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Wann ist ein Wald ein Wald?

Gerichtsurteil in Dresden Wann ist ein Wald ein Wald?

Die Frage, wann der Wald ein Wald ist, hat am Freitag das Dresdner Amtsgericht beschäftigt. Der 58-Jährige Dr. Peter M. hatte zwei brachliegende Grundstücke erworben. Darauf befanden sich Trümmer, die von Pflanzen und neu gewachsenen Bäumen überwuchert waren. Die Beseitigung hatte Konsequenzen.

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Symbolbild.

Quelle: dpa

Dresden. Die Frage, wann der Wald ein Wald ist, hat am Freitag das Dresdner Amtsgericht beschäftigt. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail, und da war Dr. Peter M. überfragt. Der 58-Jährige hatte 2011 zwei brachliegende Grundstücke an der Stauffenbergallee erworben. Darauf befanden sich Trümmer einer ehemaligen Kaseren, die von Pflanzen und neu gewachsenen Bäumen überwuchert waren. 2013 entschloss er sich, die Flächen zu beräumen, ließ die Trümmer beseitigen, die Bäume fällen und säte auf einem Teil des Areals Gras aus. „Daneben war eine Schule, die keinen Sportplatz hatte. Ich dachte, da machst du für die eine Wiese hin.“

Er fragte selbst bei den Behörden nach, bekam ständig andere Auskünfte, löste aber eine Lawine aus – man wurde geschäftig. Die gefällten Bäume wurden als Wald deklariert, und Dr. M. erhielt ein Bußgeldbescheid wegen einer Ordnungswidrigkeit nach dem Waldgesetz. Er hätte die „Waldumwandlung“ beantragen müssen. Der 58-Jährige ging in Widerspruch. „Ich habe nicht gedacht, dass das ein Wald war, das hat man mir erst später gesagt. Hätte ich nicht gefragt, wäre es vielleicht gar nicht aufgefallen.“ Die Grundstücke sind wieder verwildert, er hat dort nichts mehr getan, auch nicht aufgeforstet, denn die Stadt will dort bauen, was schon damals bekannt war.„Es ist doch widersinnig, Bäumchen zu pflanzen, die dann bald wieder gefällt werden.

Mit Ruhm bekleckert haben sich die Behörden da eher nicht. Auch die zur Verhandlung geladenen Mitarbeiter des Fortsamtes waren wenig aussagekräftig, nicht vorbereitet, widersprachen sich, hatten keine kompletten Akten dabei und konnten kaum Fragen beantworten.

Für Richter Joachim Meißner war es nicht möglich eine Entscheidung zu treffen. Er setzte das Verfahren aus. Die Vertreterin der Verwaltungsbehörde regte eine Einstellung an. Das will Meißner nun mit der Staatsanwaltschaft besprechen.

Von Monika Löffler

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