Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Waldschlößchenbrücke – Kosten steigen auch nach Schlussrechnung weiter
Dresden Lokales Waldschlößchenbrücke – Kosten steigen auch nach Schlussrechnung weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:39 01.08.2018
Was Dresden für die Waldschlößchenbrücke bezahlt, bleibt wohl noch eine Weile lang ungewiss. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Das Kostenrad der Waldschlößchenbrücke dreht sich weiter. Zwar hat man sich nach zähen Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung und der Arbeitsgemeinschaft für den Brückenbau außergerichtlich auf eine Schlussrechnung geeinigt, wie Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz Mitte Juli mitteilte (DNN berichteten). Mit 179 Millionen lägen die Baukosten damit unter den geplanten Aufwendungen von 183 Millionen Euro. Kurz zuvor war jedoch eine zweite Angabe zu den Baukosten aufgetaucht: 187,6 Millionen Euro teuer sei die Waldschlößchenbrücke geworden, teilte Oberbürgermeister Dirk Hilbert auf eine Anfrage des Linken-Fraktionschefs im Stadtrat, André Schollbach, mit. Das sorgte für Verwirrung. Was von beiden stimmt nun?

„Keines“, lautet die etwas überraschende Antwort aus dem Rathaus zu der immerhin 8,6 Millionen betragenden Differenz zwischen beiden Angaben. „Die Kosten für den gesamten Verkehrszug liegen mit Stand 24. Juli 2108 bei 180,3 Mio. Euro“, teilte Amtsleiter Koettnitz am Dienstag auf DNN-Anfrage mit. Seit der letzten Angabe aus seinem Hause, 179 Millionen Euro, seien weitere Rechnungen bezahlt worden. „Die Summe beinhaltet die Schlussrechnung des Bauunternehmers, der die Brücke gebaut hat“, erläutert Koettnitz. Bedeutet: Auch wenn man sich mit den Baufirmen geeinigt hat, sind noch ein paar Rechnungen offen, können die Kosten der Waldschlößchenbrücke weiter steigen.

So ist wohl auch die deutlich höhere Angabe zu erklären, die Linke-Fraktions-Chef Schollbach auf seine Anfrage erhielt. Es handele sich um die prognostizierten Gesamtkosten, erläutert Amtsleiter Koettnitz. Diese Summe umfasse schon „Ausgaben für umweltrechtliche Ausgleichsmaßnahmen, die auf die Stadt aus dem Planfeststellungsverfahren noch zukommen könnten. Ferner fallen noch Grunderwerbs- und Notarkosten an.“

Hintergrund dafür ist eine durch alle Instanzen bis zum Europäischen Gerichtshof in Luxemburg getriebene Klage von zunächst drei Umweltverbänden, an deren Ende der Planfeststellungsbeschluss zum Bau der Brücke Ende 2016 für rechtswidrig erklärt und umfangreiche Nachbesserungen in Auftrag gegeben wurden. Seither arbeiten man in der Landesdirektion Sachsen an einem verbesserten Planfeststellungsbeschluss. Derzeit sei nicht abzusehen, wann dieser fertig ist, heißt es auf Nachfrage. Man warte auf die Fertigstellung einer von Dresden in Auftrag gegebenen FFH-Verträglichkeitsuntersuchung (FFH=Flora-Fauna-Habitat).

Fotorückblick: Tag 1 auf der Waldschlößchenbrücke

Solange das Verfahren noch nicht beendet ist, können weitere Kosten auf Dresden zukommen. Für weitere Gutachten und Untersuchungen etwa, die für das Verfahren gebraucht werden genauso wie für die von Koettnitz angesprochenen umweltrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen, also etwa Baumpflanzungen, die den Eingriff in die Elbwiesen und den alten Baumbestand an der Bautzner Straße ausgleichen sollen. Was Dresden für die Waldschlößchenbrücke tatsächlich bezahlt, bleibt also noch ein Mysterium. Klar scheint nach Lage der Dinge nur, dass die Kosten irgendwo zwischen den nun genannten 180,3 und den 187,6 Millionen Euro liegen sollten, die OB Hilbert gegenüber Schollbach in den Raum stellte. Der formulierte bereits vor zwei Wochen eine weitere Gewissheit: Bei dem Bauwerk handele es sich nicht nur um die umstrittenste, sondern auch die teuerste Elbbrücke.

Von Uwe Hofmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Wechsel von Grundschülern an die Gymnasien in Dresden ist zum Fall fürs Gericht geworden. Die Dresdner Verwaltungsrichter müssen in mehreren Fällen die Ablehnung von Viertklässlern an den Wunschgymnasien überprüfen. In zwei Wochen beginnt das nächste Schuljahr.

31.07.2018

Nach einem Tornado 2010 entschied sich der Landesverein Sächsischer Heimatschutz, die Waldbewirtschaftung im Seifersdorfer Tal zu beenden. Das hat allerdings Konsequenzen für die Besucher. Auch an anderen Stellen wünscht sich der Verein mehr Unterstützung aus Dresden.

31.07.2018

Daniel Antonio Bastidas Gutjahr ist mit Kampfsport aufgewachsen und hat nun sein erstes Buch fertig – Der 19 Jahre alte Dresdner überrascht mit Lebensweisheiten wie ein Alter.

31.07.2018