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Waldorfschule in Dresden-Niedersedlitz geplant

Bebauungsplan Waldorfschule in Dresden-Niedersedlitz geplant

In Dresden soll es bald auch linkselbisch einen Standort für eine Waldorfschule geben. Dazu will die Verwaltung jetzt Baurecht auf einer Fläche in Niedersedlitz schaffen, geht aus einer Vorlage der Stadt für die Stadträte hervor.

Milena Rentsch, Lutz Stellmacher, Kathrin Köhler (v.l.) von der Neuen Waldorfschule Dresden hoffen, bald aus den beengten Verhältnissen auf der Marienallee herauszukommen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. In Dresden soll es bald auch linkselbisch einen Standort für eine Waldorfschule geben. Dazu will die Verwaltung jetzt Baurecht auf einer Fläche in Niedersedlitz schaffen, geht aus einer Vorlage der Stadt für die Stadträte hervor.

Wie es in den Unterlagen aus dem Bereich von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) heißt, soll der Bauausschuss des Stadtrats die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit der Nummer 6035 und dessen räumlichen Geltungsbereich beschließen. Die Pläne beziehen sich auf eine etwa 65000 Quadratmeter große Fläche östlich der Erich-Kästner-Straße ud nördlicher der Heinrich-Mann-Straße. Auf der anderen Seite der Kästner-Straße standen früher die Sternhäuser.

Seit dem Abriss von sechsgeschossigen Plattenbauten im Rahmen des Stadtumbauprogramms Ost ist das Gelände eine Brache. Derzeit handele es sich um eine Grünfläche mit vereinzelten Bäumen, die alten Straßen des Wohngebiets (Maxie-Wander-Straße und Heinrich-Mann-Straße) bestehen noch.

Nach den Angaben der Stadt sollen eine zweizügige Schule und weiter Objekte entstehen, wie eine Kindertagesstätte, Sport- und Gartenbauflächen sowie therapeutische Einrichtungen. Da das Gelände baurechtlich gesehen im Außenbereich liegt, sei „für die Schaffung von Baurecht und zur Sicherung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung das Bauleitverfahren notwendig.“ Der Aufstellungsbeschluss ist der erste Schritt dazu, letztlich wird später mit dem Beschluss des Bebauungsplan Baurecht für die Fläche geschaffen, auch der Flächennutzungsplan der Stadt muss für den Schulbau geändert werden.

Hinter dem Projekt steht der Verein „Neue Waldorfschule Dresden“ e.V. Seit dem Schuljahr 2013/14 betreibt er auf der Marienallee 12, der früheren Landesbibliothek, eine Schule. Es ist die zweite in Dresden, seit 1990 gibt es bereits eine Waldorfschule auf der Marienallee 5. Doch das Interesse am besonderen Angebot dieser Schulen ist immer weiter gewachsen. So platzt die Neue Waldorfschule auf der Marienallee schon wieder aus allen Nähten. „Wir haben für 24 Plätze im nächsten Schuljahr 70 Interessenten“, erläutert Schulleiterin Milena Rentsch auf Anfrage. „Wir sind zum Platzen voll“, fügte sie hinzu. Nächstes Jahr müsste es schon kleine Einschränkungen geben, wie die Doppelbelegung von Räumen für Schule und Hort.

Daher ist der Verein seit längerem auf der Suche nach einem neuen Standort, vorzugsweise auf der Altstädter Seite. Damit soll Kindern auch aus diesem Bereich der Stadt ein einfacherer Zugang zur Walddorfschule ermöglicht werden. Am Ende des Aufbaus soll es einmal von der ersten bis zur zwölften Stufe jeweils zwei Klassen mit bis zu 24 Schülern geben und eine Abiturklasse im 13. Jahr. Die staatlichen Abschlüsse machen die Schüler dann, wie für Waldorfschulen üblich, in Zusammenarbeit mit Partnerschulen. Damit könnten letztlich etwa 50 Lehrer und 600 Schüler zur Schule gehören, insgesamt würden so etwa 90 Arbeitsplätze entstehen. Ganz wichtig ist den Initiatoren die Offenheit ins Stadtumfeld. Nachmittagsangebote beispielsweise sind auch für Kinder und Jugendliche gedacht, die nicht zur Schule gehören. „Die Waldorfschule ist kein geschlossenes System“, sagte Lutz Stellmacher, ehrenamtlicher Vorstand im Schulverein. Dafür stünden auch der geplante Kindergarten für 70 Plätze, begleitende medizinisch-therapeutische Einrichtungen und Beratungsmöglichkeiten.

Auch die Schule selbst stehe allen offen, unabhängig von Einkommen, Begabungen, Behinderungen oder sozialer Herkunft. Hauptanliegen der Pädagogik sei die ganzheitliche Entwicklung der Persönlichkeit. Die Elternbeiträge seien einkommensabhängig, so erfolge ein sozialer Ausgleich innerhalb der Elternschaft. Ohnehin mache das Engagement der Eltern für die Existenz der Schule sehr viel aus, erklärte Lehrerin Rentsch, die das aber auch auf alle Kollegen bezieht.

Das Grundstück könnte eine waldorfnahe Stiftung kaufen und dann an die Schule verpachten, erläutert Geschäftsführerin Kathrin S. Köhler, dazu ist man bereits im Gespräch. Viel sei derzeit noch in einem frühen Planungsstadium, so dass zum Zeitplan oder zu Investitionssumme noch keine Angaben gemacht werden könnten.

Am 29. März soll die Vorlage der Stadt erstmals im Bauausschuss behandelt werden, am 3. April ist die Beratung im Ortsbeirat Prohlis vorgesehen. Anschließend entscheidet der Bauausschuss über den Aufstellungsbeschluss.

Von Ingolf Pleil

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