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Warnstreik an Dresdner Schulen

Sächsischer Lehrerverband rechnet erneut mit hoher Beteiligung Warnstreik an Dresdner Schulen

An Dresdens Schulen fällt am 8. Februar Unterricht in Größenordnungen aus. Lehrer sind wieder zum Warnstreik aufgerufen. Der Sächsische Lehrerverband rechnet erneut mit einer hohen Beteiligung.

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Quelle: Archiv

Dresden. Durchgezählt wird nicht. „Wir verzichten diesmal darauf nachzufragen, wieviele Lehrer aus welchen Schulen beim Streik dabei sind“, gibt Petra Thie, Kreisvorsitzende des Sächsischen Lehrerverbands (SLV), Auskunft. Das sei nicht zu schaffen, sagt die Lehrerin am Bertolt-Brecht-Gymnasium mit Blick auf die Zensurenkonferenzen in der Woche vor den Winterferien. „Wir rechnen aber mit einer ähnlich hohen Beteiligung wie beim letzten Mal“. Erst Anfang Dezember hatten die Grundschullehrer protestiert, u.a. weil sie am schlechtesten bezahlt werden und die höchste Stundenzahl absolvieren müssen. 85 Prozent der Pädagogen hatten sich damals beteiligt.

Am 8. Februar nun treten Lehrer aller Schularten – von der Grundschule bis zum Beruflichen Schulzentrum – in einen ganztägigen landesweiten Warnstreik. 10 Uhr beginnt ein Warnstreikfrühstück auf dem Postplatz, 11 Uhr eine Demo vom Postplatz zum Carolaplatz und 12 Uhr die Kundgebung vorm Finanzministerium, teilt SLV-Landesvorsitzender Jens Weichelt mit. Der Verband kündigte an, Lehrer aus allen Teilen Sachsens mit Bussen nach Dresden zu bringen. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder. Die zweite Runde ging in der vergangenen Woche in Potsdam ergebnislos zu Ende. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt und die Einführung einer zusätzlichen „Erfahrungsstufe“ 6 in der Entgelttabelle (DNN berichteten). Die Arbeitgeber hatten weder bei der einen noch bei der anderen Forderung ein Angebot unterbreitet.

„Erfahrungsstufe 6 bedeutet, dass die Beschäftigten nach 15 Jahren im öffentlichen Dienst noch einmal eine Gehaltssteigerung bekommen", erklärt Petra Thie. Das seien im Schnitt 300 Euro. Es gehe darum, für die Lehrer etwas zu erreichen, die das Schulsystem seit der Wende mit aufgebaut haben und seit Jahren am Ende der Gehaltstabelle sind. Die vorerst letzte Verhandlungsrunde ist für den 16. und 17. Februar in Potsdam angesetzt.

Martina Brandt, Leiterin der 19. Grundschule Am Jägerpark, rechnet damit, dass wie beim letzten Mal Anfang Dezember nur etwa 20 Kinder morgens in der Schule auftauchen. Sie würden wie gehabt betreut von den Lehrern, die nicht streiken.

Am BSZ für Wirtschaft „Dr. Zeigner“ wird nicht gestreikt. „Jeder dritte unserer 80 Lehrer ist im Moment krank“, berichtet Schulleiter Konstantin Samaras. Überhaupt sei die Streikbereitschaft eher verhalten. „Wir haben diesmal ein sehr kurzes Lehrjahr und jetzt stehen die Prüfungsvorbereitungen in verschiedenen Berufen an“, erklärt der Pädagoge.

Frank Haubitz, Chef des Philologenverbandes Sachsen und Leiter des Gymnasiums Klotzsche, geht davon aus, dass etwa die Hälfte „seiner“ Lehrer in den Ausstand tritt. Das sei verständlich. Es gehe ihnen dabei auch nicht in erster Linie ums Geld. „Die Lehrer meiner Schule beispielsweise wollen ein Zeichen setzen, weil sie sich von der Stadt in Sachen Schulneubau verschaukelt fühlen, weil die Arbeitsbedingungen hier grottenschlecht sind“, so Haubitz. So gehe es nicht weiter. Abgesehen davon gebe es auch eine Unruhe im gymnasialen Bereich wegen der Novellierung des Schulgesetzes. Der Schulleiter richtet heute eine Notversorgung für die 5. und 6. Klassen ein. „Und die 10. bis 12. Klassen kommen komplett, weil sie das Abi vor sich haben.“ Da sei schon ein gewisser Leidensdruck da, meint er.

„Ich habe eher negative Rückmeldungen von den Eltern bekommen, weil wieder einmal Unterrichtsausfall produziert wird“, berichtet Dresdens Kreiselternratsvorsitzende Annett Grundmann. Die Eltern hätten immer dann Verständnis für Streiks, wenn es beispielsweise um die Arbeitsbedingungen an den Schulen geht, nicht aber, wenn sie für mehr Gehalt streiken. Viele würden dann mit ihrem eigenen Verdienst vergleichen. „Positiv aufgenommen wurde, dass die Eltern diesmal eher informiert worden sind als im Dezember und deshalb mehr Zeit hatten, eine Betreuung für ihre Kinder zu organisieren“, fügt die Elternvertreterin hinzu.

Von Katrin Richter

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