiben zu können, habe seiner Neigung entsprochen. Der Schlüssel für die Entwicklung des TWD-Konzerns sei der Erwerb der Geso gewesen. „Das wir das hinbekommen haben, werte ich als großen Erfolg.“ Aber auch das Aufblühen anderer Projekte wie den Umbau des Kraftwerks Mitte zur Kulturmeile oder den jetzt genehmigten Bau des Trainingszentrums für Dynamo Dresden genieße er mit der Freude, daran mitgewirkt zu haben. „Der TWD-Konzern ist sehr gut aufgestellt, wir haben viel eingetütet und Impulse gesetzt, es bleibt aber auch genug zu tun für meinen Nachfolger.“

20 Jahre war Richter in den Dresdner Stadtunternehmen aktiv. Er vergleicht sie mit ausgezeichneten Orchestern, bestehend aus exzellenten Solisten. „Das werden sie auch bleiben, wenn ein neuer Dirigent kommt.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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