Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Wanderausstellung zum „Gedächtnis der Nationen“
Dresden Lokales Wanderausstellung zum „Gedächtnis der Nationen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:00 31.08.2018
Internationale Wanderausstellung „Memory of Nations: Yes/No“ (“Gedächtnis der Nationen: Ja/Nein“) - hier in Wien. Eröffnet wird die Ausstellung in Dresden am 5. September an der Kreuzkirche. Quelle: Pr
Dresden

Wie sich während der Herrschaft Kommunistischer Parteien im östlichen Mitteleuropa das Leben von Menschen durch Unterdrückung verändern konnte, zeigt die internationale Wanderausstellung „Memory of Nations: Yes/No“ (“Gedächtnis der Nationen: Ja / Nein“). Eröffnet wird sie in Dresden am 5. September, 17 Uhr, auf dem Platz zwischen der Südseite der evangelischen Kreuzkirche und dem Haus an der Kreuzkirche. Zu sehen ist sie bis 24. September.

Die Schau präsentiert Geschichten von zwölf Zeitzeugen aus sechs europäischen Ländern. Zum einen von Menschen, die der totalitären Macht mutig zu widerstehen versuchten. Zum anderen aber auch von Leuten, die zu Informanten der Geheimpolizei wurden. Jeweils zwei Zeitzeugen schildern die unterschiedlichen Erfahrungen in damals kommunistisch regierten Ländern.

Nicht nur Bespitzelte und Denunzierte also erzählen von sich, auch Spitzel der Geheimpolizei. „Diese Geschichten erzählen, wie die Angst, der Wunsch nach Profit, Karriere oder Reisegelegenheiten die Charaktere brach“, erläutert Viktor Portel von der Prager Initiative Post Bellum (lateinisch für: Nach dem Krieg), Chefkurator der Ausstellung. Diese Beispiele zeigten die Perversität des Kommunismus als Ideologie und politisches System sehr eindringlich. Vor diesem Hintergrund werde den Betrachtern der Wert der Freiheit in der Demokratie bewusst.

Eröffnung am 5. September an der Kreuzkirche

Vorgestellt werden die Berichte in einer besonderen Installation: Die Betrachter treten an zwölf Wohnungstüren, in denen sich Gucklöcher befinden. Durch diese können sie einzelne Geschichten sehen und hören.

Die Ausstellung eröffnen Herbert Wagner, 1990 bis 2001 Dresdens Oberbürgermeister (CDU) und aktiv in der Gedenkstätte Bautzner Straße, Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel, Eva Reinöhlová, Stellvertreterin der tschechischen Generalkonsulin, und Marie Janoušková von Post Bellum.

Diese Nichtregierungsorganisation gründeten tschechische Journalisten und Historiker 2001 in Prag. Sie zeichnen Erinnerungen von Zeitzeugen aus unterschiedlichen Phasen totalitärer Herrschaft im 20. Jahrhundert auf - aus dem Zweiten Weltkrieg, von Überlebenden der organisierten Judenvernichtung, von lokalen Widerstandsorganisationen, politischen Gefangenen des kommunistischen Regimes, Dissidenten, aber auch von Angehörigen des Staatssicherheitsdienstes. Die machen sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich, zum Beispiel im Tschechischen Radio. Sie halten diese individuellen Erfahrungsberichte für wichtige historische Zeugnisse, wie sie selbst erklären. In ihrem Archiv haben sie mittlerweile mehr als 4000 Geschichten gesammelt.

Zuerst gezeigt worden war die Wanderausstellung in der Slowakei. Dann nahm sie ihren Weg über Budapest, Warschau, Wien und das dänische Roskilde. Die letzte Station nach Dresden ist im November Prag.

Kooperationspartner von Post Bellum bei dieser Ausstellung sind neben der Gedenkstätte Bautzner Straße unter anderem der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds sowie Organisationen aus Ungarn, Polen, Österreich und Dänemark.

Von Tomas Gärtner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf den Seiten des JugendServers finden Kinder und Jugendliche rund um die Uhr Informationen zu den verschiedensten Themen aus ihrer Lebenswelt.

31.08.2018

Mit dem brisanten Thema „Sind die Sachsen so schlecht wie ihr Ruf?“ bietet die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung den Bürgern eine Plattform für kontroverse Diskussionen im Netz. Dabei legt die SLpB vor allem Wert auf einen sachlichen und konstruktiven Dialog zwischen den Nutzern dieses Angebots.

31.08.2018

Unter diesem Motto feiert Weißig vom 7. bis zum 9. September sein 22. Hochlandfest

31.08.2018