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Lokales Vorspiel im Zukunftsprojekt
Dresden Lokales Vorspiel im Zukunftsprojekt
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14:03 16.12.2016
So wird der Gustav-Adolf-Platz einmal aussehen, wenn die neuen Straßenbahngleise verlegt sind. Im Frühjahr 2018 soll es so weit sein.   Quelle: Visualisierung: renderwerke
Dresden

 Auf ihrer Homepage verorten die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) das Projekt „Stadtbahn 2020“ nicht grundlos unter den „Zukunftsprojekten“. Es wird bis deutlich nach 2020 dauern, bis das erste darunter aufgeführte Vorhaben, der Anschluss der Universitätseinrichtungen am Zelleschen Weg ans Straßenbahnnetz, fertig sein wird. Wer markige Worte mag, kann nun dennoch behaupten: „Die Zukunft beginnt jetzt“. Denn zwischen Tiergartenstraße und Wasaplatz laufen seit dieser Woche die Vorbereitungsarbeiten für einen Teil dieses ersten Stadtbahn-Projekts zwischen Löbtau, Südvorstadt und Strehlen.

Konkret geht es um die Verlegung von 1216 Metern Straßenbahngleisen auf der Oskarstraße und der Tiergartenstraße. Wenn alles fertig ist, sollen dort einmal die Straßenbahnlinien 9 und 13 entlangfahren und den S-Bahn-Halt Strehlen ans Straßenbahnnetz anschließen. Kostenpunkt: 14,7 Millionen Euro. Die DVB versprechen sich davon einerseits einen Anstieg der Passagierzahlen, weil der erleichterte Umstieg von der S-Bahn in die Straßenbahn das eigene Netz attraktiver macht. Außerdem werden die Haltestellen an der Querallee in der noch fehlenden Fahrtrichtung und der neue Straßenbahnhalt am Haltepunkt Strehlen barrierefrei ausgebaut – was ebenfalls die Attraktivität der Verbindung steigern soll. Andererseits soll perspektivisch die völlig überlastete Buslinie 61 entlastet werden. Die nutzen täglich knapp 37 000 Fahrgäste, die später einmal auf die Straßenbahnlinie 9 und 7 verteilt werden sollen, die beide Teile des Zelleschen Wegs befahren sollen.

Projekt „Stadtbahn 2020“ Quelle: Visualisierung: renderwerke

Doch das ist wirklich noch Zukunftsmusik, zumal ein Neubau der Nossener Brücke – zwingender Bestandteil der Umbauarbeiten auf der Linie 7 – laut DVB-Chefplaner Andreas Neukirch derzeit nicht abzusehen ist. Anders an der Oskarstraße, wo trotz Klage eines Anwohners Baurecht besteht. Im Frühjahr sollen die Arbeiten dort beginnen – unter Vollsperrung der Strecke. Bis dahin werden die Umleitungsstrecken der Umgebung so ausgebaut, dass sie den für die etwa einjährige Bauzeit anwachsenden Autoverkehr verkraften. Betroffen sind die Wiener Straße, wo die Arbeiten in dieser Woche bereits begonnen haben, dazu die Herderstraße, die Voßstraße, die August-Bebel-Straße, die Franz-Liszt-Straße und die Gustav-Adolf-Straße. Geplant seien, abhängig vom Fahrbahnzustand kleinere Ausbesserungen bis zu größeren Eingriffen, wie DVB-Planer Neukirch sagt. Gearbeitet wird in Etappen bis unmittelbar an den Baubeginn auf der Oskarstraße heran.

Auch in Altstrehlen sind Bauleute im Auftrag der DVB seit dieser Woche beschäftigt. Sie reißen eine Straße weg, die derzeit den Platz im Ortskern durchschneidet. Die werde nicht wirklich gebraucht, meint Neukirch, und werde der Aufwertung des gesamten Areals geopfert. Dort soll im Zuge der Umbauarbeiten an der Oskarstraße, bei denen im Übrigen auch alle unter der Straße liegenden Leitungen erneuert werden, ein Kunstwerk seinen neuen Standort finden. Es handelt sich um die Lichtraumskulptur „Innere Mitte“, die die Künstlerin Kerstin Franke-Gneuß in der Mitte des Kreisverkehrs auf dem Gustav-Adolf-Platz aufgestellt hat. Da die neuen Straßenbahngleise entlang der Oskarstraße den Kreisverkehr künftig durchschneiden werden, steht die Skulptur dort im Weg und wird – nach Absprache mit der Künstlerin – nach Altstrehlen versetzt. Der Kran dafür ist zwar erst für den März bestellt, am neuen Standort will man aber schon das Fundament bereiten, solange die Witterung mitspielt.

2017, wenn die Lichtraumskulptur dann auf die kurze Reise geht, wird es auch technologisch nachgerüstet. Die die großen UV-Licht-Strahler, die das Kunstwerk zum leuchten bringen, inzwischen als der Gesundheit wenig zuträglich gelten, werden sie durch kleinere Strahler ersetzt. Am neuen Standort wird das Kunstwerk also ganz neu zum Leuchten gebracht. Die Kosten für sämtliche Vorarbeiten in Altstrehlen und im Straßennetz rings um die Oskarstraße betragen rund 460 000 Euro.

Neben dem Wetter gibt es noch einen Unsicherheitsfaktor in den Planungen für den Abschnitt. „Wir hoffen, dass die Wasastraße so lange durchhält“, sagt DVB-Planer Neukirch. Die marode Strecke, auf der die Straßenbahnen teils nur zehn Stundenkilometer fahren dürfen, wird aus dem Verkehr genommen, sobald die Bahnen über die Oskarstraße rollen können. 2018 soll es erstmals so weit sein.

Von Uwe Hofmann

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